SO LIEF DAS SPIEL:

Vor 4000 Zuschauern kamen die Berliner gut in die Partie, die Gastgeber hatten die ersten Offensivaktionen des Spiels. Doch bevor die Hertha so richtig Fahrt aufnehmen konnte, änderte Stuttgart die Dynamik der Partie komplett. Erst köpfte Sasa Kalajdzic nach einer Flanke von Tanguy Coulibaly den Ball wuchtig an den linken Pfosten (8.), kurz danach löffelte Daniel Didavi den Ball nach einem Freistoß gefühlvoll in den Strafraum der Berliner, wo Marc-Oliver Kempf komplett freistehend links unten ins Tor köpfte (9.).

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VOR 21 STUNDEN

Den Berlinern merkte man an, dass sie diesen Rückstand erst einmal verdauen mussten. Die Offensivaktionen wurden deutlich ungenauer. Der Brasilianer Matheus Cunha war der einzige Aktivposten im Offensivspiel, seine Vorstöße über die linke Seite fanden aber nie einen Abnehmer im Strafraum. In den Zweikämpfen waren die Stuttgarter insgesamt präsenter. Im VfB-Angriffsspiel gefiel der schnelle Coulibaly, der immer wieder Nadelstiche über die linke Seite setzte.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Riesenchance von Kalajdzic (47.). Der Stürmer kam komplett frei nach einer Flanke von Coulibaly direkt vor dem Hertha-Tor zum Kopfball und setzte den Ball trotzdem rechts neben den Kasten. Im Anschluss wurde die Hertha wieder besser, arbeitete viel und hatte einige Chancen wie Cunha nach einem Wackler von VfB-Torhüter Gregor Kobel (53.). Doch erneut war es so: Bevor die Gastgeber richtig drückend wurden, traf Stuttgart. Gonzalo Castro eroberte in der Berliner Hälfte den Ball und erzielte per Distanzschuss einen sehenswerten Treffer (68.).

Danach war dem Spiel Hertha der Stecker gezogen. Stuttgart konzentrierte sich aufs Verteidigen und hatte viele Verteidiger im und um den eigenen Strafraum. Für die Gastgeber wurde es so schwer, zwingende Chancen herauszuspielen. Mit zunehmender Dauer wurden auch die Beine schwer, weswegen Berlin es mit hohen Bällen in den Strafraum versuchte, die aber keine Gefahr für die VfB-Defensive darstellten. Auch der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Dodi Lukebakio konnte mit seiner Geschwindigkeit nicht für Großchancen sorgen.

DIE STIMMEN:

Maximilian Mittelstädt (Hertha BSC): "Wir waren im letzten Drittel zu ungenau. Wir sind zwar oft vors Tor gekommen, waren aber nicht konsequent genug. Eigentlich sind wir gut ins Spiel reingekommen, bekommen dann aber über einen Standard ein Gegentor, da haben wir nicht gut verteidigt. Danach haben wir den Faden verloren und waren nicht mehr so konsequent. In der zweiten Halbzeit müssen wir den Ausgleich machen und bekommen im Gegenzug das zweite Tor. Dann wird es schwierig. Das ist sehr ärgerlich, wir hätten die drei Punkte gebraucht."

Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart): "Wir haben diszipliniert gekämpft. Wenn du in einem Spiel keinen Zugriff bekommst, dann musst du laufen und kämpfen. Wir haben nicht so viele Torchancen zugelassen, obwohl die Berliner uns reingedrückt haben, und hatten einen guten Torwart dahinter. Wenn wir immer 100 Prozent geben, dann sollte man uns nicht unterschätzen."

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): "Wir haben uns viel zu wenig bewegt. Wir haben die Flügel nicht besetzt und sind nicht in die Räume reingestartet. Und wenn wir durch waren, hat der letzte Pass gefehlt, darum haben wir es dem VfB zu einfach gemacht. Natürlich sind wir nicht zufrieden, man kann nicht sagen, dass Stuttgart viel stärker war, sondern wir haben uns selbst geschlagen. Beide Gegentore waren verhinderbar, insgesamt war das von uns heute zu wenig."

DER TWEET ZUM SPIEL:

DAS FIEL AUF: Cunhas Einsatz wird nicht belohnt

In der Länderspielpause war Matheus Cunha erstmals mit der brasilianischen A-Nationalmannschaft unterwegs. Doch in den WM-Qualifikationsspielen gegen Bolivien und in Peru kam der 21-Jährige nicht zu einem ersten Länderspiel. Trotz des Reisestresses zeigte er gegen Stuttgart viel Einsatz, startete immer wieder Vorstöße über die linke Seite und versuchte in beiden Halbzeiten, das Offensivspiel der Herthaner anzukurbeln. Sein Einsatz wurde allerdings nicht belohnt, weil seinen Anspielen die Präzision fehlte und seine Mitspieler ihn nicht optimal unterstützten. So blieb eine intensive Woche mit Flügen, Jetlag und viel Laufarbeit ohne Länderspieldebüt und ohne Bundesliga-Punkte.

DIE STATISTIK: 7

Sieben Jahre lang musste der VfB Stuttgart auf einen Sieg in der Hauptstadt warten. Durch den 2:0-Auswärtssieg des VfB am 4. Spieltag gegen die Hertha konnte diese Negativserie beendet werden. Damit wuchs das Punktekonto der Schwaben auf sieben Zähler nach vier Spielen an. Eine sehr gute Bilanz und ein starker Saisonstart für einen Aufsteiger. Damit befindet sich Stuttgart derzeit in der Spitzengruppe der Bundesliga.

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