Adi Hütter hatte seine Contenance wiedergefunden, der Eintracht-Trainer sprach in ruhiger Melodie. Aber auch so klang unüberhörbar durch, wie sehr sich der 51-Jährige über das Ende der Frankfurter Superserien und das Verhalten der neuen Dauerrivalen ärgerte.
"Dass wir hier verlieren, tut mir besonders weh", betonte Hütter nach der 1:2 (1:0)-Niederlage bei Werder Bremen: "Rundherum hatte es mit Niveau wenig zu tun."
Während der 90 Minuten, in denen die Hessen ihre erste Liga-Niederlage im Jahr 2021 kassierten, und auch nach dem Abpfiff war es im Weserstadion hoch her gegangen.
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Hütter knöpfte sich den gegnerischen Zeugwart vor und sagte ihm ein paar deutliche Takte, Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner zoffte sich mit Werder-Trainer Florian Kohfeldt auf dem Weg in die Kabine, und Führungsspieler Martin Hinteregger lieferte sich gar ein Handgemenge mit Niclas Füllkrug - die Nerven lagen zeitweise ziemlich blank bei beiden Parteien.

Emotionen kochen zwischen Frankurt und Bremen hoch

Das liegt wohl auch an der Vorgeschichte seit Oktober 2019. Immer wieder weist die Eintracht darauf hin, dass es ihr auf Bremer Seite während der Partien ein Stück weit zu emotional zugehe. Erst gab Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic Werder-Coach Kohfeldt den Rat, etwas zurückzufahren, dann echauffierte sich im vergangenen Juni Hütter über das viele Aufspringen von der Bremer Bank.
Nun nervten den Frankfurter Trainer offensichtlich die ständigen Rufe von der Tribüne durch einen stimmgewaltigen Betreuer von Werder. Und er hatte das Gefühl, "dass die Bremer es sehr auf Hinteregger abgesehen hatten", sagte Hütter nach der Partie: "Speziell Füllkrug, als er reinkam."
Kohfeldt hielt dagegen. Für ihn war in dem Duell, das Theodor Gebre Selassie (47.) und Josh Sargent (62.) nach dem 19. Saisontreffer von Andre Silva (9.) nicht unverdient gedreht hatten, alles "absolut im Rahmen" gewesen. Werder habe zuletzt "sehr entspannte Heimspiele" absolviert. Da müsse sich auch der Gegner hinterfragen, weshalb es nun so hochgekocht sei.

Werder Bremen freut sich auf Pokal-Viertelfinale

"Die Eintracht spielt eine überragende Saison. Man muss dann auch mal mit Anstand verlieren können", sagte Kohfeldt und schickte damit einen deutlichen Seitenhieb zurück. Er freute sich trotz der Aufregung über den großen Schritt im Kampf um den Klassenerhalt. Nun könne man sich auf das Pokal-Viertelfinale am Dienstag (18:30 Uhr) beim Zweitligisten Jahn Regensburg freuen, statt "existenziellen Druck" zu spüren.
Die Frankfurter müssen sich dagegen zunächst einmal neu sortieren - die starken Serien mit zuvor elf Partien ohne Niederlage und fünf Siegen in Folge sind dahin. "Das ist ein Rückschlag", räumte Hütter unumwunden ein, im Rennen um die Champions League bleibt es eng: "Jetzt zeigt sich der Charakter der Mannschaft. Die Mentalität hat sie, um gegen Stuttgart zu Hause ein anderes Gesicht zu zeigen."
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(SID)

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