Am 1. Juli wird Julian Nagelsmann die Nachfolge von Hansi Flick beim FC Bayern antreten. Seinen neuen Trainer ließen sich die Münchner eine Weltrekordsumme von 25 Millionen Euro kosten. Aber auch mit Blick auf den Kader der kommenden Saison stehen dem Rekordmeister noch einige Veränderungen bevor.
Ein paar Personalien sind bereits geklärt. So steht fest, dass David Alaba die Bayern nach 13 Jahren - vermutlich in Richtung von Real Madrid - verlassen wird. Daneben wird der FCB die auslaufenden Verträge mit Jérôme Boateng und Javi Martínez nicht verlängern.
In Dayot Upamecano wurde der erste Neuzugang für die Innenverteidigung bereits vor dem Nagelsmann-Deal offiziell bestätigt. Dass der junge Franzose ausgerechnet von RB Leipzig kommt und damit seinen neuen alten Trainer schon bestens kennt, ist ein zusätzlicher Bonus. Daneben ist auch der ablösefreie Wechsel von Linksverteidiger-Backup Omar Richards laut "Kicker" in trockenen Tüchern.
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Ab sofort dürfte Nagelsmann aber bei den kommenden Personalentscheidungen ein Mitspracherecht haben. In der Gerüchteküche kursieren deshalb schon einige Namen. Eurosport.de ordnet ein, wer zu den Nagelsmann-Bayern passen würde.

Nagelsmann bei Bayern: Bedingungsloses Pressing und weniger Konteranfälligkeit

Zunächst muss sich der Blick auf die Taktik der Bayern in der kommenden Saison richten. Mit dem Wechsel von Flick zu Nagelsmann dürfte sich auch das System der Bayern in gewissem Maße verändern. Klar ist, dass der Rekordmeister weiterhin dominant und ballbesitzorientiert auftreten wird. Das ist bei einer solchen Spitzenmannschaft so nicht anders zu erwarten. Auch bei Leipzig praktizierte Nagelsmann einen ähnlichen Ballbesitzfußball (durchschnittlich 59,7 Prozent), wie es die Bayern in dieser Saison taten (60,9 Prozent).
Dabei setzte der 33-Jährige meist auf eine Dreierabwehrreihe, ließ aber je nach Gegner und Personal auch ab und zu in einer Viererkette spielen. In der Offensive agierte RB wechselweise mit Mittelstürmer, zwei Angreifern oder ohne echte Sturmspitze. In allen Varianten war aber zu erkennen, dass die Flügelstürmer oft ins Zentrum zogen und so Räume für die dahinter startenden Außenverteidiger öffneten. Die Rolle von Angeliño könnte zukünftig zum Beispiel Alphonso Davies übernehmen.
Nach Ballverlusten fordert Nagelsmann ein sofortiges Gegenpressing, um schnell wieder in Ballbesitz zu gelangen und Kontermöglichkeiten im Keim zu ersticken. Nur zwei Kontertore hat RB in dieser Saison kassiert. Im Umschaltspiel gegen den Ball zeigten sich die Bayern in dieser Spielzeit dagegen sehr anfällig und könnten daher von ihrem neuen Trainer profitieren.

Nagelsmann beteuert: Wechsel zu Bayern "war nicht geplant"

Anhand dieses groben taktischen Fahrplans wird Nagelsmann sein Teamgerüst bauen. Viele der aktuellen Spieler passen schon zu den Spielideen des jungen Coaches. Trotzdem werden sich die Bayern allein wegen der fixen Abgänge noch verstärken müssen. Laut "Sport Bild" sind die finanziellen Möglichkeiten dabei aber begrenzt, was daran liegt, dass sich die Bayern-Bosse einen selbstauferlegten Sparplan verordnet haben.

Abwehr: Bayern auf der Suche nach einem offensivstarken Rechtsverteidiger

Was Davies und wahlweise Lucas Hernández auf der linken Seite sind, sind nach aktuellem Stand Benjamin Pavard und Bouna Sarr auf der rechten. Hier wird schon das erste Problem offensichtlich: Pavard konnte über weite Strecken nicht an die starke Vorsaison anknüpfen, ohnehin ist er im Spiel nach vorne limitiert. Sommerneuzugang Sarr überzeugte indes überhaupt nicht und dürfte die Münchner bei einem passenden Angebot wieder verlassen.
Als Upgrade stand daher zuletzt der Name Achraf Hakimi im Raum. Wie unter anderem "Sport1" berichtete, sollen die Münchner Interesse am Inter-Verteidiger zeigen und sogar bereit sein, 45 Millionen Euro in die Hand zu nehmen.
Der Berater des Marokkaners, Alejandro Camaño, zeigte sich dieser Idee gegenüber durchaus offen und sagte der "AZ": "Der FC Bayern ist einer der besten Vereine der Welt. Wenn sie jemanden suchen, muss der Spieler der Beste auf seiner Position sein – und Achraf ist der Beste auf seiner Position." Gerade offensiv wäre Hakimi ein klares Upgrade, seine defensiven Schwächen könnten zudem in einer Dreier- bzw. Fünferkette besser aufgefangen werden.
Auch Lucas Vázquez, dessen Vertrag bei Real Madrid im Sommer ausläuft, wurde für diese Position gehandelt. Allerdings schien sich die Spur zum 29-Jährigen zuletzt nicht mehr zu verdichten. Spanische Medien berichteten, dass Vazquez‘ erste Option ohnehin eine Verlängerung bei den Königlichen sei. Ähnlich dazu fiel in den vergangenen Monaten auch häufig der Name des offensivstarken Max Aarons vom kommenden Premier-League-Aufsteiger Norwich City. Berichten der "Bild" zufolge soll das Münchner Interesse aber abgeklungen sein.
Im Zentrum kann neben Neuzugang Upamecano auch Tanguy Nianzou praktisch wie ein Neuzugang behandelt werden. Der Franzose verpasste seine Debüt-Saison zu großen Teilen aufgrund diverser Verletzungen. In München verspricht man sich vom Ex-PSG-Talent aber einiges.

