Das Transparent hätte von Dimitrios Grammozis stammen können. Der Schriftzug "Charakter zeigen - zusammen aufsteigen", wurde dem Trainer von Schalke 04 und seinen Schützlingen von drei unentwegten Fans entgegengehalten, als der Mannschaftsbus in Sinsheim vom Stadiongelände rollte. Nach der nächsten Pleite zu Beginn der Abschiedstour aus der Bundesliga wachsen aber die Zweifel an Grammozis.
"Die Fragen müssen sie eher den Verantwortlichen stellen", antwortete der 42-Jährige im Anschluss an das 2:4 (2:0) bei der TSG Hoffenheim auf die entsprechende Nachfrage: "Ich gebe jeden Tag mein Bestes. Ich habe schon bei meinem Amtsantritt gesagt, dass wir mit Blick auf die nächste Saison zweigleisig planen. Unser Hauptaugenmerk war auf die nächste Saison gerichtet - und jetzt noch mehr."
Doch nicht erst die Niederlage in der ersten Partie seit dem feststehenden Abstieg, die Schalke trotz einer Zwei-Tore-Führung zur Pause kassierte, setzt ein großes Fragezeichen hinter die Personalie Grammozis. Einige Beobachter sind der Ansicht, dass der Coach bereits "verbrannt" ist und deshalb wie zahlreiche Profis den Verein verlassen sollte, um einem kompletten Neuanfang nicht im Wege zu stehen.
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Sportvorstand Peter Knäbel sieht das allerdings anders: "Wir wollen definitiv mit ihm weitermachen", sagte er am Sonntag bei Sky. Die Bilanz von Grammozis ist jedenfalls desaströs - wie die seiner vier Vorgänger. Vier Punkte aus neun Spielen und 4:19 Tore stehen für den früheren Profi zu Buche. Bei der TSG kassierten die Königsblauen bereits die 22. Saison-Niederlage. Seit 27 Auswärtsspielen wartet S04 auf einen Dreier in der Fremde.

Schalke bricht in zweiter Halbzeit ein

Dabei sah es in Sinsheim zunächst gut aus für die Schalker, die durch den Sieg im Hinspiel (4:0) die Einstellung des Negativrekords von Tasmania Berlin (31 Spiele ohne Sieg) im letzten Moment verhindert hatten. Der Ex-Hoffenheimer Mark Uth (12.) und Weltmeister Shkodran Mustafi (42.) brachten die Gäste, bei denen alle Profis trotz der Fan-Angriffe nach dem besiegelten Gang in die 2. Liga an Bord waren, in Führung.
Nach der Pause drehten die Kraichgauer auf. Der überragende kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramaric (47.), Kevin Akpoguma (52.), Christoph Baumgartner (60.) und Ihlas Bebou (64.) trafen innerhalb von 17 Minuten für die Gastgeber, die fünf Spiele in Folge nicht verloren haben. Die Schalker fügten sich widerstandslos in die Niederlage.
Der frustrierte Lizenzspieler-Koordinator Gerald Asamoah sagte:
Diese zweite Halbzeit ist mir unerklärlich."
Und auch Grammozis gestand ein, dass die zweite Hälfte "sehr enttäuschend" verlief.

Rosen glaubt an schnelle Bundesliga-Rückkehr von Schalke

Da die TSG durch den Sieg den Klassenerhalt endgültig eingetütet hatte, konnte sich Alexander Rosen um den niedergeschlagenen Gegner kümmern. Der Hoffenheimer Sportchef sagte:
Für die Bundesliga ist es extrem schade, dass so ein Gigant mindestens für ein Jahr kein Gegner mehr sein wird. Aber sie haben wichtige Entscheidungen getroffen. Sie werden eher kurz- statt langfristig wiederkommen."
Mit den Entscheidungen bezog sich Rosen auf die Weichenstellung der Schalker unter der Woche. Am Dienstag hatte der Traditionsklub, der zum vierten Mal nach 1981, 1983 und 1988 aus der Eliteklasse absteigen wird, den ehemaligen Mainzer Sportchef Rouven Schröder als Sportdirektor für die nächste Saison vorgestellt.
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(SID)

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