Acht Mal in Folge geriet der FC Bayern in der Bundesliga zuletzt in Rückstand. Die instabile Defensive des Triple-Siegers war auch Thema auf der Pressekonferenz mit Bayern-Trainer Hans-Dieter Flick.
"Da kann man über Vieles reden. Fakt ist, dass uns die Rückstände nicht gefallen", stellte der 55-Jährige fest und suchte nach Gründen für die regelmäßig verschlafenen Anfangsphasen. "Wir haben es ganz klar angesprochen und wollen mit einer anderen Haltung und Dynamik ins Spiel gehen. Wir wollen in den Zweikämpfen präsenter sein und gegen den Ball den Meter mehr machen, der wichtig ist. Wir dürfen nicht nur hinten auf Manu (Neuer, Anm. d. Red) hoffen."
Es wird den Trainer freuen, dass sich mit Niklas Süle der eigentliche Abwehrchef langsam aber stetig seiner Topform nähert. Dort angekommen, gehört der Nationalspieler zweifelsohne zu den besten Innenverteidigern nicht nur der Bundesliga.
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Zuletzt zeigte der 25-Jährige aufsteigende Form - traf gegen den FSV Mainz 05 (5:2) sogar nach seiner Einwechslung. Beim FC Bayern hofft man nun, dass mit einem stabileren Süle die alte Defensivstärke zurückkehren könnte.

Süles langer Weg zurück

Von seinem Kreuzbandriss aus der Vorsaison ist der ehemalige Hoffenheimer längst genesen. Schon zum Champions-League-Finalturnier in Lissabon gehörte Süle wieder zur Mannschaft - einzig Form und Fitness ließen zuletzt stutzen.
Im November strich Flick den Verteidiger sogar aus dem Kader, damit dieser an seiner Physis arbeiten könne. Auch unter Niko Kovac hatte Süle hier und da ein paar Kilos zu viel auf den Rippen, was ihn aber nicht daran hinderte, eine enorme Grundschnelligkeit auf den Rasen zu bringen.

Die Bayern-Spieler Niklas Süle (l.) und Douglas Costa klatschen sich ab

Fotocredit: Getty Images

"Ich bin zufrieden mit der Entwicklung von Niklas", erklärte Flick dann Mitte Dezember und deutete damit an, den Nationalverteidiger bald wieder einzusetzen. In den Wochen vor Weihnachten brachte Flick seinen Abwehrmann zwei Mal von Beginn an - allerdings spielte Süle gegen Wolfsburg (2:1) und in Leverkusen (2:1) auf der für ihn ungewohnten Rechtsverteidigerposition und ersetzte dort den schwächelnden Benjamin Pavard.
Eine Variante, auf die Flick auch in Gladbach setzen könnte.

Süle weiterhin erste Alternative für Pavard?

Denn der angestammte Rechtsverteidiger Pavard befindet sich nach wie vor im Formtief. "Ihm fehlt aktuell die Bereitschaft, die Linie rauf und runter zu marschieren, vielleicht ist er nicht ganz bei 100 Prozent", sagte Flick auf der Pressekonferenz am Donnerstag und führte aus: "Die Trainingseinheiten fehlen eben auch. Er bekommt wie jeder andere auch alle Unterstützung. Er wird aus diesem Tal wieder rauskommen, das ist auch unsere Aufgabe als Trainerteam."
Aussagen, die darauf hindeuten, dass der Franzose auch gegen Gladbach nicht in der Startelf stehen wird. Als erster Ersatz käme dann wohl wieder Süle infrage, denn Joshua Kimmich, der für diese wohl am besten geeignet wäre, sie selber über einen langen Zeitraum bekleidete, wird gegen Gladbach in der Zentrale gebraucht.

FC Bayern München | Joshua Kimmich (l.) jubelt mit Niklas Süle

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"Joshua wird auf der Sechs spielen", machte Flick unmissverständlich deutlich.

Süle soll die gewohnte Stabilität zurückbringen

Seinen Job auf der rechten Abwehrseite verrichtete Süle zuverlässig und ohne Probleme. Gegen Mainz 05 (5:2) am vergangenen Spieltag durfte er in der zweiten Halbzeit in der Innenverteidigung ran, traf zur 3:2-Führung und gewann alle seine Zweikämpfe - egal ob in der Luft oder am Boden.
Süles gute Form lässt die Bayern hoffen. Der einstige Abwehrchef, vor dem unter anderem ein Mats Hummels flüchtete, soll auf Dauer die gewohnte defensive Stabilität zurückbringen. Zuletzt wirkte der Rekordmeister gegen den Ball fragil, überspielt, seltsam schüchtern. Acht Mal in Folge gerieten die Münchner in der Liga in Rückstand - das gab es so nur unter Jürgen Klinsmann 2008/2009.
"Wir vermissen einige Aktionen, da müssen wir besser agieren", analysiert Flick, weiß aber gleichzeitig auch: "Die Mannschaft hat Qualität und das hat sie gegen Mainz auch wieder gezeigt. Für alle ist es besser, wenn man zu Null spielen würde. Das wäre besser für die Verfassung im Spielverlauf - auch für alle die drumherum arbeiten."
Mit einem fitten und formstarken Süle steigen sie Chancen auf eine weiße Weste in jedem Fall. Nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher, darf der 25-Jährige dann auch bald wieder im Abwehrzentrum ran.
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