Die offensive Spielanlage beider Mannschaften versprach eine abwechslungsreiche Partie - und die boten beide Mannschaften auch.
Insbesondere RB Leipzig suchte direkt den Weg nach vorne. Angelino hatte die erste gute Chance der Partie. Der Spanier nahm eine Flanke aus vollem Lauf volley und zwang Gregor Kobel zu einer Glanztat (3.). Als nächstes versuchte es Marcel Sabitzer mit einem Schuss aus der Distanz (12.).
Aber auch Stuttgart versteckte sich nicht. Sasa Kalajdzic setzte Peter Gulasci unter Druck, sodass der Keeper ungenau auf Dayot Upamecano abspielte. Gonzalo Castro stibitzte den Ball und flankte. Der folgende Schuss von Nicolas Gonzalez wurde aber noch geblockt (14.).
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Verstärkung für das Mittelfeld: Bayern buhlt um Leipzig-Star
GESTERN AM 07:20
Dann bekam Leipzig die große Chance auf die Führung. Pascal Stenzel hatte Emil Forsberg im Strafraum im Laufduell zu Fall gebracht – Elfmeter (21.). Obwohl Forsberg eigentlich Stenzel auf den Fuß trat und nicht umgekehrt, griff der VAR nicht ein. Der Schwede übernahm selbst und schoss in die Mitte. Kobel sprang nach links, riss aber im Sprung noch den Fuß nach oben und lenkte den Ball so an die Latte - eine Weltklasse-Tat des Keepers.
Der verschossene Elfmeter tat den Leipziger Offensivbemühungen keinen Abbruch. Die Leipziger übernahmen immer mehr die Spielkontrolle. Forsberg schoss aus der Drehung drüber (28.), auch Olmo verfehlte das Tor (41.). Nach einem Pass von Angelino kam Sabitzer im Rückraum recht frei zum Abschluss, traf den Ball aber nicht richtig (44.).
Stuttgart beschränkte sich zusehends auf Konter, die sie aber meist nicht gefährlich zu Ende spielten. Die beste Chance hatte Kalajdzic nach einer scharfen Flanke von Silas Wamangituka, doch der Stürmer brachte den Ball trotz akrobatischer Einlage nicht auf das Tor (42.).
Für Leipzig war das 0:0 zu wenig und so kamen die Sachsen mit richtig Schwung aus der Pause. Nach einem Forsberg-Pass tauchte Amadou Haidara frei vor dem Tor auf, schoss aber aus halbrechter Position am langen Pfosten vorbei (47.). Nur eine Minute später war Kobel gegen Forsberg wieder einmal zur Stelle (48.).
Erst nach einer Stunde konnte Stuttgart mal wieder für etwas Entlastung sorgen. Doch genau in diese Phase fiel der Leipziger Führungstreffer. Eine Flanke von Angelino wurde abgefälscht und kam so auf den langen Pfosten, wo Dani Olmo unbedrängt zum 1:0 einschieben konnte (67.).
Der Treffer half den Gästen, die nun nicht mehr zu sehr ins Risiko gehen mussten. Dennoch blieb Leipzig dran und hatte auch weiterhin Chancen. Haidara scheiterte mit einem Flachschuss an Kobel und setzte den Nachschuss über das Tor (80.).
Kurz vor dem Schluss setzte Stuttgart dann nochmal alles auf eine Karte und bekam sogar die große Chance auf den Ausgleich. Gonzalez bekam noch eine Fußspitze an einen Pass und spielte so auf Waldemar Anton weiter, der frei vor Peter Gulasci auftauchte. Doch der RB-Keeper eilte heraus und wehrte den Ball ab (85.). Danach schafften es die "Roten Bullen" aber, die Stuttgarter gut vom eigenen Tor fernzuhalten und sicherten so den verdienten Sieg, der sie zunächst auf Platz eins befördert.

