Weißes Hemd, dunkelblaues Sakko und den Scheitel akkurat gelegt: Peter Knäbel gab sich bei seiner Präsentation als neuer Sportvorstand von Schalke 04 äußerst seriös und tatkräftig. Auch die Tatsache, dass er wohl nicht die Wunschlösung beim kriselnden Bundesligisten war, störte den 54-Jährigen nicht.
"Für mich ist das überhaupt kein Problem", sagte Knäbel zur Tatsache, dass er erst nach den Absagen von Ralf Rangnick, Rouven Schröder und Markus Krösche ernannt wurde. "Ich habe angefangen zu helfen, habe gearbeitet und das habe ich auch weiterhin vor", betonte der neue Sport-Chef.
Seit Ende Februar war der Ex-Profi bereits kommissarisch in dem Amt tätig, zunächst ohne Hintergedanken, den Job langfristig zu übernehmen. Dann habe sich die Lage geändert, gab Knäbel zu.
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Er sei froh, dass ihn Identifikationsfiguren wie Mathias Schober, Norbert Elgert, Gerald Asamoah und Mike Büskens unterstützen. "Wir werden die Schalker Zukunft mit Schalkern für Schalker gestalten", versprach Knäbel.

Knäbel schwört Schalke auf "Long-Distance-Run" ein

Aufsichtsratschef Jens Buchta zeigte sich erleichtert, dass man "in dieser schwierigen Situation" eine Lösung gefunden habe. Knäbels strukturelles Denken, seine ersten Aktivitäten wie der Transfer von Danny Latza sowie seine sofortige Bereitschaft seien ausschlaggebend gewesen, dass man die Suche nach einem Sport-Vorstand wie geplant bis Ende März abschließen konnte.
Knäbel räumte ein, dass der Abstieg aus der Bundesliga als abgeschlagenes Schlusslicht wohl kaum zu vermeiden sei. "Natürlich gehen wir nicht blauäugig in die Zukunft und studieren die zweite Liga sehr intensiv", gab er zu. Der neue Sport-Vorstand sprach von einem "Long-Distance-Run", ohne den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel auszurufen. "Ich glaube aber, wir sind verpflichtet, den Anspruch zu haben", meinte der neue starke Mann: "Schalke mit seiner Größe, Tradition und mit seinen Fans gehört in die Bundesliga."
In Ruhe will der Sport-Vorstand nun die Personalie des gesuchten Sport-Direktors prüfen. Auch der Kader für die neue Saison soll bald Konturen annehmen. Im Gespräch war zuletzt auch eine Verpflichtung von Zweitliga-Spezialist Simon Terodde. "Die Task-Force-Kaderplanung tagt wöchentlich zweimal", sagte Knäbel: "Wir sehen uns gut aufgestellt."

Auch bei Abstieg: Gazprom bleibt Schalke treu

Zuvor hatte es in der vergangenen Woche erste positive Signale in finanzieller Hinsicht von wichtigen Partnern gegeben. Sowohl Hauptsponsor Gazprom als auch Arena-Sponsor Veltins hatten erklärt, dass sie dem mit 240 Millionen Euro Schulden belasteten Traditionsklub auch im Falle des Abstiegs in die 2. Liga die Treue halten.
Bei zwölf Punkten Rückstand auf den Vorletzten Arminia Bielefeld nach 26 Spieltagen ist dies kaum noch zu vermeiden, am Samstag sind die Königsblauen zu Gast bei Bayer Leverkusen (15:30 Uhr im Liveticker).
Aufsichtsratschef Buchta wollte zur Vertragslaufzeit von Knäbel keine Auskunft geben, appellierte nach den schweren Wochen mit Intrigen und Querelen aber um mehr Fair-Play im Verein. "Wenn man E-Mails und SMSen bekommt, die bis zur körperlichen Bedrohung gehen, auch der eigenen Familie, dann ist ein Punkt erreicht, an dem man sagen muss, wir müssen alle mal ein Stück zurücktreten", sagte Buchta.
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(SID)

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