Er ist noch immer der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte. Astronomische 80 Millionen Euro überwies der FC Bayern München im Sommer 2019, um Lucas Hernández von Atlético Madrid loszueisen.
Mehr als 20 Monate sind seitdem vergangen. Und dennoch gelang es dem Franzosen bis heute nicht, sich dauerhaft als Stammspieler zu etablieren. Ob sich daran zeitnah etwas ändern wird?
Beim 3:1-Auswärtssieg gegen den SV Werder Bremen stand der 25-Jährige zumindest wieder in der Startelf, nachdem er in den vorherigen drei Bundesligaspielen lediglich als Einwechselspieler gebracht wurde.
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Grund für sein Einsatz von Anfang an war vorwiegend der Ausfall von David Alaba, der wegen einer Muskelverletzung nicht mit nach Bremen gereist war.

Thomas Müller (l.) und Lucas Hernández (3.v.l.) sind Schlüsselspieler beim FC Bayern

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Lob von Flick: "Lucas hat ein sehr gutes Spiel gemacht"

Hernández präsentierte sich in einer guten Verfassung, blieb ohne größeren Fehler, gewann ordentliche 64 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte eine Passquote von 91 Prozent.
Dafür gab es ein Kompliment von Trainer Hansi Flick: "Lucas hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht, war sehr aufmerksam gegen den Ball, hat auch mit Ball gute Szenen gehabt."
Lobende Worte galten auch der gesamten Hintermannschaft. "Unsere Viererkette und die gesamte Mannschaft im Defensivverbund haben sehr gut gespielt“, so Flick. "Beide Innenverteidiger waren sehr wach. Daher war das Spiel ungefährdet für uns. Wir haben kaum Chancen zugelassen.“

Hernández hatte einen schweren Start bei Bayern

Insgesamt verliefen die vergangenen beiden Jahre für Hernández aber unglücklich. Schuld daran war nicht immer der Spieler selbst. Als er 2019 nach München kam, hatte er noch mit den Folgen einer schweren Innenbandverletzung zu kämpfen.
Bereits im Oktober 2019 folgte die nächste schwere Verletzung: Wegen eines Innenbandrisses am Sprunggelenk konnte er dreieinhalb Monate nicht am Spielbetrieb teilnehmen.
Seine häufigen Positionswechsel trugen ebenfalls nicht zur Stabilisierung bei. Der Weltmeister von 2018 ist zwar dazu in der Lage, als Linksverteidiger und auch als Innenverteidiger auf höchstem Niveau zu agieren. Ereignen sich die Positionswechsel allerdings zu oft, entstehen im Zusammenspiel mit den Nebenleuten keine Automatismen.

Lucas Hernández vom FC Bayern München

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Flick schwärmt von Hernández' Mentalität

An der richtigen Einstellung mangelt es Hernández hingegen nicht, wie Flick klarstellt: "Der Lucas ist ein absoluter Profi, er hat eine wahnsinnige Mentalität. Natürlich sind wir der FC Bayern München. Und wir haben auf den Positionen auch viele Top-Spieler. Aber trotzdem ist er einer, der in jedem Training absolut fokussiert ist und mit seiner Art auch die Mannschaft immer mitnimmt. Es ist einfach klasse, so einen Spieler zu haben.“
Innerhalb der Mannschaft scheint er ohnehin großen Respekt zu genießen. Thomas Müller wandte sich am vergangenen Wochenende nach dem 4:2 gegen Borussia Dortmund per instagram an den Franzosen und schrieb: "Was du jedes Mal für uns tust, wenn du ins Spiel kommst, ist besonders."
Zu der gelobten Mentalität von Hernández passt auch, dass er am Tage nach dem Spiel in Dortmund gemeinsam mit Benjamin Pavard ein zusätzliches Training einlegte, obwohl die Mannschaft eigentlich frei gehabt hätte.
Möglicherweise ist er besonders motiviert, weil er weiß, dass sich zur kommenden Saison seine Perspektive schlagartig verbessern könnte. Der Abgang von David Alaba ist sicher, der Verbleib von Jérôme Boateng aufgrund des auslaufenden Vertrages zumindest fraglich.
Selbst Niklas Süle, dessen Vertrag bis Sommer 2022 läuft, ist in München nicht mehr unantastbar. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärte bereits, man würde den Vertrag mit dem deutschen Nationalspieler nur "zu gewissen Konditionen" verlängern.

Die Zukunft der Bayern-Abwehr könnte französisch sein

In Dayot Upamecano von RB Leipzig hat der FC Bayern für die kommende Saison zwar einen Top-Spieler für die Innenverteidigung verpflichtet. Hernández, der noch bis Sommer 2024 in München unter Vertrag steht, könnte sich aber als Nebenmann empfehlen.
Zumal Upamecano, Hernández und Rechtsverteidiger Benjamin Pavard auch in der Nationalmannschaft Teamkollegen sind.
Möglicherweise kommt also bald der Zeitpunkt, an dem Hernández den hohen Erwartungen als teuerster Spieler der Bundesliga-Geschichte doch noch gerecht wird.
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