Pál Dárdai mischte seine Hertha erneut kräftig durch und beorderte acht neue Spieler in die Startelf. Beim 3:0-Heimsieg drei Tage zuvor gegen den SC Freiburg hatte der Ungar sogar neun Umstellungen vorgenommen. Rio-Weltmeister Sami Khedira schaffte es aufgrund von Wadenproblemen nicht in den Kader.
Herthas Maximilian Mittelstädt prägte die Anfangsphase des Abstiegsduells entscheidend mit. Erst prüfte der Berliner Stefan Ortega im Tor der Arminia mit einem satten Linksschuss aus 18 Metern (8.), drei Minuten später prallte der 24-Jährige in einem Kopfballduell mit Anderson Lucoqui zusammen. Beide mussten länger behandelt werden. Mittellstädt traf es schwerer – er bekam einen Kopfverband, spielte aber vorerst weiter.
Nach der sechsminütigen Unterbrechung kamen die Gäste immer wieder zu Abschlüssen aus der Distanz. Erst verzog Manuel Prietl aus 23 Metern knapp, anschließend scheiterten Andreas Voglsammer (25.) und erneut Prietl (28.) an Alexander Schwolow im Hertha-Tor.
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Bericht: Saison-Aus für Goretzka und EM-Auftakt in Gefahr
09/05/2021 AM 16:37
Nach einer halben Stunde ging es für Mittelstädt, der nach der Kopfverletzung noch sichtlich angeschlagen wirkte, nicht weiter. Jordan Torunarigha ersetzte ihn (31.). Der eingewechselte Verteidiger hätte drei Minuten später beinahe die Führung seiner Mannschaft miterlebt, doch Jhon Córdoba scheiterte im Fallen am linken Pfosten, nachdem der Kolumbianer zuvor Amos Pieper stehen gelassen hatte (34.)
Aufgrund der längeren Behandlungspause in der Anfangsviertelstunde ließ Schiedsrichter Bastian Dankert sechs Minuten nachspielen. Sowohl Voglsammer (45.+4) als auch Córdoba (45.+5) verpassten aber jeweils aus schwierigem Winkel die späte Führung für ihr Team.
Zehn Minuten nach Wiederbeginn waren es die Gäste, die gefährlich wurden. Bei einer Ecke waren die Berliner erneut unsortiert, weshalb Amos Pieper nahezu ungestört aufs Tor köpfen konnte. Schwolow stand gut und hatte den Ball im Nachfassen. Klos hatte auf den Abstauber gelauert (55.).
In der 60. Minute trabte dann Herthas Spielmacher Matheus Cunha angeschlagen vom Feld und wurde durch Javairo Dilrosun ersetzt. Der eingewechselte Niederländer fasste sich zehn Minuten später ein Herz und zog aus der zweiten Reihe ab. Der Schuss zischte aber rechts am Tor vorbei (70.).
Auch in der Schlussphase ließen beide Teams lange den nötigen Biss vermissen. Lediglich Dilrosun, der frisch und motiviert wirkte, sorgte nochmal für Gefahr. Seinen wuchtigen Linksschuss aus 25 Metern konnte Ortega aber parieren (88.). So sicherte der Keeper seinem Team einen verdienten Auswärtspunkt in Berlin.
Durch den Punktgewinn ziehen die Berliner in der Tabelle - aufgrund der besseren Tordifferenz - an Werder Bremen vorbei. Die Arminia verweilt auf dem Relegationsplatz 16. Die Hertha muss am Mittwoch bereits wieder zum Nachholspiel beim FC Schalke 04 (18:00 Uhr im Liveticker) ran.

Die Stimmen:

Pál Dárdai (Trainer Hertha BSC): "Das Minimalziel war ein Punkt, in unserer Situation ist jeder Punkt wichtig. Mein Gefühl ist, dass Bielefeld aggressiver und körperbetonter war, meine Spieler haben das nicht so angenommen. Es war eine große Hitze, meine Mannschaft war auch nicht so frisch. Mit fünf Punkten nach der Quarantäne bin ich sehr zufrieden."
Frank Kramer (Trainer Arminia Bielefeld): "Man hat gesehen, dass die Mannschaft eine Reaktion auf das Ergebnis gegen Gladbach gezeigt hat. Die Jungs haben das sehr gut gemacht, haben unheimlich hart füreinander gearbeitet. Wir hatten eine Menge Abschlüsse, die wir aber nicht zu Ende gebracht haben. Insgesamt bin ich stolz auf die Truppe, wie sie es angegangen ist."

Der Tweet zum Spiel:

Mittelstädt spielte nach einem harten Zusammenprall und einer Platzwunde am Kopf sichtlich angeschlagen mit Kopf-Verband weiter. Kurz darauf wurde der Berliner vom Platz genommen. Hätte Hertha Mittelstädt überhaupt nochmal aufs Spielfeld schicken dürfen? Das Thema der Kopfverletzungen im Fußball ist weiter heiß diskutiert.

Das fiel auf: Hertha behäbig, Arminia-Defensive steht sicher

Im ersten Durchgang neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. Es war ein Duell auf Augenhöhe, das vor allem von der Spannung und von Distanzversuchen lebte. Mit einer Einzelaktion erarbeitet sich Herthas Cordoba die beste Chance der ersten Hälfte. Darüber hinaus mangelte es der Partie aber an zielstrebigen Spielzügen, was auch daran lag, dass eine lange Behandlungspause sowie zahlreiche kleine Fouls den Spielfluss störten.
In der Halbzeit reagierte Dárdai auf das behäbige Offensivspiel seiner Mannschaft und brachte Nemanja Radonjic für Deyovaisio Zeefuik. Der schnelle Serbe belebte zwar kurzzeitig Berlins linke Seite, konkrete Chancen entwickelten sich aber auch hier nicht. Dies lag auch an den beiden souveränen DSC-Innenverteidigern Nilsson und Pieper, die beide durch starke Zweikampfquoten überzeugten (rund 75 Prozent).

Die Statistik: 6

Durch das 0:0 gegen Arminia Bielefeld blieben die Berliner im sechsten Spiel nacheinander ungeschlagen. Mit dem Punkt verschafft die Hertha sich zusätzlich etwas Luft im Abstiegskampf. Am Mittwoch kann die Alte Dame mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Schalke für zusätzliche Sicherheit sorgen.
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