Erling Haaland marschierte im schneidenden Wind dynamisch auf das gegnerische Tor zu - doch ausnahmsweise mal nicht als eiskalter Killer. Stattdessen nahm der Norweger seinen Landsmann Rune Jarstein tröstend in den Arm. Der sonst so sichere Torhüter von Hertha BSC hatte bei Borussia Dortmund kurios und folgenschwer ins Leere gegriffen: Dem "Big City Club" droht nach dem 0:2 (0:0) der Abstieg.
"Rune hat uns so oft den Arsch gerettet. Keine Kritik an ihm", sagte Nationalspieler Niklas Stark, der aber mit großer Sorge auf die Tabelle schaute: "Mainz sitzt uns im Nacken. Wir müssen punkten! Abstiegskampf ist Kopfsache."
Und Abstiegskampf kann lähmen. "Die Lage ist schwer", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai. Defensiv wollte er gar nicht viel besprechen, "Wille, Disziplin, das haben die Jungs alles gemacht". Im Angriff allerdings, "da ist psychologischer Druck, Angst, da muss man mutig sein. Seit zwei Wochen trainieren wir Offensive, Offensive, Offensive! Dann sehen wir nichts. Das ist nicht okay."
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Kommt ein "Windei" hinzu wie Julian Brandts flatternder Fernschuss zur Dortmunder Führung (55.), ist eine bis dahin ordentliche Leistung am Ende wertlos. "Ich habe mich selbst ein bisschen erschrocken, dass der reingegangen ist", sagte Brandt bei "Sky" lächelnd, "der war eigentlich zentraler."

Hertha BSC steht an der Klippe zum Abgrund

So kam es, dass Jarstein, zuvor der Retter in zahlreichen Situationen, die Arme zum Fangkörbchen vor seiner Brust formte. Der Ball schlug aber in Schulterhöhe ein: ein "gigantischer Schnitzer", wie die norwegische Zeitung "VG" kommentierte. Zu allem Überfluss gab es in der Nachspielzeit den Ball von Youssoufa Moukoko noch "durch die Hosenträger" (90.+1). "Er wollte als Kind ja Torhüter werden", sagte Dardai am Sonntag schmunzelnd - also selbst schuld.
Die Hertha steht an der Klippe und lugt Richtung Abgrund. Der FSV Mainz 05 hat am Samstag nach Punkten gleichgezogen, es wird dramatisch, während der neue Boss Carsten Schmidt vom Strategieprojekt "Goldelse" und mittelfristigen Champions-League-Perspektiven spricht. Er wolle "die größte Aufholjagd, die der deutsche und vielleicht der internationale Fußball je erlebt hat", sagte er dem Handelsblatt. Momentan wären zwei bis drei Siege gegen den Abstieg nett.
Der BVB hingegen macht Druck für die erneute Qualifikation zur Königsklasse. "Wir wollen nicht donnerstags in der Europa League spielen. Wir möchten unsere Visitenkarte in der Champions League abgeben", betonte Michael Zorc im Interview mit der "Welt am Sonntag".
Der Sportdirektor sprach auch intensiv über Erling Haaland, "einen, wie ich ihn noch nie erlebt habe". Die Qualitäten als Tröster waren damit wohl nicht gemeint.
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(SID)

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