Gräfe weiter: "In Holland und England gab's, glaube ich, auch erst Prozesse, bis der Verband zu einer anderen Auffassung gekommen ist. Vielleicht ist es hier auch noch mal an der Zeit, ein letztes Signal zu senden". Das Aus für Gräfe und dessen Kollegen Guido Winkmann und Markus Schmidt ist laut "kicker" beschlossene Sache.
Wie der "kicker" berichtet, entschied sich die sportliche Leitung der DFB-Schiedsrichter strikt an der umstrittenen Altersgrenze von 47 Jahren für Bundesliga-Referees festzuhalten. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes habe am Mittwoch die vorgeschlagene Schiedsrichterliste bereits abgenickt. Neben Gräfe fehlten demnach auch die ebenfalls 47-jährigen Markus Schmidt und Guido Winkmann.
"Ich glaube, es ist an der Zeit, dass im Schiedsrichterwesen persönliche (..) Motive in den Hintergrund treten und die Besten zum Einsatz kommen", betonte Gräfe im WDR. Die Altersgrenze sei für ihn "nicht sinnvoll und hört sich nach Diskriminierung an. Der DFB schreibt sich auf die Fahnen, er sei gegen Diskriminierung, gegen Rassismus und für Diversität, und dann sortiert man nur wegen einer Zahl, eines Alters, drei Schiedsrichter aus."
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Solange die Leistung stimme "spricht nix dagegen. Ich war immer fit. Dass das erst so rabiat abgelehnt wurde und man einem das jetzt auch noch über die Medien mitteilt, ist bezeichnend", äußerte der Unparteiische, der große Unterstützung aus der Bundesliga für eine Fortsetzung seiner Referee-Karriere erhalten hatte.

"Altersgrenze nicht mehr zeitgemäß"

Gräfe: "Die Altersgrenze ist nicht mehr zeitgemäß und schadet dem Fußball. Es ist nicht ganz überraschend, dass es so ausgesessen wird, bis ich auch wirklich weg bin." Sein unbeugsamer Weg habe es ihm "nicht einfach gemacht. Wahrscheinlich ist das jetzt eine sportpolitische oder persönliche Retourkutsche. Weil es kein Argument gibt."
Bereits Mitte April hatte der DFB das Aus der drei erfahrenen Referees angekündigt, insbesondere der Fall Gräfe sorgte für Aufregung. Spieler und Verantwortliche setzten sich in den vergangenen Wochen vehement für eine Ausnahme von der Altersregel ein. Gräfes hohes Ansehen zeigte sich unter anderem am vergangenen Wochenende, als ihn die Spieler von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen mit einem Spalier verabschiedeten.
Minimale Hoffnung auf einen Rückzieher des DFB war da allerdings noch vorhanden, doch diese hat sich nun offenbar endgültig zerschlagen. Für die Schiri-Bosse habe bei der Erstellung der Kaderliste "die systemische und strukturelle Weiterentwicklung der Schiedsrichter" als zentraler Leitgedanke im Vordergrund gestanden, schreibt der "kicker". Jüngeren Referees solle der Weg nicht verbaut werden.
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