Die größte Gefahr im Bremer Weserstadion drohte Hansi Flick und Thomas Müller an den Mikrofonen. Der Chefcoach vom FC Bayern München und sein überragender Weltmeister schüttelten die Fragen zum sensiblen Thema Bundestrainer-Suche aber mit der gleichen Souveränität ab, die der Titelfavorit beim lockeren 3:1 (2:0) gegen Lieblingsgegner Werder Bremen bewies - inklusive eines historischen Treffers von Robert Lewandowski.
"Ich habe alles dazu gesagt, ich habe einen Vertrag bis 2023", betonte Flick und vermied mit diplomatischen Tönen bei "Sky" einmal mehr eine kategorische Absage an den Deutschen Fußball-Bund (DFB).
Dass die Diskussionen über die Nachfolge von Joachim Löw den FC Bayern in der entscheidenden Saisonphase begleiten, nimmt der 56 Jahre alte Erfolgstrainer offenbar in Kauf. Doch sein Team zeigte sich unbeeindruckt und hielt mit einer konzentrierten Vorstellung den Druck auf den ersten Verfolger RB Leipzig hoch.
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"Es war ein ungefährdeter und mehr als verdienter Sieg, der höher hätte ausfallen können", sagte Flick, der nach dem Abpfiff seine Kapuze über den Kopf zog und seine Profis im Regen ausgiebig herzte. Vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch gegen Lazio Rom (Hinspiel: 4:1) konnte er in der Schlussphase noch Stammkräfte wie Lewandowski schonen, der zuvor seine Pflicht wie gewohnt erledigt hatte.

FC Bayern München: Lewandowski schnappt Fischer

Nach den Treffern von Leon Goretzka (22.) und des Ex-Bremers Serge Gnabry (35.) traf der 32 Jahre alte Pole erst Pfosten und Latte - und dann historisch (67.). Lewandowski holte mit seinem 32. Saisontor in der Liste der Bundesliga-Rekordtorjäger Klaus Fischer auf Platz zwei ein - beide stehen bei 268 Treffern. Nach einer schwächeren ersten Hälfte war der Toptorjäger von gelben auf schwarz-rote Fußballschuhe gewechselt und lieferte dann ein Feuerwerk ab. Er traf sogar noch ein drittes Mal Aluminium.
Anschließend zeigte sich Lewandowski stolz, auf einer Stufe mit dem "legendären" Klaus Fischer zu stehen. "Ich möchte immer, dass meine Tore uns helfen, neue Titel mit dem FC Bayern zu gewinnen", sagte die Nummer neun des FCB, der nur noch acht Tore zum 40-Tore-Rekord von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 fehlen.
Auffälligster Akteur in Bremen war aber Müller, der das 1:0 mit gewohnter Einsatzfreude und das 2:0 mit technischer Brillanz vorbereitete. Der 31-Jährige steht bei 13 Assists - das ist Liga-Spitze. Und auch seine Präsenz als Führungsspieler auf dem Platz macht ihn zu einem wahrscheinlichen EM-Kandidaten nach rund anderthalb Jahren Pause.
Auf die Diskussion, wer dann nach dem Turnier im Sommer auf Löw folgen könnte, ließ sich Müller aber nicht ein. "Ich weiß, dass die Medien immer wieder um das Drumherum diskutieren, aber was uns Deutsche eigentlich interessiert, ist, dass wir im Sommer erfolgreich sind", sagte der 100-malige Nationalspieler: "Wir wollen doch bei der EM erfolgreich sein und nicht wissen, wer der Nachfolger ist."
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(SID)

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