Toni Kroos, Niklas Süle und Co. schauen starr in die Kamera, ihre Stimmen kommen aus dem Off. Die Sätze, die die Fußballstars in dem emotionalen Video vorlesen, sind zum Teil nur schwer zu ertragen.
Es sind gegen sie gerichtete Hassbotschaften aus den Sozialen Medien. Sie reichen von Verletzungswunsch über Rassismus bis zur Gewaltandrohung auch gegen die Kinder der Profis.
"Wir schätzen deine Meinung. Aber Hass ist keine Meinung. Hinter jedem Bildschirm ist ein Mensch", heißt es am Ende des 1:44 Minuten langen Videos, das von "Sports360", der Agentur von Kroos-Berater Volker Struth, und den Berliner Signature Studios produziert wurde.
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"Social-Media-Verantwortliche müssen einen Weg finden, die Anonymität im Netz abzuschaffen", forderte Nationalspieler Kroos: "Jeder, der ein Profil hat, sollte sein Gesicht zeigen und es sollte erkennbar sein, wer sich dahinter verbirgt. Anonym zu pöbeln sollte nicht mehr möglich sein."
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Nagelsmann lobt Engagement von Kroos, Süle und Co.

Neben Kroos und Süle sind in dem Video unter anderem Leipzigs Dayot Upamecano, Rio-Weltmeister Ron-Robert Zieler (1. FC Köln) oder Herthas Maxi Mittelstädt zusehen, der seinen Instagram-Account wegen der vielen Hasskommentare gelöscht hatte. Aus der Bundesliga gab es für die Aktion viel Lob.
"Ich finde, das ist ein sehr wichtiges Video und sehr mutig von den Spielern, sich da zu äußern", sagte Trainer Julian Nagelsmann von Bundesligist RB Leipzig: "Wenn man sich das Video anschaut - das ist erschreckend. Es ist traurig, dass Menschen so miteinander umgehen - natürlich immer unter dem Schutzschild der Anonymität."
Bei Borussia Dortmund gibt es für solche Fälle Ansprechpartner, bei denen sich die Spieler melden können. BVB-Sportdirektor Michael Zorc betonte jedoch: "Das ist kein Problem, das auf den Fußball begrenzt ist. Es geht um Personen, die bekannt sind und im öffentlichen Leben stehen."

Zieler betont: "Cyber-Mobbing ist kein Kavaliersdelikt"

Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich sagte: "Jeder, der sich auf solchen Plattformen befindet, muss damit rechnen, angefeindet zu werden. Das ist leider in der heutigen Gesellschaft so."
Derartige Kommentare könnten "wirklich jeden treffen", sagte Zieler: "Von jung bis alt, Schüler wie Erwachsene." Es habe ihn "Überwindung" gekostet, seine Sätze vorzulesen, erzählte er und betonte: "Cyber-Mobbing ist kein Kavaliersdelikt". Struth nennt die Beleidigungen "ein Verbrechen, das viel zu oft ohne Konsequenzen bleibt. Niemand sollte sich diesen Hass einfach gefallen lassen."
Nagelsmann, der selbst über Berührungspunkte mit Anfeindungen berichtete, forderte daher Maßnahmen gegen das zunehmende Cyber-Mobbing. "Das sind Dinge, die gehören sich nicht, unabhängig vom Sport. Dagegen muss etwas unternommen werden", sagte der 33-Jährige. Das Video der prominenten Spieler sei "ein erster Schritt, da sollten noch einige folgen".
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