Das "WDR"-Magazins "Sport inside" hatte im August Chatverläufe publik gemacht, die einen langjährigen Jugendtrainer aufgrund eindeutig rassistischer Äußerungen gegenüber Kollegen und Nachwuchsspielern schwer belasteten.
Der Mitarbeiter des Bayern-Campus hatte zunächst deren Echtheit bestritten und behauptet, sie seien über einen Fake-Account beim Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet worden. Dennoch löste der deutsche Rekordmeister aufgrund jener Rassismus-Vorwürfe unmittelbar danach den Vertrag mit dem Beschuldigten auf.
Obwohl NLZ-Chef Sauer kein grundsätzliches Rassismus-Problem beim FC Bayern sieht, bestätigte er nach entsprechenden Untersuchungen den Wahrheitsgehalt jener Chatverläufe.
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"Der FC Bayern hat bei drei Mitarbeitern der U9- bis U15-Mannschaften arbeitsrechtliche Pflichtverletzungen ermittelt. Die rassistischen Äußerungen in der Chatgruppe gab es, keine Frage. Und sie haben uns weh getan, denn es wurde auch gegen die Werte und die Haltung des FC Bayern verstoßen", betonte der 48-Jährige.

Rassismus-Eklat: FC Bayern zieht Konsequenzen

Im Zuge jenes Eklats hat der Verein jedoch noch weitere Konsequenzen gezogen, wie Sauer erläuterte. "Wir wollen Kompetenzen und Zuständigkeiten künftig so verteilen, dass die Entscheidungskraft auf mehreren Schultern liegt", sagte der Leiter des Bayern-Campus und führte aus:
"Wir wollen unsere Wertevermittlung noch gezielter auf Trainer, Staff, Mitarbeiter ausdehnen, obwohl wir bereits zahlreiche Präventionsmaßnahmen durchführen zu Diskriminierung/Rassismus oder zur Spielsucht. Außerdem wollen wir eine Anlaufstelle für soziale Themen schaffen."
Der anonyme Vorwurf, dass die Nachwuchskicker des FC Bayern von dem besagten Übungsleiter sadistische Trainingsmethoden aushalten mussten und darüber hinaus gemobbt wurden, bewahrheitete sich laut Sauer indes nicht.
"Man muss ganz klar festhalten, dass sich diese Vorwürfe nach den Untersuchungen nicht bestätigt haben. Wenn Eltern in der Vergangenheit auf uns zugekommen sind und gesagt haben, mein Sohn wird ungerecht behandelt, sind wir dem natürlich nachgegangen", verdeutlichte Sauer.

FC Bayern: Sauer fordert Zivilcourage

Der ehemalige Geschäftsführer von Red Bull Salzburg rief außerdem zu mehr Zivilcourage auf, um derartige Vorfälle frühzeitig einzudämmen.
"Das habe ich mich oft gefragt: Warum ist keiner aus der Gruppe zu einem direkten Vorgesetzten oder zur Campus-Leitung gegangen? Wir haben mit allen, die passiv geblieben sind, ernste Gespräche geführt, sehr ernste Gespräche", kritisierte Sauer. Und meinte weiter:
"Von meiner Seite gibt es die klare Erwartungshaltung, dass das in Zukunft in Einklang mit unseren Werten anders gehandhabt wird. Eine Unterlassung in so einem Kontext sollte nicht wieder vorkommen."
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