Im ersten Spiel unter dem neuen alten Trainer Pál Dárdai musste Hertha BSC zur Mannschaft der Stunde aus Frankfurt. Im Deutsche Bank Park verkauften sich die Gäste in den Anfangsminuten allerdings teurer als so mancher Beobachter erwartet hatte, die Berliner spielten mutig nach vorne und kamen durch Lucas Tousart (10.) und Luca Netz (12.) zu ersten Abschlussmöglichkeiten.
Nach einer Viertelstunde übernahm dann allerdings immer mehr die Mannschaft von Adi Hütter die Kontrolle. Amin Younes kam gleich doppelt zum Abschluss, schlenzte aber zunächst über das Tor (14.), ehe er im Strafraum von Niklas Stark geblockt wurde (17.).
Mit zunehmender Spieldauer wurden die Offensivaktionen der Frankfurter gefährlicher, Hertha BSC konnte sich allerdings auf seinen Torwart verlassen. Rune Jarstein, von Dardai für Alexander Schwolow ins Berliner Tor beordert, zeigte bereits in der 21. Minute bei einem Flachschuss von Evan N‘Dicka sein Können.
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23/07/2021 AM 05:26
Kurz darauf glänzte der Norweger gegen Frankfurts Daichi Kamada: Nach einer Flanke von Filip Kostić setzte sich der Japaner gegen Jordan Torunarigha durch und schloss aus elf Metern flach ab, scheiterte aber am gut reagierenden Berliner Keeper (28.).
Kurz vor der Halbzeit zeichnete sich Jarstein erneut aus: André Silva schloss nach einem langen Ball aus elf Metern halbrechter Position flach ab, Herthas Torhüter parierte mit den Fingerspitzen (43.).

Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild. Frankfurt kontrollierte das Geschehen, Hertha setzte auf defensive Stabilität.
Die beste Möglichkeit bot sich den Hausherren nach einer Stunde: Younes bediente links im Strafraum Kostić, der aus elf Metern am Außenpfosten scheiterte (60.).
Wenig später bediente Makoto Hasebe Kamada im Berliner Strafraum, der im Duell mit Jarstein aber einmal mehr den Kürzeren zog (63.).
Anschließend fanden auch die Gäste zu ihrem Offensivspiel zurück. Zunächst prüfte Matheus Cunha Kevin Trapp mit einem Schlenzer aus 18 Metern (66.), ehe es Krzysztof Piątek nur Sekunden später besser machte. Der Pole wurde von Cunha im Strafraum bedient und traf an Trapp vorbei aus elf Metern halbrechter Position ins lange Eck (66.).
Die Freude der Gäste währte allerdings nicht lange an. Djibril Sow bediente auf der linken Seite Kostić, dessen mustergültige Flanke von Silva per Kopf zum 1:1 verwertet wurde (67.).
In der Schlussphase entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch. Für Hertha BSC verpassten der eingewechselte Maximilian Mittelstädt (79.) und Torschütze Piątek (80.), Frankfurt kam in Person von Kamada zum Abschluss (76.).
Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit drehten die Hausherren schließlich die Partie: Hertha konnte einen Freistoß der Eintracht nicht klären, so konnte der eingewechselte Almamy Touré von rechts an den ersten Pfosten flanken, wo der aufgerückte Martin Hinteregger per Kopf das 2:1 erzielte (85.).
In der Nachspielzeit verwandelte Silva dann auch noch einen Foulelfmeter zum 3:1-Endstand, nachdem er selbst von Cunha im Strafraum von den Beinen geholt war (90.+5).

Die Stimmen:

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): "Es war eine heiße Partie. Es ist schön hin und hergegangen und wir haben wieder einmal gewonnen. Das ist natürlich schön für uns. Sicher sind wir stolz auf die Leistungen der letzten Wochen, wie wir auftreten und wie wir dominieren. Auch wenn wir wie heute in Rückstand geraten sind, wir kommen zurück und gewinnen die Spiele."
Lukas Klünter (Hertha BSC): "Fakt ist, dass wir uns vorgenommen haben, zehn Minuten so kompakt zu stehen, wie es nur geht. Das hat leider nicht funktioniert. Wir haben eine Flanke zugelassen und das ist genau die, die dann zum Tor geführt hat. Ich hatte keine einfache Zeit unter den anderen Trainern, deshalb bin ich froh, dass ich das Vertrauen bekommen habe. Ich habe auch das Gefühl gehabt, dass die ganze Mannschaft positiver ist. Man muss die Situation mal betrachten, der Trainer ist gerade erst da. Wir haben jetzt fünf tage Zeit. Wir wollen jedes Spiel so bestreiten, dass wir es gewinnen können. Trotzdem versuchen wir jetzt, das beste draus zu machen und am Freitag gegen die Bayern zu gewinnen."
Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "In der ersten Halbzeit waren wir sehr viel unterwegs. Wir sind aber immer einen Tick zu spät gewesen. In der zweiten Halbzeit habe ich umgestellt, haben dann auch die Führung erzielt. Da waren wir besser in dieser Phase. Ich denke, dass wir beide Tore besser verteidigen können. Insgesamt müssen wir das 2:1 akzeptieren. In der Halbzeit habe ich gesagt, das war bisher ein Freundschaftsspiel, jetzt geht es richtig los. Nach der ersten Halbzeit und kleinen Umstellungen hat es besser funktioniert. Ich habe null komma null Angst. Bayern kommt, da sind wir natürlich nicht Favorit, aber irgendwas müssen wir ja machen."

Der Tweet zum Spiel:

Frankfurts Höhenflug hält weiter an.

Das fiel auf: Herthas Trainer-Wechsel fruchtet (noch) nicht

Auch unter Pál Dárdai dauert der Fall der Berliner Hertha weiter an. Seit nunmehr fünf Spielen ist Hertha BSC sieglos, hat inzwischen nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Relegationsrang 16. Bei Eintracht Frankfurt zeigten sich die Berliner dabei zeitweise verbessert, vor allem der Torwartwechsel von Alexander Schwolow zu Rune Jarstein schien der Hertha-Defensive Stabilität zu geben. In der zweiten Halbzeit brachte Dárdai dann Maximilian Mittelstädt für den jungen Luca Netz und brachte so mehr Offensivdrang in das Spiel. Daraus resultierte sogar die Führung für die Hertha, die allerdings nicht einmal zwei Minuten anhielt. In der Folge zeigte sich dann die altbekannte Verunsicherung in der Berliner Mannschaft, nach Rückschlägen kommt Hertha derzeit kaum wieder zurück. Stattdessen drehte die Eintracht die Partie und schoss zwei weitere Tore. Es bleibt dabei, der "Big City Club" bedeutet eine Menge Arbeit und das auch für das Hertha-Urgestein Pál Dárdai.

Die Statistik: 8

Eintracht Frankfurt marschiert weiter und bleibt auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen.
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