Die nach den ersten drei Saisonspielen noch punktlosen Kölner waren von der ersten Minute an vorwiegend um defensive Stabilität bemüht und überließen den mit sieben Punkten stark gestarteten Gästen aus Frankfurt bereitwillig den Ball.

Nach einem ersten gefährlichen Abschluss von Angreifer André Silva (6.) verlor die Elf von Trainer Adi Hütter aber etwas die spielerische Linie und ließ sich vom FC vermehrt in umkämpfte Mittelfeldduelle verwickeln, die den Spielfluss immer wieder störten. Silva versuchte es in einer chancenarmen Partie nach einer knappen halben Stunde mal wieder aus der Distanz, konnte FC-Torwart Timo Horn damit aber nicht in Bedrängnis bringen (29.).

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Bayern wie aus einem Guss - doch ein Ausfall schmerzt
25/10/2020 AM 14:49

Als sich beide Mannschaften schon auf ein torlosen Remis zur Pause eingestellt hatten, wurde es doch noch einmal turbulent. Kölns Abwehrchef Sebastiaan Bornauw traf Frankfurts Spielmacher Daichi Kamada kurz vor der Pause im Strafraum, was Schiedsrichter Sven Jablonski zunächst nicht ahndete. Nach Ansicht der Videobilder am Seitenrand revidierte der Unparteiische seine Entscheidung und zeigte korrekterweise auf den Punkt.

Silva ließ sich die Elfmeter-Chance nicht entgehen und brachte die Eintracht mit seinem dritten Saisontor sicher mit 1:0 in Führung (45.+2).

Frankfurt hätte kurz nach Wiederbeginn auf 2:0 erhöhen müssen, jedoch traf Kamada den Ball aus sechs Metern zunächst nicht und jagte auch den zweiten Versuch direkt im Anschluss über den Kölner Kasten (50.).

Die verpasste Doppelchance des Japaners war zugleich ein Weckruf für bis dahin vollkommen harmlosen Kölner, die zwei Minuten später mir ihrer ersten Torchance des Spiels ausglichen. Nach einem dynamischen Antritt von Kingsley Ehizibue verwertete Ondrej Duda die Flanke des Rechtsverteidigers mit einem starken Abschluss in die linke Ecke (52.).

Köln nutzte den Aufwind des Ausgleichstreffers und kam gut zehn Minuten später zur nächsten großen Gelegenheit. Den Kopfball von Duda lenkte Eintracht-Keeper Kevin Trapp mit einer starken Reaktion noch über die Latte (63.).

In einer mittlerweile abwechslungsreichen und deutlich offensiver geführten zweiten Hälfte vergaben Almamy Touré für Frankfurt (71.) und Sebastian Andersson für Köln (72.) weitere gute Kopfballchancen.

Weil in der Nachspielzeit die eingewechselten Anthony Modeste (90.+2) und Aymen Barkok (90.+3) das Tor mit ihren Abschlüssen knapp verfehlten, gingen beide Mannschaften mit einem am Ende lesitungsgerechten 1:1 vom Feld.

Die Stimmen:

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Man kann von einem verdienten Punkt sprechen. Wir haben uns nach dem Nackenschlag kurz vor der Pause mit einer engagierten Leistung zurückgekämpft."

Horst Heldt (Sportchef 1. FC Köln): "Wir sind in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel gekommen. Wir mussten uns am Anfang ein bisschen reinfinden. Den Elfmeter kann man geben, muss man aber nicht. Es ist das dritte Mal, das wir einen Elfmeter gegen uns durch den Videobeweis bekommen haben. Am Ende ist es ein gerechtes Ergebnis."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Köln traut sich zu spät aus der Deckung

Der 1. FC Köln verweigerte im ersten Durchgang jegliche Offensivaktionen und brachte sich so um ein besseres Ergebnis. Der erste Torschuss der Gisdol-Elf ging erst nach 52 Minuten in die Statistik ein und landete direkt im Tor. Alle neun Torschüsse der Rheinländer kamen in den zweiten 45 Minuten - hätte der FC eher mit Offensivfußball begonnen, wäre gegen die nicht immer sattelfeste Frankfurter Abwehr möglicherweise mehr drin gewesen.

Die Statistik: 8

Eintracht Frankfurt bleibt auch im vierten Saisonspiel ungeschlagen und ist damit saisonübergreifend seit acht Partien ohne Niederlage.

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