Julian Nagelsmann versuchte die Meisterfrage elegant zu umschiffen, doch sein Pendant Christian Streich redete nicht um den heißen Brei herum. "Es ist so, dass Leipzig, so wie sie auftreten, ein ernsthafter Konkurrent für Bayern München ist. Das steht außer Frage. Ich denke, dass es bis zum Ende ein Zweikampf wird", sagte der Trainer des SC Freiburg anerkennend.
Zuvor hatte RB Leipzig seinem Team beim 3:0 (1:0) eine Lehrstunde erteilt. Die Sachsen brannten bei den gewohnt unangenehmen Breisgauern beileibe kein Feuerwerk ab. Doch mit welcher Abgebrühtheit und Souveränität sie die Generalprobe vor dem Champions-League-Knaller gegen den FC Liverpool meisterten, war extrem beeindruckend - RB zeigte Merkmale eines echten Titelkandidaten.
"Das war eine reife Leistung, wir waren in allen Belangen überleben", lobte Sportdirektor Markus Krösche bei "Sky". Auf die Frage, ob es eine meisterliche Leistung gewesen sei, antwortete er: "Für heute ja." Es spreche "überhaupt nichts dagegen", dass es auch so bleibe: "Wie wir die letzten Wochen Fußball spielen, ist schon richtig gut. Es ist alles möglich." Dass die Bayern durch den 4:2-Erfolg gegen Dortmund weiter zwei Punkte voraus sind, war erstmal Nebensache.
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Trainer Nagelsmann wollte an den Titelkampf ohnehin keinen Gedanken verschwenden. "Man versucht, das nicht zu viel zu beachten. Wir versuchen unsere Spiele zu gewinnen und weiter erfolgreich zu sein", sagte der 33-Jährige nüchtern.

Sörloth selbstbewusst: "Sind in sehr guter Form"

Doch so ganz kann er die Euphoriewelle nicht von seinen Spielern fernhalten. Alexander Sörloth sprach von einer "guten Chance" auf den Titel. "Wir sind in sehr guter Form, haben viel Selbstvertrauen", schwärmte der formstarke Angreifer.
Und das haben die Sachsen sogar dem großen FC Liverpool voraus. Nach dem sechsten Bundesliga-Sieg in Serie und dem Einzug ins Pokal-Halbfinale ist der Traum vom Comeback gegen die taumelnden Engländer allgegenwärtig. "Es glauben nicht mehr viele an uns", sagte der am Samstag überragende Kevin Kampl: "Aber in unserer Mannschaft steckt so viel Glaube, dass wir durchaus die Chance haben noch was zu reißen."
Auch die Hoffnungen von Nagelsmann sind trotz des 0:2 im Achtelfinal-Hinspiel groß. "Mit Herz in der Hand auftreten und alles probieren", gab der Coach die Marschroute vor: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, es geht nur nach vorne. Das werden wir probieren." Allerdings wird Leistungsträger Angelino am Mittwoch (21:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) wegen seiner muskulären Problemen wohl erneut fehlen.

Nagelsmann: "Wichtig, dass du nie die Geduld verlierst"

Beim eigentlichen Angstgegner aus Freiburg konnte RB seinen Ausfall glänzend kompensieren. Nach drei Niederlagen in Serie im Breisgau stand die Abwehr um Dayot Upamecano bombensicher, vorne nutzten Christopher Nkunku (41.), Sörloth (64.) und Emil Forsberg (80.) die wenigen Fehler der tiefstehenden Gastgeber eiskalt aus.
"Es ist wichtig, dass du nie die Geduld verlierst", sagte Nagelsmann. In diesem Punkt seien seine "Jungs reifer geworden". Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum die Leipziger bis zum Ende ernsthafter Bayern-Herausforderer bleiben könnten.
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(SID)

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