Untröstlich senkte Marco Reus beim Büßergang den Kopf.
Dass die Punkteverschenker von Borussia Dortmund schon wieder vollkommen unnötig gepatzt hatten, nahm der Kapitän betrübt auf seine Kappe.
"Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen", sagte Reus nach seinem peinlichen Elfmeter-Fehlschuss neben das Tor: "Ich hätte das Spiel entscheiden oder es in die richtige Richtung bringen können. Das habe ich nicht geschafft."
Bundesliga
Drei Dinge, die auffielen: Das große Problem des BVB
16/01/2021 AM 21:31
So stand ein 1:1 (0:0) gegen Abstiegskandidat FSV Mainz 05, das nicht nur zu wenig war, sondern auch Ausdruck einer Schwäche, die den BVB immer wieder heimsucht - im wahrsten Sinne.
Gegen den VfB Stuttgart (1:5), gegen den 1. FC Köln (1:2), ebenfalls zu Hause, auch bei Union Berlin (1:2): Vermeintlich klar unterlegene Gegner stark zu machen, gehört zu den Kennzeichen dieser in höchstem Maße talentierten, aber viel zu inkonstanten Mannschaft.
Was nach der überragenden zweiten Halbzeit zuletzt beim Spitzenteam RB Leipzig (3:1) doppelt verwunderlich ist.

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Meunier schimpft nach vergebener Chance

"Es ist unglaublich", schimpfte der einzige Dortmunder Torschütze Thomas Meunier (73.). "So oft haben wir die Chance, Zweiter, Dritter, Erster zu werden. Und immer kommen dann solche Spiele." Problem erfasst. Doch: Wie lässt es sich abstellen?
Selbst, als das Momentum nach dem Sensationstor des Mainzers Levin Öztunali (57.) aus 25 Metern in den Winkel wieder in Richtung BVB kippte, blieb die Wende aus. Weil Reus die Nerven versagten. Er schickte den herausragend starken Torhüter Robin Zentner in die rechte Ecke und schoss dann neben den linken Pfosten (76.).
"Das tut mir sehr, sehr leid", sagte Reus, "ich hatte schon in der ersten Halbzeit eine Riesenchance, die ich machen muss." Wie einige seiner Kollegen, wie Julian Brandt, Jude Bellingham oder Erling Haaland, die allesamt Zentner bezwingen hätten sollen. Stattdessen "sind wir in der Abwehr ein bisschen in Panik geraten", analysierte Meunier. "Wir müssen das natürlich gewinnen. Ich bin sehr enttäuscht, besonders mit Blick auf Leverkusen am Freitag."

Terzic steht zu Reus

Bayer, Borussia Mönchengladbach, Leipzig - alle Konkurrenten ließen bei der Jagd auf Bayern München mindestens zwei Punkte liegen, aber der BVB eben auch. "Wir wollen weiter nach oben", sagte Reus vor den kniffligen Spielen in Leverkusen (Dienstag) und Mönchengladbach (Freitag) kämpferisch.
Mutmacher: Die Dortmunder haben auswärts (16) mehr Punkte geholt als zu Hause (13). Was im Umkehrschluss bedeutet: Mit einer vernünftigen Heimbilanz könnte der BVB Tabellenführer sein. Auch deshalb fand Trainer Edin Terzic dieses 1:1 "einfach total ärgerlich".
Reus aber wollte er nicht die Schuld zuschieben: "Er weiß es, wir wissen es, kein Vorwurf." Den machte sich der Kapitän ohnehin selbst.
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(SID)

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