Noch auf dem Rasen hatte Hans-Dieter Flick schon die nächsten Schritte im Blick.
Der FC Bayern München hatte soeben RB Leipzig im Top-Spiel der Bundesliga 1:0 (1:0) besiegt, da besprach der Bayern-Trainer mit Kapitän Manuel Neuer im Mittelkreis angeregt die kommenden Tage.
"Die Nationalspieler haben jetzt zwei Tage frei, denn die nächsten Wochen werden für alle sehr tough", erzählte Flick später auf der Pressekonferenz. Darüber habe er mit Neuer gesprochen: "Denn es ist wichtig, dass sie jetzt nochmal mental den Kopf freibekommen."
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Man hat schließlich noch ein bisschen was vor diese Saison – auch in der Champions League soll das Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain (Hinspiel am Mittwoch ab 21:00 Uhr im Liveticker) noch lange nicht Endstation sein.

FC Bayern schon uneinholbar vorne?

Mit dem Sieg in Leipzig haben die Bayern national einmal mehr die Muskeln spielen lassen, gezeigt, dass ihnen in der Bundesliga am Ende doch wieder keiner das Wasser reichen kann. Sieben Spieltage vor Schluss sind es wieder sieben Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz – das hat noch keine Mannschaft verspielt.
"Das war ein wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft", meinte Neuer entsprechend selbstbewusst: "Das wollen wir uns jetzt nicht mehr nehmen lassen."
Auf Bayern-Seite war das Fehlen von Robert Lewandowski im Angriff am Samstagabend zwar spürbar, aber eben nicht entscheidend – weil andere in die Bresche sprangen.
Der Herausforderer aus Leipzig mühte sich zwar auch nach Kräften und spielte phasenweise auch überlegen, konnte Neuer mit seinen schwachen Abschlüssen aber nie in Verlegenheit bringen.
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Goretzka macht den Unterschied

Der feine Unterschied: Leon Goretzkas Siegtreffer, mustergültig aufgelegt von Joshua Kimmich und Thomas Müller – eine Koproduktion der mächtigen Bayern-Achse, die nicht nur Lothar Matthäus gerne bei der EM für Deutschland spielen sehen würde.
"Den musste er nur noch feste reinschieben", meinte Neuer zu Goretzkas Tor, mit dem Bayern nun 62. Pflichtspiele in Folge getroffen hat – neuer Rekord.

Thomas Müller (Mitte) feiert das Tor von Leon Goretzka - RB Leipzig vs. FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Besonders freute die Bayern daran, dass sie es diesmal mit Defensivqualitäten wuppten. "Es haben ein paar Kräfte gefehlt, aber dann musst du es eben in der eigenen Hälfte verteidigen", meinte Torschütze Goretzka. Das habe man schon zu Saisonbeginn angesprochen – "dass es Spiele geben wird, in denen du nicht 90 Minuten pressen kannst".
In Leipzig hätten die Bayern laut Goretzka die Mentalität gezeigt, "die du brauchst, um solche Spiele gewinnen zu können". Um seine Spieler zu kicken, griff Flick zu einem kleinen Trick.

FC Bayern in Endspiel-Form

"Wir haben das Spiel als Finale deklariert und gesagt: Finale können wir", erklärte Flick. DFB-Pokal, Champions League, europäischer Supercup, deutscher Supercup, Klub-WM - in Endspielen habe man schließlich in den zurückliegenden Monaten immer performt.
"Nimmt man Dortmund aus der letzten Saison dazu, haben wir alle sechs Finalspiele gewonnen", freute sich Flick über den nun siebten Streich.
Auch wenn's nicht ganz so leicht von der Hand ging. "Leipzig hat uns einige Probleme bereitet. Aber die Moral, die Mentalität meiner Spieler ist einfach hervorragend. Ein Riesenkompliment", bilanzierte der Bayern-Coach zufrieden.

RB trauert Chancen nach und hakt Titel ab

Ganz anders war verständlicherweise die Gemütslage bei Leipzig, das den vergebenen Chancen nachtrauerte.
"Wir haben Bayern phasenweise sehr gut hinten reingedrückt, waren die bessere Mannschaft, hatten vier Riesenchancen, haben nur leider jedes Mal vorbeigeschossen", meinte Trainer Julian Nagelsmann, der Bayern allerdings noch nicht zum Titel gratulieren wollte.
Das machten dafür indirekt andere Leipziger. "Wenn man das realistisch betrachtet und die Klasse des FC Bayern einordnen kann, dann brauchen wir jetzt hier nicht von der Meisterschaft sprechen", sagte Klubboss Oliver Mintzlaff und schob gleich hinterher: "Das war auch nicht unser Ziel."
Man müsse die Niederlage nun erstmal aus den Kleidern klopfen, meinte dagegen Marcel Sabitzer, "dann wollen wir das bestmögliche noch rausholen, den zweiten Platz verteidigen und den Pokal gewinnen, das muss unser Ziel sein".
Und so hatten auch die Leipziger irgendwie das Spiel schnell abgehakt.
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