Der FC Bayern München verfasste den klaren Plan, die Tabellenführung auf sieben Punkte auszubauen – nachdem fast die gesamte Konkurrenz patzte. Gegen den Tabellenletzten Schalke waren drei Punkte Pflicht. FCB-Trainer Hansi Flick stellte seine Mannschaft etwas um, Leroy Sané begann gegen seinen Ex-Klub für Kingsley Coman, Niklas Süle übernahm die rechte Abwehrseite für Benjamin Pavard.
Die Königsblauen wussten um ihre spielerische Unterlegenheit, versuchten allerdings über hohe Zweikampfintensität, selbstbewusstes Pass- und schnelles Vertikalspiel in die Partie zu kommen. Verzichten musste Cheftrainer Christian Gross auf Sead Kolasinac und Klaas-Jan Huntelaar.
Das Spiel begann mit einem überraschend offenen Schlagabtausch mit guten Chancen auf beiden Seiten. Robert Lewandowski scheiterte in der 7. Minute per Kopf aus elf Metern, vier Minuten später hatte Mark Uth auf der Gegenseite die Großchance zur Führung, seinen Kopfball aus sechs Metern hielt Manuel Neuer jedoch mit einer Weltklasse-Tat.
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In der Folge nahm der Druck der Münchner zu, immer wieder versuchten es die Gäste mit hohen Bällen aus den Halbräumen in den Strafraum. In der 33. Minute bekam Joshua Kimmich keinen Gegnerdruck, flankte aus dem rechten Halbfeld perfekt auf den zweiten Pfosten und fand dort Thomas Müller, der aus kurzer Distanz zur verdienten Führung einköpfte.
Im zweiten Durchgang versuchten die Schalker erneut mit selbstbewusstem Spiel zum Erfolg zu kommen, Matija Nastasic hatte in der 52. Minute nach einer Ecke von der rechten Seite von Amine Harit per Kopf die Chance zum Ausgleich, köpfte die Kugel jedoch aus elf Metern knapp rechts am Tor vorbei.
Die Münchner antworteten in der 54. Minute mit dem 2:0. Kimmich spielte einen starken langen Ball aus der eigenen Hälfte in die Spitze auf Lewandowski, der die Kugel perfekt annahm, sich gegen Ozan Kabak durchsetzte und flach gegen Ralf Fährmann einnetzte. Es war das achte Bundesliga-Spiel in Folge, in dem Lewandowski mindestens ein Tor schoss und die elfte Partie in Folge, in dem der Pole gegen Schalke traf. Ein doppelter Rekord.
Kurz vor Schluss machten die Münchner mit einem Doppelschlag alles klar. Zunächst traf Müller nach einer Freistoßhereingabe von Kimmich per Kopf aus sechs Metern (88.), kurz darauf unterlief dem ansonsten überragenden Ralf Fährmann ein dicker Fehler. Der Keeper konnte einen zentralen Schuss von David Alaba aus 25 Metern nicht abwehren (90.).

So viele Tore wie noch nie! Bayern auf Rekordjagd

Die Stimmen:

Christian Gross (Trainer Schalke 04): "Wir haben einige Sachen sehr gut gemacht, aber einige natürlich sehr schlecht. Bei den Gegentoren haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht, das gilt es ganz, ganz schnell abzustellen. Das Spiel hat einen Fortschritt gezeigt, wir waren ganz gut, aber nicht gut genug."

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Hans-Dieter Flick (Trainer FC Bayern München): "Ich war nicht ganz zufrieden. Klar, wir haben vier Tore geschossen, aber ich habe auch gesehen, dass wir das eine oder andere bei Ballbesitz besser machen können. Wir spielen manchmal zu viel Risiko, manchmal zu langsam. Es gibt Ballverluste, die wir vermeiden können. In der Defensive haben wir das eine oder andere zugelassen. Trotzdem bin ich zufrieden mit den neun Punkten, die wir in einer Woche geholt haben. Wir haben an diesem Spieltag die Vorlage, die die Konkurrenz gegeben hat, genutzt."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Tatsächlich läuft es bisher vor dem Tor ganz gut. Auch in der ersten Halbzeit haben wir das Tor teilweise schon belagert, haben auch ein paar Aktionen gehabt, die wirklich gut herausgespielt waren, aber die letzte Aktion gefehlt hat. Es war auch so ein Spiel, manchmal mit ein paar Nachlässigkeiten - Schalke hatte am Anfang eine super Chance, aber insgesamt hat man schon gemerkt, dass wenn wir das Tempo anziehen, wenn wir konzentriert unsere Ballstafetten durchziehen, konnten wir uns immer wieder in gute Abschlusssituationen bringen. Es waren schon Big Points in dieser Woche."
Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "Es ist nicht so richtig glaubwürdig, wenn man vier Gegentore bekommt, aber ich denke, zwei hätten wir uns verdient, zwei haben wir zu viel bekommen. Trotzdem hätten wir uns auch belohnen können. Unter dem Strich muss man sagen, es ist Bayern München gegen die wir gespielt haben. Bei uns kommen die wichtigen Spiele - wie jetzt das nächste gegen Bremen."
Manuel Neuer (FC Bayern München): "Spielerisch war nicht ganz so viel möglich, wenn ich auf den Rasen schaue, aber ich glaube, die erste Halbzeit war schon gut gewesen von uns - genau wie gegen Augsburg. Leider haben wir nur 1:0 geführt. Gegen Augsburg war es etwas schwerer, hier haben wir nachlegen können."

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Der Tweet zum Spiel:

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Das fiel auf: Baustelle

Einmal mehr lief der etatmäßige Innenverteidiger Süle auf der rechten Abwehrseite auf, Pavard saß nur auf der Bank, Sommer-Neuzugang Bouna Sarr stand erst gar nicht im Kader – ebenfalls einmal mehr. Diese Konstellation zeigt, dass das Trainerteam mit den Leistungen der etatmäßigen Außenverteidiger nicht vollends zufrieden ist. FCB-Coach Flick versuchte vor der Partie zwar den Druck aus der Personaldebatte zu nehmen, versicherte, zufrieden zu sein mit den jüngsten Entwicklungen Pavards: "Ich habe ihn intern gelobt und wir sehen das nicht so kritisch." Momente später bestätigte Flick jedoch auch: "Ich bin Freund davon, dass die beste Elf spielt."
Es ist verständlich, dass Flick versucht, keine Diskussionen aufkommen zu lassen, doch es ist offensichtlich, dass die Münchner ein Problem haben auf der rechten Abwehrseite. Die erste Option spielt unverzichtbar im zentralen Mittelfeld – Joshua Kimmich, die zweite Option weiß in dieser Saison noch nicht zu überzeugen – Pavard. Die dritte Option ist der gelernte Innenverteidiger Süle, der sich zwar bemüht, jedoch nicht um die nötigen Offensivqualitäten verfügt, um einen Außenverteidiger auf Bayern-Niveau zu mimen. Sportdirekter Hasan Salihamidžić versicherte vor dem Spiel einmal mehr, keine Wintertransfers zu tätigen und so liegt es vor allem an den etatmäßigen Außenverteidigern, ihre Form und Qualitäten zu finden.

Die Statistik: 197

Neuer feierte durch das 2:0 gegen den FC Schalke 04 einen neuen Bundesliga-Rekord. Er spielte zum 197. Mal zu Null und löste damit Legende Oliver Kahn (196) im Ranking ab.
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