Die Stimmen:

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. Da war es fast ein Spiel auf Augenhöhe. In den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit mussten wir leiden. Wir haben viel Leidenschaft gezeigt. Mit ein bisschen Glück machen wir noch das 1:1."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Wir waren schon die 20 Minuten vor der Pause gut. In der zweiten Halbzeit war es sehr, sehr gut. Wir vergeben zu viele Chancen. Das war schon das Thema in den letzten Wochen. Insgesamt haben wir völlig verdient gewonnen."
Willi Orban (RB Leipzig): "Die erste Hälfte war schon gut. In der Halbzeit haben wir dann ein paar Dinge angesprochen. In der zweiten Hälfte war es dann nochmal deutlich besser. Wir waren die dominante Mannschaft, hatten unglaublich viele Chancen und hätten uns eigentlich belohnen müssen. So war es dann bis zum Ende relativ eng. Unter dem Strich, glaube ich, haben wir verdient geworden. Wir können uns auf die nächsten Wochen freuen."
Gonzalo Castro (VfB Stuttgart): "In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel mitbestimmt. In der zweiten Halbzeit war Leipzig dann vor allem im letzten Drittel noch einen Tick stärker als wir. Wir hätten sehr gerne einen Punkt mitgenommen und hatten am Ende die Chance vom Waldi [Anton, Anm. d. Red] noch. Wenn er die macht, geht es 1:1 aus. Man muss einfach sagen, dass Leipzig eine Top-Mannschaft ist und ich gehe davon aus, dass sie sehr lange oben mitspielen werden."
Gregor Kobel (VfB Stuttgart): "Es ist natürlich enttäuschend. Wir wollten natürlich heute was mitnehmen, aber schlussendlich muss man sagen, dass Leipzig das bessere Team war. Wir haben es über das ganze Spiel nicht geschafft, so richtig Druck aufzubauen, haben viele zweite Bälle verloren. Sie haben es uns einfach schwer gemacht. Von daher geht das in Ordnung."

Das fiel auf: Leipziger Sturmprobleme

Im Sommer verlor RB Leipzig mit Timo Werner und Patrik Schick zwei wichtige Stürmer. Die Neuzugänge Hee-chan Hwang und Alexander Sörloth stachen bisher noch nicht, wodurch bei den Sachsen in der Spitze noch ein Loch klafft. Stattdessen standen gegen Stuttgart gleich sechs Spieler in der Startelf, die potenziell in der Mittelfeldzentrale beheimatet sind. Olmo und Forsberg übernahmen im Wechsel die Position an vorderster Front. Doch gute Abnehmer für die häufigen Flanken von Angelino waren beide nicht. Dieser Fakt spiegelt sich auch in Leipzigs Torquote in dieser Saison wieder. Im letzten Jahr kam Leipzig auf 2,38 Treffer pro Spiel (81 in 34 Spielen), dieses Jahr sind es bisher nur 1,79 (25 in 14 Spielen). Mit der Hereinnahme von Yussuf Poulsen erzeugten die Leipziger auch sofort mehr Gefahr im gegnerischen Strafraum. Auch wenn es Olmo war, der die abgefälschte Flanke über die Linie drückte, hatte der eigentliche Adressat Poulsen zuvor die Aufmerksamkeit am kurzen Pfosten auf sich gezogen.

Der Tweet zum Spiel:

Das Spiel gegen Leipzig ging zwar verloren. Dennoch gab es eine positive Nachricht aus VfB-Sicht. Der Machtkampf an der Führungsspitze, in dem Thomas Hitzlsperger seine Kandidatur als VfB-Präsident verkündet hatte, könnte zu einem Ende kommen (alle Hintergründe hier).

Die Statistik: 0

Stuttgart steht mit 18 Punkten aus 14 Spielen weiterhin sehr solide da. Nur daheim will es beim VfB nicht so richtig laufen. Im eigenen Stadion sind die Schwaben noch ohne Sieg (vier Unentschieden, drei Niederlagen), was Rang 15 in der Heimtabelle bedeutet. Auswärts dagegen gelangen bereits vier Siege (Rang drei in der Auswärtstabelle). Da kann man sich schon auf das kommende Spiel in Augsburg freuen.
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