Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg starteten munter in das vermutlich bedeutungslose letzte Bundesligaspiel von Adi Hütter als Coach der Adler. Der Österreicher ermöglichte zum Abschied dem dritten Torhüter Elias Bördner sein Bundesliga-Debüt.
Die Freiburger, für die es theoretisch noch um Platz sieben und die Teilnahme an der neuen UEFA Europas Conference League ging, hatten durch Vincenzo Grifo die erste Chance, doch der italienische Nationalspieler verzog knapp (1.). Nur eine Minute später traf André Silva auf der Gegenseite nur den linken Pfosten (2.).
Trotz der Chance des Tabellenfünften blieben die Breisgauer zu Beginn das bessere Team. Erneut war es Grifo, der nur knapp verpasste (11.). Nur drei Minuten später zeigte Bördner die erste Unsicherheit beim Bundesliga-Debüt: Einen Fernschuss von Christian Günther ließ der Schlussmann nur nach vorne abprallen, Nils Petersen konnte diesen Fehler nur knapp nicht nutzen (14.).
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Bau-Verzögerungen: Freiburg noch dreimal im Dreisamstadion
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Doch auch auf der anderen Seite hatte der Torhüter Probleme mit dem nassen Geläuf. Mark Flekken wehrte einen Freistoß von Filip Kostic nur nach vorne ab, doch das Leder titschte zuvor noch tückisch auf dem nassen Rasen auf (18.). Nur wenig später zeigte der Niederländer aber seine Qualitäten auf der Linie und parierte stark gegen Silva (19.).
Nach der munteren Anfangsphase passierte länger nichts. Vor der Pause sorgte eine Freistoßflanke von Daichi Kamada für Gefahr, doch Flekken wartete lange auf der Linie und war dann rechtzeitig in der Ecke, um die Situation zu entschärfen (39.). In der Nachspielzeit hatte Bördner erneut Glück, als er einen Fernschuss – diesmal von Grifo – erneut nur nach vorne parierte, doch diesmal erreichte Lucas Höler den Abpraller nicht (45.+1).
Nach der Pause erwischten zunächst die Freiburger den etwas besseren Start, doch nach wenigen Minuten übernahm die Eintracht wieder die Initiative. Die erste gute Gelegenheit nach der Pause vergab der zum Seitenwechsel eingewechselte Aymen Barkok, zielte aus 22 Metern aber knapp links vorbei (56.).
Nach einer guten Stunde wurde der Schiedsrichter Christian Dingert vom Video-Assistenten gebeten, sich erneut ein Bild einer Situation kurz zuvor zu machen. Jannik Haberer spielte nach einer Hereingabe der Frankfurter den Ball klar mit der Hand. Dingert zeigte mit Verzögerung folgerichtig zurecht auf den Punkt. Silva ließ sich die Chance nicht nehmen und schob souverän zur zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Führung ein (62.).
Für Freiburg hatte der Rückstand unmittelbar keine Auswirkungen, da Gladbach bereits deutlich in Bremen führte. Doch die Breisgauer spielten nach dem 0:1 wieder mutiger nach vorne und wurden belohnt. Der kurz zuvor eingewechselte Woo-Yeong Jeong traf zum Ausgleich. Grifo legte den Ball links im Strafraum quer auf Jonathan Schmid, der die Kugel in der Mitte nach rechts weiterstocherte, wo Jeong frei abziehen konnte (77.).
Beide Mannschaften waren in der Schlussphase bemüht, die Partie für sich zu entscheiden, doch das glücklichere Ende hatte der Bundesligafünfte. Zunächst brachte Almamy Touré – ebenfalls kurz zuvor erst ins Spiel gekommen – erneut in Führung. Nach einer Freistoßflanke von Kostic vergaßen die Freiburger Touré am Fünfer, der so aus kürzester Distanz den Ball über die Linie drückte (87.).
In der Nachspielzeit fiel dann noch der dritte Jokertreffer. Erneut flankte Kostic, fand im Zentrum Ragnar Ache, der ebenfalls von der Freiburger Hintermannschaft nicht beachtet wurde. Dieser schloss dann technisch ansprechend und sehenswert zum 3:1-Endstand ab (90.+2) und bescherte Hütter ein versöhnliches Ende seiner dreijährigen Amtszeit als Coach der SGE.

Die Stimmen:

Christian Günther (SC Freiburg): "Wir haben uns gut uns Spiel zurückgekämpft. Mit fünf Wechseln ist es oft schwierig und man verliert die Ordnung. Am Ende ist das Ergebnis deutlicher als das Spiel. Wenn man am letzten Spieltag als Freiburg noch die Chance hat, Europa zu erreichen, haben wir vieles Richtiges gemacht. Wir müssen die Saison mit einem Lächeln abschließen."
Mark Flekken (SC Freiburg): "Wir haben mindestens zwei Tore zu viel bekommen. Da wäre nach der Leistung mehr drin gewesen. Der Elfmeter bricht dieses typische 0:0-Spiel dann auf. Am Ende verteidigten wir nicht gut genug und dann bekommst du zwei Dinger."

Der Tweet zum Spiel:

Trotz 28 Treffer hatte André Silva in dieser Saison nicht den Hauch einer Chance auf die Torjäger-Kanone. Warum, ist natürlich bekannt.

Das fiel auf: Trotz "Bedeutungslosigkeit" gibt sich Frankfurt nicht mit dem Unentschieden zufrieden

Sieben Punkte Vorsprung vergab die Eintracht in den vergangenen Wochen auf Borussia Dortmund und verpasste dadurch trotz bester Ausgangslage die Champions League-Qualifikation. Für die SGE war das heutige Spiel von daher sportlich bedeutungslos. Dennoch wollte man Adi Hütter, Fredi Bobic und auch Bruno Hübner einen guten Abschied bescheren.
Auch nach dem 1:1-Ausgleich der Freiburger waren deutliche Anfeuerungsrufe der Ersatzspieler und Betreuer zu hören. Die Eintracht spielte weiter auf Sieg und gewann letztendlich auch zurecht, wenn auch etwas zu hoch am Ende einer dennoch erfolgreichen Saison der Adler.

Die Statistik: 0

Keine einzige Heimniederlage kassierte die SGE in der laufenden Bundesligasaison. Das gelang sonst nur dem FC Bayern in dieser Spielzeit ohne Zuschauer. Den Frankfurtern selbst zuvor nur in den Spielzeiten 1971/72 und 1973/74.
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