Gegen hochgehandelte Frankfurter begann der 1. FC Köln stark, zeigte sich in den Zweikämpfen sehr präsent und hatte in der Anfangsphase viel Ballbesitz. Eine Tormöglichkeit sprang dabei allerdings nicht für die Mannschaft von Markus Gisdol heraus.
Stattdessen übernahmen die Hausherren nach einer Viertelstunde immer mehr die Kontrolle über die Partie. Immer wieder sorgte vor allem Filip Kostic über die linke Seite für Gefahr, der mit seinen Flanken den torgefährlichen André Silva suchte.
Der Portugiese glänzte seinerseits als Vorbereiter, eine Flanke von der rechten Seite landete bei Daichi Kamada, dessen Kopfball aus fünf Metern Torentfernung von Timo Horn im Tor der Kölner entschärft werden konnte. Beim Nachschuss bot sich dann Amin Younes die große Möglichkeit zum 1:0, der Mittelfeldregisseur traf den Ball allerdings nicht richtig (23.).
Bundesliga
Nach Upamecano-Deal: Bayern holt angeblich nächstes Abwehr-Ass
14/02/2021 AM 13:05
Wenig später war es erneut Silva, dessen Ablage vor die Füße von Kamada fiel. Der Japaner schloss aus 16 Metern zentraler Position wuchtig ab, Kölns Torhüter Horn konnte den Schuss mit einer Hand gerade noch entschärfen (30.).
Die Gäste konnten nur noch selten für Entlastung sorgen, einzig ein Distanzschuss von Elvis Rexhbecaj ließ ein wenig Torgefahr aufkommen (32.).
Die Eintracht ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und spielte weiter munter nach vorne. Kurz vor der Halbzeit hatte Silva nach einer weiteren Flanke von Kostic die Führung auf dem Kopf, zielte aber aus fünf Metern knapp über den Kölner Querbalken (45.).
Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild: Frankfurt griff an, Köln blieb passiv. Und tatsächlich lag der Ball kurz nach Wiederanpfiff im Tor der Gäste, der Kopfballtreffer von Silva zählte allerdings nicht. Der Ball hatte bei Kostics Flanke links im Strafraum die Torauslinie bereits überquert (53.).
Davon ließ sich die Mannschaft von Adi Hütter aber nicht negativ beeinflussen. Im Gegenteil, wenig später traf Silva erneut – und das ganz legal. Einen flachen Distanzschussversuch von Erik Durm fälschte Kamada im Strafraum glücklich ab. Silva reagierte am schnellsten und lupfte den Ball aus sechs Metern über den herausgeeilten Horn hinweg zum 1:0 ins Tor (57.). Es war bereits der neunte Treffer in den letzten sieben Spielen für den Portugiesen und sein 18. in dieser Saison.
Köln war nun gefordert, mehr als ein Kopfball von Jannes Horn (62.) sowie ein Schussversuch von Marius Wolf aus 18 Metern (64.) sprang allerdings zunächst nicht dabei heraus. Die beste Möglichkeit hatte Emmanuel Dennis, dessen Schlenzer aus 16 Metern halblinker Position rechts am Tor vorbeiging (67.).
Die Eintracht machte es offensiv deutlich besser. Nach einer Ecke von Kostic von der rechten Seite tauchte Abwehrmann Evan N’Dicka im Fünfmeterraum auf, setzte sich gegen zwei Kölner Gegenspieler durch und verlängerte aus vier Metern ins lange Eck zum 2:0 (79.).
Wenig später hatte der Franzose sogar noch die Chance auf das dritte Tor, zielte nach einer Hereingabe von der linken Seite aus sechs Metern allerdings rechts vorbei (81.).
Köln hatte in der Schlussphase nichts mehr entgegenzusetzen, so blieb es schlussendlich beim verdienten 2:0-Erfolg für die Eintracht, die auch im vierten Rückrundenspiel siegreich blieb.

Die Stimmen:

Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt): "Heute war es ein Geduldsspiel. Sie standen hinten sehr gut, damit haben wir uns schwergetan. Aber trotzdem haben wir am Ende zwei Tore geschossen, deshalb ist alles gut. Wir haben eine sehr gute Entwicklung genommen."
Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Wenn man das gesamte Spiel sieht, geht der Sieg in Ordnung. Trotzdem glaube ich, dass wir heute die Chance gehabt hätten, einen Punkt zu holen. Symptomatisch ist für mich das erste Gegentor: Wir hätten eine Chance zum Umschalten gehabt, nutzen diese aber nicht - stattdessen kriegen wir das Tor. Wir haben insgesamt aber gut verteidigt gegen eine Topmannschaft. Ich bin überzeugt, dass wir am Saisonende unser Ziel erreichen werden."
Horst Heldt (Geschäftsführer Sport 1. FC Köln): "Am Ende war es eine verdiente Niederlage, aber so blöd es sich anhört, eigentlich unnötig. Wir haben insgesamt zu wenig Bälle festgemacht vorne. Wir hätten es besser spielen können. Dann wäre hier ein bisschen was drin gewesen."

Der Tweet zum Spiel:

Abgesehen vom Spiel sorgte vor allem die Frisur von Köln-Star und Ex-Frankfurter Marius Wolf für Aufsehen.

Das fiel auf: Die Frankfurter Geduld

Trotz einiger guter Möglichkeiten im ersten Durchgang musste sich Eintracht Frankfurt mit einem 0:0-Unentschieden zur Pause zufriedengeben. Bereits vor dem Anpfiff hatte Adi Hütter von seiner Mannschaft Geduld eingefordert, sein Team setzte es bravourös um.
Neben der großen individuellen Klasse, die Spieler wie Filip Kostic und André Silva mitbringen, ist das vielleicht die größte Stärke der Eintracht zur Zeit: das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Wissen darum, dass irgendwann der entscheidende Treffer schon fällt.
So wurde die SGE zu keinem Zeitpunkt hektisch oder fahrig im Offensivspiel, stattdessen spielte Frankfurt jeden Angriff bis zum Ende aus und tauchte immer wieder gefährlich im letzten Drittel der Kölner auf. Besonders auffällig war dies im Gegensatz zum 1. FC Köln, der bei eigenem Ballbesitz immer wieder zu früh die Bälle herschenkte und Präzision im Angriffsspiel vermissen ließ.

Die Statistik: 100

Es war das 100. Aufeinandertreffen zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln, ein Duell, das es inzwischen zu einem echten Bundesliga-Klassiker geschafft hat.
Das könnte Dich auch interessieren: Offiziell: Upamecano wechselt zum FC Bayern

Upamecano unter den Top 3: Die teuersten Transfers des FC Bayern

Bundesliga
Flick wettert gegen Corona-Experten, Lauterbach kontert
14/02/2021 AM 12:25
Bundesliga
Tabellenführung ade: Frankfurt ärgert Wölfe bei Glasner-Rückkehr
VOR 8 STUNDEN