Beide Mannschaften hatten die Chance, sich mit einem Dreier im Abstiegskampf ein wenig Luft zu verschaffen. Dementsprechend legten sowohl die Kölner als auch die Bremer von Beginn an eine hohe Intensität in den Zweikämpfen an den Tag.
Vor allem die Hausherren suchten gleich den Weg nach vorne und hatten auch die erste Chance der Partie. Eine Ecke von Elvis Rexhbecaj rutschte bis zu Jan Thielmann durch, der recht unbedrängt per Volley abschließen konnte. Sein Schuss wurde aber noch von Marius Wolf abgefälscht, sodass der Ball nicht auf das Tor ging (3.).
Bremen setzte aus einer kompakten Defensive heraus auf schnelles Umschaltspiel. Bei einem solchen Angriff behauptete Niclas Füllkrug den Ball im Strafraum und prüfte Timo Horn mit einem Flachschuss, der den FC-Keeper aber vor keine großen Probleme stellte (12.).
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Ansonsten waren es aber vor allem die Kölner, die in die Nähe des gegnerischen Tores kamen, dabei aber oft die Genauigkeit im letzten Pass vermissen ließen. So war es erneut eine Ecke, die zu einer Großchance führte. Ellyes Skhiri kam aus kurzer Distanz unbedrängt zum Kopfball, doch Jiri Pavlenka reagierte glänzend (20.). Der folgende Nachschuss von Max Meyer aus dem Rückraum wurde noch von einem Werder-Spieler geblockt.
Von Bremen kam nach vorne fast gar nichts mehr. Die Gäste beschränkten sich auf die Verteidigung und verloren die eroberten Bälle zu schnell wieder. Da auch Köln die Feldüberlegenheit nicht nutzen konnte, ging es torlos in die Kabine.
Bremen startete mit einer richtig guten Chance in die zweite Hälfte. Milot Rashica sprintete über die linke Seite und legte den Ball in den Rückraum auf Ludwig Augustinsson ab. Der Schwede brachte den Ball mit der Fußspitze auf das Tor, aber Horn wehrte mit dem Fuß ab. Den Nachschuss setzte Kevin Möhwald von der Strafraumkante über das Tor (47.).
Die Gäste schienen sich vorgenommen zu haben, in der zweiten Halbzeit auch offensiv am Spielgestehen teilzunehmen und stellten mehr Akteure für die Angriffsbemühungen ab, ohne dabei die defensive Stabilität zu verlieren.
Und das wurde schließlich in der 66. Minute belohnt. Nach einem Einwurf flankte der kurz zuvor eingewechselte Romano Schmid auf den langen Pfosten. Dort stieg Joshua Sargent nach oben und köpfte ins kurze Eck zur 1:0-Führung ein. Jorge Meré hatte den Stürmer im Rücken aus den Augen verloren. Und auch nach dem Treffer blieben die Gäste, die jetzt noch mehr Räume zum Kontern bekamen, dran.
Eine Rashica-Flanke nahm Leonardo Bittencourt direkt, doch sein Schuss wurde noch zur Ecke abgefälscht (69.). Eine Minute später drehte sich Rashica um die eigene Achse und zog vom Strafraumeck ab, doch Horn wehrte den Ball nach vorne ab (70.).
Im Anschluss daran beschränkten sich die Bremer dann aber wieder auf die Verteidigung und es deutete auch Vieles daraufhin, dass das gegen uninspirierte Kölner, die außer einem abgefälschten Schuss von Marius Wolf (77.) nicht viel vorweisen konnten, reichen würde.
Doch dann stieg Pavlenka bei einer Flanke aus dem Halbfeld hoch und ließ den Ball unter Bedrängnis fallen. Jonas Hector staubte ab und brachte den Ball zum 1:1 im leeren Tor unter (83.). Die Szene wurde noch kurz überprüft, weil Emmanuel Dennis Pavlenka im Luftzweikampf am Arm traf. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied aber entgegen der Bremer Proteste auf Tor.
So stand am Ende doch noch ein Punkt für die Kölner, der zwar in der Entstehung etwas glücklich war, mit Blick auf die gesamte Leistung aber in Ordnung ging. Die Bremer werden sich über die vergebene Möglichkeit, noch mehr Punkte zwischen sich und die Abstiegsränge zu legen, ärgern.

Die Stimmen zum Spiel:

Jonas Hector (1. FC Köln): "Grundlegend finde ich, dass wir eine gute erste Halbzeit gespielt haben. Der letzte Pass fehlt bei uns. Da hapert es noch ein bisschen. Das ist vielleicht auch ein bisschen dadurch geschuldet, dass wir auch ohne echte Spitze spielen. Das 1:0 war ein Rückschlag. Da haben wir kurz gebraucht, um uns zu schütteln. Wir müssen jetzt mit dem Punkt leben, der auf jeden Fall verdient war. Für mich war es beim Tor kein Foul."
Max Meyer (1. FC Köln): "Natürlich hilft jeder Punkt im Abstiegskampf. Aber ich denke mit der Leistung heute hätten wir die drei Punkte verdient gehabt. Ich habe das 1:1 jetzt noch nicht auf dem Monitor gesehen. Aber aus dem Spiel heraus würde ich nicht sagen, dass es ein Foul war. Außerdem war es außerhalb des Fünfers."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Aus meiner Sicht ist es irregulär, weil Dennis schon den Arm von Pavlenka wegdrückt. Ein Torwart braucht halt beide Arme, um den Ball zu fangen. Herr Jöllenbeck hat mir auf dem Platz gesagt, dass er es nur auf Handspiel überprüft hat und dass er es sich deshalb nicht noch mal angeguckt hat. Ich bin der Meinung, dass das ein klares Foulspiel ist."

Der Tweet zum Spiel:

Gerade in der ersten Halbzeit war das Spielgeschehen recht einseitig. Köln lief immer wieder an, bekam den Ball aber nicht im Tor unter. Die Bremer beschränkten sich hauptsächlich auf Defensivarbeit und klärten alles, was in die Gefahrenzone kam.

Das fiel auf: Bremen will nicht, Köln kann nicht

Werder Bremen verfolgte offensichtlich einen klaren Matchplan und der hieß: Hauptsache, die Null steht. Die Gäste zogen sich oft weit zurück und hatten nur wenig Interesse daran, das offensive Risiko zu erhöhen. Köln lief zwar munter an, schaffte es aber nur selten, daraus auch gefährliche Torchancen zu kreieren.
In der zweiten Hälfte spielte Bremen dann 20 Minuten lang guten Offensivfußball, aus dem auch der Führungstreffer resultierte, nur um sich danach wieder zurückzuziehen. Fast wäre diese Taktik auch aufgegangen. Doch am Ende profitierte Köln von der etwas umstrittenen Aktion, in der Pavlenka den Ball im Luftzweikampf mit Dennis fallen ließ.

Die Statistik: 100

Der 1. FC Köln hat durch den Treffer in der 83. Minute eine historische Marke aufstellen können. Vor dem Spiel hatte der Effzeh in Heimspielen gegen Werder Bremen bereits 99 Tore erzielt - mehr als gegen jede andere Mannschaft. Mit dem Treffer haben die Kölner nun zum ersten Mal gegen einen Bundesligisten 100 Heimtore erzielt.
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