Im Kellerduell zwischen dem Tabellen-14. (6 Punkte) aus Freiburg und dem 18. Mainz 05 (1 Punkt) waren beide Teams dringend auf einen Sieg angewiesen.

Und die Gäste aus Rheinhessen erwischten gleich einen perfekten Start in die Partie. Nach einem Pass von Leandro Barreiro entwischte Jean-Philippe Mateta der Freiburger Hintermannschaft und schob den Ball locker an Ex-Teamkollege Florian Müller vorbei zum 1:0 ins Tor (2. Minute).

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22/11/2020 AM 15:11

Der Franzose stand in der ersten Halbzeit gleich mehrfach noch im Mittelpunkt. Nur kurz nach dem Führungstreffer sprintete er bei einem Mainzer Konter wieder in Richtung des Tores (9). Mit einem Haken ließ Mateta seinen Gegenspieler aussteigen, legte dann aber noch mal auf Jean-Paul Boëtius ab, anstatt direkt abzuschließen. Dadurch bekam Dominique Heintz noch eine Fußspitze zwischen den Pass.

Kurz darauf vernaschte Mateta mit einer Reihe von Übersteigern Heintz und schoss aus kurzer Distanz den herauseilenden Müller an (12.) - die dritte gute Gelegenheit für den 23-Jährigen. Freiburg versteckte sich keineswegs, sondern spielte ebenfalls aktiv nach vorne, worunter aber die defensive Stabilität litt. Allerdings ließen klare Chancen der Breisgauer bis auf ungenaue Abschlüsse von Christian Günter (15.) und Vincenzo Grifo (22.) auf sich warten.

Stattdessen kamen die Mainzer über schnelle Umschaltmomente immer wieder zu Gelegenheiten. Nach einem solchen fiel auch das 2:0 (34.). Robin Quaison ließ einen Freiburger Verteidiger mit einer Körpertäuschung aussteigen und schloss aus 20 Metern ab. Müller ließ den Ball nach vorne abklatschen, wo Mateta am schnellsten schaltete und aus kurzer Distanz abstaubte.

Und Mainz ließ nicht locker. Boëtius steckte im richtigen Moment auf Mateta durch, der eiskalt zum 3:0 ins lange Eck abschloss und seinen Sahnetag mit einem lupenreinen Hattrick krönte (40.). Freiburg ging mit dem höchsten Halbzeitrückstand im eigenen Stadion seit 16 Jahren in die Kabine.

So richtig viel änderte sich aber zunächst nach der Pause nicht. Freiburg erhöhte zwar den Druck, wusste mit dem vielen Ballbesitz aber weiterhin nur wenig anzufangen. Dann aber kam mehr oder weniger aus dem Nichts der Anschlusstreffer zum 1:3. Roland Sallai hatte zu viel Platz und zog kurz vor dem Strafraum ab. Robin Zentner wehrte den Ball zur Seite ab, wo Nils Petersen lauerte und abstaubte (63.).

Das gab den Breisgauern neue Hoffnung. Die Gastgeber starteten in der Folge einen Sturmlauf und sorgten für viel Unordnung in der Mainzer Defensive. Die beste Gelegenheit hatte Lucas Höler, der von Levin Öztunali bei einem Klärungsversuch angeschossen wurde und aus dem Liegen knapp am Tor vorbeischoss (72.).

Mainz beschränkte sich fast nur noch auf die Verteidigung. Auch die Konter spielten die Gäste nicht mehr so zielstrebig zu Ende. Die beste Mainzer Gelegenheit hatte Mateta, der nach einem Pass von Barreiro Müller umkurvte, dann aber aus spitzem Winkel nur den Pfosten traf (60.).

In der Schlussviertelstunde standen die Mainzer aber wieder etwas besser und schlugen die Bälle aus der Gefahrenzone. Freiburg suchte die Lücken, fand diese aber zu selten und musste deshalb die dritte Niederlage in Folge einstecken.

Die Mainzer dagegen sprangen durch den ersten Saisonsieg auf Rang 15, gaben die Rote Laterne an den FC Schalke 04 weiter und liegen nur noch zwei Punkte hinter Freiburg.

Die Stimmen zum Spiel:

Jean-Philippe Mateta (FSV Mainz 05): "Ich bin sehr glücklich über meine drei Tore, aber wichtiger war natürlich, die drei Punkte mitzunehmen. Das war ein Sieg der Mannschaft."

Jochen Saier (Sportvorstand SC Freiburg): "Es war extrem frustierend heute, wenn du nach zwei Minuten schon zurückliegst, was schon richtungsweisend sein kann. Ich hätte aus meiner Perspektive völlig klar gesagt, dass es ein Foul, ein Handspiel ist vor dem 1:0. Man muss ehrlicherweise auch sagen, dass wir es in der Kontersicherung wirklich nicht gut gemacht haben. Und wenn du vorne dann in der ersten Halbzeit keine Torgefahr ausstrahlst, ist das eine tödliche Kombination. Wir haben uns gewehrt, haben das Anschlusstor gemacht. Aber in Summe wird es schwer so ein Spiel zu gewinnen."

Das fiel auf: Lichtes Taktik geht perfekt auf

05-Trainer Jan-Moritz Lichte stellte vor der Partie auf eine Dreierkette um und verordnete seinen Spielern zudem ein variables Pressing. Mal standen die Mainzer tief und machten die Räume eng, mal gingen sie schon früh drauf und erzwangen Freiburger Ballverluste. Diese Taktik ging perfekt auf. Immer wieder nutzten die Gäste ihre Ballgewinne zu schnell vorgetragenen Angriffen (alle drei Tore resultierten aus solchen Situationen).

Gleichzeitig ließ so die sonst so wacklige Abwehr (21 Gegentore) nur wenig zu. Freiburg fand eine Stunde lang kein Mittel und konnte sich den vielen Ballbesitz nicht zunutze machen. Erst Mitte der zweiten Halbzeit konnten die Breisgauer den Druck erhöhen und sich bessere Chancen erspielen.

Der Tweet zum Spiel:

Der SC Freiburg ist Jean-Philippe Matetas Lieblingsgegner. Das dürfte sich auch nach dem Spiel nicht geändert haben. Inzwischen steht der Franzose bei acht Toren in vier Spielen gegen die Breisgauer. Robert Lewandowskis Quote gegen Freiburg liegt "nur" bei 1,13 Toren pro Spiel.

Die Statistik: 72

Mainz überließ Freiburg ganz bewusst den Ball. Die Breisgauer konnten damit aber herzlich wenig anfangen. Am Ende hatten die Gastgeber ganze 72 Prozent Ballbesitz. Die Torschussstatistik war allerdings mit je 20 Schüssen ausgeglichen und auch die Qualität der Torchancen sprach gerade in der ersten Halbzeit für die Mainzer.

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