Bei der Mission Klassenerhalt musste Werder bereits nach drei Minuten den ersten Rückschlag hinnehmen. Nach Marcus Thurams Hackenpass in den Lauf von Stefan Lainer nutzte Kapitän Lars Stindl die Vorarbeit des Österreichers eiskalt aus und platzierte die Kugel unhaltbar im rechten Eck (3.).
Bremen kam im ersten Durchgang nur selten vors Tor der Borussia, hatte nach 19 Minuten aber dennoch die Riesenchance zum Ausgleich. Angreifer Josh Sargent legte den Ball frei vor Borussia-Torwart Yann Sommer quer auf Davie Selke, der die Kugel aus acht Metern anschließend aber nicht am Schweizer Schlussmann vorbeibrachte (19.).
Bis zur Pause passierte dann nicht mehr viel. Der SVW musste mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine.
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Auch im zweiten Durchgang präsentierten sich die defensiv lethargisch wirkenden Bremer kurz nach Anpfiff abermals nicht auf der Höhe des Geschehens und mussten durch Thuram das 0:2 hinnehmen. Bei einem Doppelpass startete der Franzose gegen die hoch aufgerückte letzte Reihe der Gastgeber aus der eigenen Hälfte, blieb vor Jiri Pavlenka cool und versenkte den Ball sicher im linken Eck (52.).
In der Folge gingen die Köpfe bei Werder immer weiter nach unten: Die Schaaf-Elf ergab sich ihrem Schicksal und stellte die Gegenwehr nahezu komplett ein. Rami Bensebaini verlängerte einen Stindl-Freistoß mit dem Hinterkopf von der Strafraumgrenze zum 3:0 ins Netz (58.), kurz darauf versenkte Florian Neuhaus freistehend aus 13 Metern zum 4:0 (67.).
Gladbach schaltete gegen Spielende ein paar Gänge runter und ermöglichte Werder zumindest noch zwei Ehrentreffer durch Milot Rashica (81.) und Niclas Füllkrug (83.). Weil aber Köln parallel gegen Schalke gewann, taumelte Bremen machtlos gen Abstieg aus der Bundesliga.
Auch für die Borussia gab es zum Saisonende trotz des Sieges nur wenig Grund zur Freude. Durch den Union-Sieg gegen Leipzig verpassten die Fohlen den Sprung auf Platz sieben und sind damit kommende Saison nicht international vertreten.

Die Stimmen zum Spiel:

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): "Im Moment ist es schwer, etwas zu sagen. Die Spieler sitzen in der Kabine, es herrscht absolute Stille. Wir haben es leider nicht so hinbekommen, wie wir es uns erhofft haben. Wir haben versucht, eine Wende hinzukriegen, haben es aber nicht geschafft. Das tut mir am meisten weh."
Niklas Moisander (Werder Bremen): "Das ist ein sehr trauriger Tag für die ganze Stadt und die Fans. Es tut mir so leid, dass wir abgestiegen sind. Es ist schwierig, jetzt Worte zu finden. Das ist ein traumatischer Tag für uns alle."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Hier gibt es heute nur Verlierer. Wir haben das Spiel gewonnen und über weite Strecken sehr gut gespielt. In der Summe ist es aber sehr enttäuschend für uns."

Der Tweet zum Spiel:

Werder-Stürmer Davie Selke vergab in der ersten Hälfte beim Stand von 0:1 die große Ausgleichschance.

Das fiel auf: Erfolglose Rückkehr zur Werder-Raute

Werder-Trainer Thomas Schaaf installierte gegen Gladbach direkt die für ihn so typische Werder-Raute, mit der die Bremer im Jahr 2004 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg feiern konnten. Doch mit der neuen taktischen Ausrichtung kamen die Bremer wenig bis überhaupt nicht zurecht, gewährten den Gladbachern zu viel Platz auf den Flügeln und zwischen den Ketten.
Insgesamt präsentierten sich die Grün-Weißen in den Zweikämpfen zu harmlos und wirkten über weite Strecken des Spiels gehemmt. Nach zuvor nur einem Punkt aus den vergangenen neun Spielen konnte Schaaf der Mannschaft in der Kürze der Zeit nicht mehr das nötige Selbstvertrauen einimpfen.

Die Statistik: 1980

Werder Bremen ist nach 1980 zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte aus der Bundesliga abgestiegen. In der Folgesaison gelang den Bremern damals der direkte Wiederaufstieg ins deutsche Oberhaus.
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