Nach nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Bundesligaspielen wollte die Hertha gegen Bremen wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, doch das Unternehmen erhielt bereits nach neun Minuten einen ersten Dämpfer.
Weil sich Maximilian Mittelstädt bei einer Grätsche im eigenen Strafraum zu ungeschickt gegen Romano Schmid anstellte, blieb Schiedsrichter Daniel Schlager keine andere Möglichkeit als auf den Punkt zu zeigen. Hertha-Leihgabe Davie Selke übernahm die Verantwortung vom Punkt und traf sicher mit der Innenseite in den rechten Winkel (10.).
Nach einem plumpen Foulspiel von Bremens Jean-Manuel Mbom an Berlins Edeltechniker Matheus Cunha bekam auch die Hertha wenig später einen Elfmeter zugesprochen, ließ die Gelegenheit zum Ausgleich aber leichtfertig liegen. Der gefoulte Cunha trat höchtspersönlich an, scheiterte mit einem unplatzierten Strafstoß aber an Werder-Torwart Jiri Pavlenka (21.).
Bundesliga
"Ein Scheißgefühl": Labbadia nach 1:4-Klatsche vor dem Aus in Berlin
23/01/2021 AM 21:24
Die Lage der Labbadia-Elf verschlechterte sich nach einer knappen halben Stunde weiter, als Ömer Toprak bei einer Werder-Ecke vollkommen unbedrängt hochsteigen und aus acht Metern wuchtig zum 2:0 einköpfen durfte (29.).
Berlin zeigte immerhin eine Reaktion, setzte Bremen gegen Ende der ersten Hälfte zunehmend unter Druck und kam noch vor der Pause zum Anschluss. Eine Flanke des offensivfreudigen Peter Pekarik vollendete Jhon Córdoba mit einem harten Kopfball unter Latte zum 1:2 (45.+2).
Nach der Pause war die Hertha weiter das aktivere Team, die Tore aber machte Bremen: Einen traumhaften Eggestein-Pass über die Abwehr nahm Bittencourt in einer Bewegung mit links runter, drehte sich ein Mal um die eigene Achse und schloss mit rechts unter Hertha-Torwart Alexander Schwolow hindurch zum 3:1 ab (57.).
Zehn Minuten später wäre es um ein Haar nochmal spannend geworden, doch Cunha vergab nach Kopfballverlängerung von Córdoba aus elf Metern frei vor Pavlenka (67.).
Eine gute Viertelstunde vor Schluss dann die Vorentscheidung: Der für den verletzten Davie Selke eingewechselte Josh Sargent hielt aus 23 Metern einfach mal drauf und versenkte den Ball halbhoch zum 4:1-Endstand im rechten Eck (77.).
Trainer Bruno Labbadia droht nach einer Niederlage in seinem vermeintlichen "Endspiel" der Rauswurf bei Hertha BSC. Laut "Bild" ist sein Aus bereits beschlossen. Auch der Stuhl von Manager Michael Preetz wackelt. Ex-Coach Pál Dárdai könnte als Interimscoach übernehmen.

Die Stimmen:

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): "Es ist so, dass wir zu einfache Tore kassieren und zu viele Chancen vergeben. Klar, es ist eine Riesenenttäuschung. Bremen hat es sehr gut gemacht, weil sie sehr eng standen. Es ist eine scheiß Situation, ein scheiß Gefühl. Natürlich fehlen die Argumente, uns allen. Wenn die Ergebnisse nicht da sind, ist der Trainer in der Kritik. Dass man Hiebe bekommt, ist ganz normal."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Wir haben es heute gut gemacht, obwohl wir wieder viele Ausfälle hatten. Wir haben die Dinge ausgenutzt, die uns Hertha angeboten hat, und wir haben gut verteidigt. Das war die Basis heute. Es ist wahnsinnig gut, wie sich einige Spieler entwickelt haben."
Niklas Stark (Hertha BSC): "Wir können nicht zufrieden sein. Wir hatten mehr Ballbesitz und wollten auch. Bremen war heute sehr effektiv und aus wenig viel gemacht. Wir müssen jetzt wieder punkten, das muss an erster Stelle stehen."
Maximilian Eggestein (Werder Bremen): "Wir waren heute sehr effektiv. Wir haben heute sogar schlechter gespielt als gegen Gladbach, wo wir aber verloren haben. Da ist es mir lieber, wenn wir effektiver sind und die Tore machen."
Davie Selke (Werder Bremen): "Für unser Spiel ist es wichtig, dass wir momentan stabil stehen und über Konter Nadelstiche setzen. Bei uns haben viele Spieler ein Riesenspiel gemacht, der Sieg war ganz wichtig."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Gnadenlose Effizienz

Im Gegensatz zur knappen Niederlage in Gladbach verbuchte Werder heute nicht die Masse an Torschüssen, zeigte sich dafür aber vor dem gegnerischen Tor extrem effizient. Fünf Schüsse auf das Berliner Tor gab die Kohfeldt ab, vier davon landeten im Netz. Das genaue Gegenteil bei der Hertha: Aus 65 Prozent Ballbesitz und insgesamt 18 Torchüssen machte der Hauptstadtklub nur einen Treffer.

Die Statistik: 600

Hertha-Trainer Bruno Labbadia bestritt gegen Bremen sein insgesamt 600. Spiel als Aktiver und Trainer in der Bundesliga.
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