Bremens Fokus lag in der ersten Hälfte auf der Defensivarbeit. Die Hanseaten überließen den Gästen den Ball und lauerten auf Konter. Nennenswerte Offensivszenen waren in den ersten 45 Minuten auf beiden Seiten Mangelware. Nachdem Matthew Hoppe in der zweiten Minute aus spitzem Winkel am Kasten vorbeischoss, gab es lange Zeit keine zwingenden Torchancen.
In der 38. Minute wurde eine tolle Kombination mit dem Schalker Führungstreffer belohnt. Alessandro Schöpf legte nach rechts zu Timo Becker, der in den Strafraum auf Amine Harit durchsteckte. Dieser passte wenige Meter vor der Grundlinie in den Rückraum, wo Omar Mascarell knapp innerhalb der Box rechts unten zum 1:0 einschob.
Anschließend wirkte Werder verunsichert. Bis zum Pausenpfiff spielte sich das Geschehen von diesem Zeitpunkt an größtenteils im Mittelfeld ab. Es war eine erste Halbzeit, in der beide Mannschaften je lediglich einen Schuss aufs Tor platzierten.
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Florian Kohfeldts Halbzeitansprache fruchtete scheinbar, denn seine Schützlinge boten nach dem Seitenwechsel eine deutliche Leistungssteigerung. Werder Bremen war im zweiten Durchgang von Beginn das klar aktivere Team, Schalke war hingegen hauptsächlich mit der Arbeit gegen den Ball beschäftigt. Bremen erarbeitete sich einige Torchancen, blieb aber bis in die Schlussphase in Rückstand.
In der 74. Minute flankte Milot Rashica von links hoch in den Strafraum. Yūya Ōsako setzte sich im Luftduell mit Matija Nastasić durch, indem er aus etwa zehn Metern wuchtig aufs Tor nickte. Keeper Ralf Fährmann kam mit den Fingerspitzen an den Ball und lenkt diesen an die Latte.
Drei Minuten später glichen die Werderaner hochverdient aus. Eine Co-Produktion dreier Joker brachte den Treffer zum 1:1. Ōsako spielten einen langen Vertikalpass auf Rashica, der sich in der rechten Strafraumhälfte durchsetzte und auf die Strafraumgrenze ablegte. Dort lauerte Kevin Möhwald, der mit der Innenseite per Direktabnahme rechts unten zum 1:1 traf.
Anschließend drückten die Hausherren auf den Führungstreffer, der ihnen nicht gelang. Zwar netzte Maximilian Eggestein in der dritten Minute der Nachspielzeit, das Tor wurde jedoch aufgrund einer Abseitsstellung annulliert.
Die Knappen schossen in der zweiten Halbzeit kein einziges Mal, Bremen hatte in derselben Zeit 13 Schüsse auf der Habenseite. Auch die Einwechslung von Klaas-Jan Huntelaar, der in der 80. Minute sein Comeback feierte, schraubte die Schalker Offensivaktionen nicht nach oben.

Die Stimmen:

Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen): "Tabellarisch gesehen, war es wichtig, nicht zu verlieren. Wir hätten es aber trotz der ersten Halbzeit verdient gehabt, zu gewinnen - und wir hätten es gewinnen müssen."
Kevin Möhwald (SV Werder Bremen): "So eine Halbzeit (Anm. d. Red.: die erste Halbzeit) darf uns in einem Heimspiel nicht passieren. Hätten wir unsere Leistung über 90 Minuten gebracht, hätten wir das Spiel gewonnen."
Christian Gross (Trainer FC Schalke 04): "Wir haben zwei unterschiedliche Hälften gesehen. Die erste hat mir sehr gut gefallen - wir sind auswärts dominant aufgetreten. In der zweiten haben wir uns zu sehr hinten reindrücken lassen."
Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): "Erste Halbzeit haben wir gut gespielt. In der zweiten hat Werder umgestellt und wir haben nicht viele Bälle behalten - dann kommt man natürlich unter Druck. 1:1 ist - denke ich - gerecht."

Der Tweet zum Spiel:

Damit hätte vor wenigen Wochen wohl kaum jemand gerechnet.

Das fiel auf: Kolašinac mit der Binde

Drei personelle Startelfveränderungen nahm Coach Christian Gross gegenüber der 0:4-Heimpleite der Königsblauen gegen den FC Bayern vor. Er brachte Sead Kolašinac, Mascarell und Schöpf für Bastian Oczipka, Suat Serdar und Benito Raman. Die letzteren beiden fielen erkältet aus. Kolašinac, der bis 30. Juni dieses Jahres vom FC Arsenal ausgeliehen ist, trug gegen den SV Werder Bremen die Kapitänsbinde - und das, obwohl der bis dato etatmäßige Kapitän Mascarell ebenfalls von Beginn an randurfte. Somit ist es vermutlich beschlossene Sache, dass der 26-jährige Linksverteidiger, der bereits von 2011 bis 2017 für Schalke kickte, neuer Amtsinhaber ist.

Die Statistik: 20

Der FC Schalke 04 blieb im deutschen Fußball-Oberhaus auswärts zum 20. Mal in Folge sieglos, was einen neuen vereinsinternen Negativ-Rekord bedeutet. Von 1963 bis 1965 durchlebten die Königsblauen eine Phase, in der sie in der Bundesliga 19 Spiele hintereinander nicht gewannen.
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