Der SC Freiburg dominierte von Beginn an das Geschehen gegen tiefstehende, harmlose Kölner. Das machte es den dominanten Hausherren schwer, Lücken in der Defensive der Gäste zu finden. So mussten individuelle Fehler der Kölner her, um zu Chancen zu kommen, aus einem solchen resultierte auch die verdiente Freiburger Führung. Roland Sallai hob den Ball aus dem Mittelfeld an die Grenze des Kölner Sechzehners. Horn eilte aus seinem Kasten, kam aber zu spät gegen Ermedin Demirovic. Das Ergebnis des Aufeinandertreffens des Stürmers und des Torhüters: eine Bogenlampe. Beim herunterfallenden Ball war Demirovic als erster zur Stelle und köpfte zum 1:0 ins leere Tor (18.).
Köln fand nach dem Rückstand nach und nach etwas besser in die Partie. Dennoch blieben die Gäste meist extrem ungefährlich und kamen einzig durch Marius Wolf zu einem nennenswerten Abschluss (33.). Statt dem möglichen Ausgleich, luden die Domstädter die Freiburger weiter zum Toreschießen ein. Salih Özcan mit dem haarsträubenden Ballverlust an Nicolas Höfler vor dem eigenen Sechzehner. Derb ließ sich nicht zweimal bitten und schob souverän zum 2:0-Pausenstand ein (39.).
Nach der Pause zeigten die Kölner ein letztes Aufbäumen, bevor es ganz bitter aus ihrer Sicht wurde. Nach einer knappen Stunde erzielte Sallai nach Vorarbeit von Demorivic das 3:0 (59.). Nur zehn Minuten später brachte der heute nicht überragende Vincenzo Grifo von links eine Ecke von links auf den zweiten Pfosten. Dort köpfte Demirovic zurück ins Zentrum auf Philipp Lienhart, der Österreicher musste den Ball mit dem Kopf nur noch über die Line drücken (69). Wieder dauerte es genau zehn Minuten, bis die Freiburger einen weiteren Treffer nachlegten. Christian Günter überlief die Kölner Defensivreihe, legte quer auf den eingewechselten Lucas Höler, der wuchtig auf 5:0 stellte (79.). Kurz vor dem Ende hatten die Kölner dann tatsächlich nochmal Glück. Erneut war es Höler, der nach einem Drehschuss nur den linken Pfosten traf (86.).
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"Ein Bierchen" und zwei freie Tage: Köln feiert den Derbysieg
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Am Ende verpassten die Freiburger es, das halbe Dutzend vollzumachen, mit dem fünften Sieg in Serie stellen sie aber immerhin einen vereinsinternen Bundesliga-Rekord auf. Die Krise der Kölner hingegen spitzt sich weiter zu.

Die Stimmen:

Nicholas Höfler (SC Freiburg): "Wir waren wie die letzten Wochen sehr kompakt. Dass es so hoch ausgeht, war nicht zu erwarten. Aber schön zu sehen, dass wir so gut unsere Chancen nutzen können. Wir haben eine extrem gute Mannschaft beisammen und wir arbeiten immer füreinander."
Ermedin Demirovic (SC Freiburg): "Wir haben hart geackert. Dann kommt das alles von selbst. Es war am Anfang ein schweres Spiel. Am Ende haben wir uns für die harte Arbeit belohnt. Philipp Lienhart (SC Freiburg): „Heute haben wir relativ viel gut gemacht. Wir haben gegen den Ball gut gespielt und mit Umschaltsituationen die Tore gemacht. Es ist ein Verdienst der ganzen Mannschaften und des gesamten Trainerteams."
Timo Horn (1. FC Köln): "Es ist schwer, so kurz nach dem Spiel, die passenden Worte zu finden. So kann man nicht auftreten, das ist ganz klar. Wir geraten durch zwei Fehler in der ersten Halbzeit in Rückstand. Wir haben uns in der Pause viel vorgenommen und dann direkt das 0:3 und 0:4 kassiert. Wir waren heute ohne Chance. Wir müssen nach vorne blicken und den FC in der Liga halten."
Marius Wolf (1. FC Köln): „Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Die hatten nur zwei Chancen, die die direkt bestrafen. Hätte ich dafür eine Erklärung, wäre es nicht dazu gekommen. Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. So gewinnst du kein einziges Spiel."

Der Tweet zum Spiel:

Schalke gewann zeitgleich zuhause mit 4:0 gegen Hoffenheim und stellt somit nicht den Negativrekord von Tasmania Berlin ein. Daher wird die Klatsche der Kölner wohl etwas weniger Beachtung finden.

Das fiel auf: Harmlose Geißböcke

Köln zeigte von Beginn an, was es wollte. Einzig und allein den eigenen Kasten sauber halten. Das gelang nach individuellen Fehlern, gepaart mit Freiburger Klasse allerdings überhaupt nicht. Die offensive Durchschlagskraft ließen die Kölner erneut beinahe gänzlich vermissen. Einzig Marius Wolf sorgte mit einem Abschluss in der ersten Hälfte für etwas Gefahr. Kein Wunder also, dass Köln nach 15 Bundesligaspielen nur 13 Treffer gelangen. Einzig Bielefeld und Mainz schafften noch weniger.

Die Statistik: 5

Freiburg stellt mit dem fünften Bundesligasieg in Folge einen Vereinsrekord auf. Zuletzt holte man insgesamt 17 von 21 möglichen Punkten. Freiburg ist die Mannschaft der Stunde. Nächste Woche geht es nach München zum FC Bayern.
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