Ab Sommer Teamkollegen? Achraf Hakimi wird beim FC Bayern gehandelt

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Mittelfeld: Top-Transfer von Tolisso-Zukunft abhängig

Auch im Mittelfeld könnte es im Sommer zu Veränderungen kommen. Corentin Tolisso konnte sich in seinen vier Jahren in München nie nachhaltig in die Stammformation spielen. Gerade in Anbetracht teurer Neuzugänge könnte Sportvorstand Hasan Salihamidzic den Weltmeister von 2018 zu Geld machen. Florian Neuhaus, der als möglicher Transfer gehandelt wurde, wird nach aktuellen "Bild"-Informationen noch mindestens eine Saison in Gladbach bleiben. Ohnehin wäre unklar gewesen, ob die Bayern die 40 Millionen Euro teure Ausstiegsklausel gezogen hätten, da Neuhaus zunächst wohl nur als Backup hinter Joshua Kimmich und Leon Goretzka fungiert hätte.

Nagelsmann erklärt sich: So liefen die Gespräche mit den Bayern

Um Supertalent Eduardo Camavinga rankten sich in den letzten Wochen ebenfalls Gerüchte. Der 18-Jährige soll im Sommer bereit sein, den Sprung von Stade Rennes zu einem Spitzenverein zu wagen, was so ziemlich alle europäischen Topklubs auf den Plan gerufen hat. Neben Real Madrid werden dem FC Bayern dabei aber die besten Chancen zugesagt. Laut "France Football" bemüht sich Salihamidzic intensiv um die Dienste Camavingas und führte bereits erste Gespräche. Im Gegensatz zu Neuhaus wären die kolportierten 50 Millionen Euro Ablöse angesichts des Potentials des Franzosen wohl nicht zu hoch gegriffen, für die Bayern aber dennoch nicht ohne Weiteres realisierbar.
Eine günstigere Lösung wäre daher Julian Draxler. Der Nationalspieler besitzt einen auslaufenden Vertrag bei Paris Saint-Germain und wäre im Sommer ablösefrei zu haben. Nach Informationen von "Fußball-Transfers" hat sein Management Kontakt zu den Bayern-Bossen aufgenommen, um die Möglichkeit eines Engagements zu prüfen. Der Vorteil an Draxler wäre, dass er nicht nur im Zentrum, sondern auch auf den Flügeln agieren kann. Dort wird eine von vier Positionen frei, sobald die Leihe von Douglas Costa mit Saisonende ausläuft.

Der Vertrag von Julian Draxler bei Paris Saint-Germain läuft im Sommer aus

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Deshalb könnten sich die Münchner auch noch nach einem weiteren Flügelspieler umsehen. Denkbar ist die Verpflichtung eines jungen Talents, das sich hinter Serge Gnabry, Kingsley Coman und Leroy Sané entwickeln und seine Einsatzzeiten bekommen kann.

Sturm: Keine Alternative zu Lewandowski

Mit Blick auf die Sturmspitze beten die Bayern weiterhin dafür, dass Robert Lewandowski weitestgehend verletzungsfrei durch eine Saison kommt. Eine gleichwertige Alternative für den Polen gibt es nicht, auch wenn Eric-Maxim Choupo-Moting seine Sache zuletzt gut machte und sich damit für eine Vertragsverlängerung über den Sommer hinaus empfahl.
Daneben hat der Rekordmeister laut "Tuttosport" ein Auge auf Giacomo Raspadori von US Sassuolo geworfen, was aber bisher nicht mehr als ein Gerücht ist. Dass die Bayern ein Sturmtalent im Schatten von Lewandowski ausprobieren wollen, ist sinnvoll. Auch Joshua Zirkzee könnte sich nach seiner eher enttäuschenden Leihe nach Parma wieder um diese Position bemühen.

Bleibt Eric-Maxim Choupo-Moting der Backup von Robert Lewandowski?

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Zahlen und Rekorde zu Nagelsmann: Das ist der neue Bayern-Coach

Nagelsmann: Mehr Breite und Talente für den Bayern-Kader

Insgesamt steht dem FC Bayern damit ein abwechslungsreicher Sommer bevor. Der Kern der Mannschaft steht, trotzdem sollten auf der einen oder anderen Position noch Verstärkungen hinzukommen. Das betrifft insbesondere die Breite des Kaders, die auch schon Flick in dieser Saison des Öfteren bemängelte und laut "Sport Bild" auch von Nagelsmann als Schwachpunkt genannt wurde.
Bei seinen bisherigen Stationen in Hoffenheim und Leipzig hatte Nagelsmann stets einen jungen, entwicklungsfähigen Kader. Deshalb erscheint es logisch, dass die Münchner gerade in diese Hinsicht noch tätig werden.
Der Rekordmeister hat theoretisch die finanziellen Mittel, um die nötigen Transfers zu tätigen. Dennoch wird man in Zeiten der Corona-Pandemie darauf bedacht sein, nicht mit Geld um sich zu werfen. Verkäufe von Tolisso, Sarr oder auch Leih-Rückkehrer Mickael Cuisance sind deswegen denkbar.
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