Fünf Titel brachte das Jahr 2020. Es war eines der erfolgreichsten in der langen Vereinsgeschichte des FC Bayern München.
Ebenso titelreich wie unverhofft kam es daher. Denn exakt vor einem Jahr hätten selbst die kühnsten Optimisten an der Säbener Straße nicht mit einer solch grandiosen Ausbeute des Teams von Hans-Dieter Flick gerechnet.
365 Tage später startet der Rekordmeister ins Jahr 2021. Ein Jahr, das seinem Vorgänger in nichts nachstehen soll. Die Vorzeichen sind gut: Die Bayern sind Bundesliga-Tabellenführer und mischen auch sonst überall vorne mit.
Bundesliga
"Es geht immer weiter": FC Bayern nimmt 2021 ins Visier
29/12/2020 AM 12:38
"Wir sind in allen drei Wettbewerben gut dabei", erklärte Kapitän Manuel Neuer in der "AZ". Und weiter: "Wir wollen natürlich an die Erfolge anknüpfen, im Februar die Klub-WM als Abschluss unseres Erfolgsjahres 2020 gewinnen und am Ende einer sehr schwierigen Saison wieder mit zählbaren Erfolgen aufwarten."
"Es geht immer weiter", sagte Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge vor dem Jahresabschluss und betonte selbstbewusst: "Wir sind jetzt in allen Bereichen weltweit die Nummer eins, und diese Position wollen wir verteidigen und ausbauen. Unsere Spieler werden nicht lockerlassen."
Um die hohen Ziele zu erreichen, sind einige Spieler aber besonders gefordert. Wir schauen auf die Bayern-Stars unter dem Brennglas.

Pavard im Halbfinale möglicherweise wieder dabei

Fotocredit: SID

Benjamin Pavard: Kommt die Form zurück?

Egal gegen wen und wann, wenn Bayern in den vergangenen Monaten spielte, war der Franzose eigentlich immer in der Startelf. Hinten rechts gehörte er schlicht und ergreifend dazu. Auch weil er gut spielte. Das allerdings stellte Pavard im Laufe der Hinrunde immer mehr ein. Sein Formtief war irgendwann nicht mehr zu übersehen und Coach Flick zum Handeln gezwungen.
Also nahm er den 24-Jährigen für die letzten beiden Partien vor Weihnachten gegen Wolfsburg und Leverkusen aus der Mannschaft. Beide Spiele verbrachte der Weltmeister 90 Minuten lang auf der Bank. Für ihn lief (der eigentliche) Innenverteidiger Niklas Süle recht hinten auf. Zwei Siege sprangen heraus.
Um seinen Stammplatz zurückzuerobern, wird Pavard an seiner Fitness schrauben müssen. Denn die scheint das Problem zu sein. Kaum Dribblings nach vorne, viele Stellungsfehler und langsame Umschaltbewegungen ließen die rechte Bayern-Seite deutlich qualitätsärmer erscheinen als noch in der Triple-Saison.
Ergo: Der Ex-Stuttgarter muss eine Schippe drauflegen.

David Alaba

Fotocredit: Getty Images

David Alaba: Vollgas bis zum Schluss?

Neun Tage lang war die kurze Winterpause. Doch selbst in diesen - eigentlich zur Besinnlichkeit einladenden - Tagen war es alles andere als still um den Österreicher.
Seit der FC Bayern das Vertragsangebot zu Saisonbeginn öffentlichkeitswirksam zurückzog, ranken sich immer neue Gerüchte darum, wer den Innenverteidiger ab kommendem Sommer bezahlen darf. Derzeit scheint Real Madrid die besten Karten zu haben.
Fakt ist: Der Vertrag des Österreichers läuft im Juni aus. Die Verhandlungen mit den Münchnern scheinen festgefahren.
Schnelle Gewissheit - in welche Richtung auch immer - wäre wünschenswert. Denn zuletzt litt Alabas Leistung etwas. Bayern braucht ihn aber in Höchstform.

DOuglas Costa vom FC Bayern im Duell mit Ondrej Duda vom 1. FC Köln

Fotocredit: Imago

Die späten Neuzugänge: Wer macht sich unverzichtbar?

Vier Spieler holte der Rekordmeister noch kurz vor Ende der Sommertransferphase. Sie sollten Löcher stopfen und die Startelf entlasten.
Das klappte mal mehr und mal weniger gut. Deutlich wurde aber: Weder Douglas Costa, Eric Maxim Choupo-Moting, Marc Roca oder Bourna Sarr bewegen sich in der Nähe der Stammelf, obwohl alle schon von Beginn an spielten.
Allen fiel die Umstellung auf Bayern-Fußball schwer, sie offenbarten Nachholbedarf hinsichtlich ihres Spielverständnisses und ihrer Fitness. Hier gilt es aufzuholen, um den Druck zu erhöhen und Flick Alternativen zu bieten.
Besonders von Costa muss mehr kommen. Der Flügelstürmer konnte seine Verpflichtung bislang in keinster Weise rechtfertigen. Ein Tor und drei Vorlagen in 16 Einsätzen müssen gesteigert werden.
Tanguy Nianzou wartet dagegen nach zwei Oberschenkelverletzungen noch auf den Durchbruch bei Bayern - und wird sich auch 2021 erstmal noch verletzungsbedingt gedulden müssen.

Serge Gnabry vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Serge Gnabry & Leroy Sané: Wann zünden die Flitzer den Turbo?

Gerade zum Ende der vergangenen Triple-Saison hin war Serge Gnabry eine der tragenden Säulen in der besten Elf Europas. Nicht nur beim Finalturnier der Champions League in Lissabon zog der Nationalspieler groß auf.
Auch zuvor hatte er eine herausragende Bundesliga-Rückrunde hingelegt und so insgesamt 23 Tore und 14 Assists in 46 Einsätzen eingefahren. Auf Außen führte eigentlich kein Weg am ehemaligen Arsenal-Profi vorbei.
Im Verlaufe der kräftezehrenden Hinrunde aber baute Gnabry immer mehr ab. Seine Statistiken (19 Spiele, vier Tore, zwei Vorlagen) sind lange nicht mehr so beeindruckend. Gegen Ende wirkte er überspielt und ausgelaugt.
Der 25-Jährige gehört sicher zu den Spielern, die eine längere Winterpause hätten vertragen können. Flick wird Gnabrys Einsätze gerade zu Beginn des neuen Jahres wohl dosieren, um ihn wieder zu Höchstform zu pushen.

Leroy Sané (l.) und Hans-Dieter Flick

Fotocredit: Getty Images

Gleiches versucht der Bayern-Coach seit Wochen auch bei Sané. Bislang ohne Erfolg. Noch ist der ehemalige Schalker nicht so recht in München angekommen. Beim letzten Spiel vor Weihnachten wurde er in Leverkusen sogar ein- und dann wieder ausgewechselt.
Es sei nicht leicht, "nach einer solch schweren Verletzung wieder auf Top-Niveau zu kommen", urteilte Flick zuletzt immer wieder über Sané. Der Star-Neuzugang habe alle Zeit und das Vertrauen.
Irgendwann aber wird er eine Stütze sein müssen.
Das könnte Dich auch interessieren: Leipzig-Boss verrät: Darum wechselte Haaland nicht zu RB

Ronaldo zum Fußballer des Jahrhunderts ausgezeichnet

Bundesliga
Haaland nimmt BVB in die Pflicht: "Ab der ersten Sekunde Gas geben"
29/12/2020 AM 11:48
Bundesliga
Rummenigge: Bayern "weltweit die Nummer eins"
27/12/2020 AM 13:59