Die Partie begann denkbar schlecht für die Kölner, denn bereits nach sechs Minuten gab es Elfmeter für Hoffenheim. Ihlas Bebou hatte von der Strafraumgrenze abgezogen und der Ball landete an Sava-Arangel Čestićs Arm. Schiedsrichter Sven Jablonski entschied sofort auf Strafstoß und es gab auch keine Kölner Beschwerden.
Andrej Kramarić trat an, guckte Timo Horn aus und chippte den Ball locker mittig ins Tor (7.). Nach der frühen Führung ließ es Hoffenheim etwas ruhiger angehen und Köln kommen. Doch den Gästen fiel nicht viel ein und so war es nach einer ereignisarmen Phase erneut Kramarić, der für Gefahr sorgte.
Sebastian Rudy steckte auf den Kroaten durch, der ließ Čestićs mit einer Drehung aussteigen und probierte es aus 18 Metern mit links. Der Schuss war durchaus gefährlich, aber zu zentral und so konnte Horn den Ball über die Latte lenken (27.). Nichts mehr machen konnte der Kölner Schlussmann allerdings nach der folgenden Ecke.
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Diese wurde an die Strafraumgrenze abgewehrt, von wo Mijat Gaćinović direkt abschloss. Der Versuch war verunglückt, aber Christoph Baumgartner lenkte ihn aus sechs Metern per Hackentrick ins Tor (28.). Auf den Zwei-Tore-Rückstand reagierte Markus Gisdol mit einem frühen Doppelwechsel (31.).
Der brachte etwas mehr Ruhe ins Kölner Spiel, doch selbst gefährlich wurden die Gäste nur nach Standards. Die hatten es dann allerdings in sich. Zweimal war es Marius Wolf, der denkbar knapp nach einer Ecke vergab. Erst scheiterte er freistehend aus drei Metern am prächtig reagierenden Oliver Baumann (34.) und dann köpfte er eine Hereingabe wuchtig an den Pfosten (45.+1). Hoffenheim hatte noch zwei Kontergelegenheiten vor der Halbzeitpause, aber Kramarić (43.) und Bebou (44.) verzogen beide.
Im zweiten Abschnitt war der FC sichtlich bemüht, doch wieder lud er die Gastgeber zum Tore schießen ein. Ein Querschläger von Jorge Meré landete bei Kramarić und der war frei durch. Eine Möglichkeit, die sich der Torjäger normalerweise nicht nehmen lässt, doch Jannes und Timo Horn schafften es gemeinsam, den Angreifer noch ins Toraus abzudrängen (65.).
Das war allerdings nur ein kurzer Zwischenerfolg, denn das nächste Kölner Geschenk ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Ecke war Baumgartner im Fünfmeterraum vor Anthony Modeste am Ball und wurde vom Franzosen hart an der Wade getroffen (74.). Das gab den nächsten Elfmeter. Kramaric trat wieder an, er verlud Horn erneut und traf dieses Mal links unten (75.).
Das roch nach Entscheidung, doch auf der anderen Seite gab es ebenfalls einen Elfmeter. Wolf war rechts in den Strafraum eingedrungen und von Stefan Posch zu Fall gebracht worden. Modeste wollte Köln noch einmal Hoffnung geben, wählte die linke untere Ecke und scheiterte am ganz stark parierenden Baumann (78.).
Der TSG-Schlussmann hatte bereits unter der Woche gegen Herthas Krzysztof Piątek einen Strafstoß abgewehrt und entschied die Partie gegen Köln mit seiner Parade endgültig. Danach gab es nur noch eine Kopfball-Chance für Modeste, aber auch diese konnte der Kölner nicht verwerten (85.).

Die Stimmen:

Markus Gisdol (Trainer 1. FC Köln): "Es ist schwierig für mich, das Spiel sachlich und nüchtern einzuordnen, weil wir heute Tore bekommen haben, die mich wirklich ärgern. Wenn du so verteidigst, hast du keine Chance auf Punkte."
Marius Wolf (1. FC Köln): "Wir haben einfach zu dumm verteidigt. Die Hoffenheimer schießen drei Tore und wissen selber nicht wie. Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht."
Andrej Kramarić (TSG Hoffenheim, über seinem Rekord): "Ich bin glücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffen kann."
Oliver Baumann (TSG Hoffenheim): "Wir haben echt einen guten Weg eingeschlagen. Die Hinrunde war ein Auf und Ab und mit vielen Ausfällen auch schwierig. Da gab es ein paar Baustellen, die wir hatten und die kriegen wir mittlerweile ganz gut in den Griff."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Fehlende Kölner Durchschlagskraft

Die Kölner waren gar nicht in dem Maße unterlegen, wie es das Ergebnis vermuten lässt, aber wie schon die ganze Saison hatte die Gisdol-Elf Probleme, gefährlich vors Tor zu kommen. Erst in der 85. Minute gab es durch Anthony Modeste die erste gute Tormöglichkeit aus dem laufenden Spiel. Zuvor entstanden die Chance immer in Folge von Standardsituationen.

Die Statistik: 74

Andrej Kramarićs Treffer waren bereits seine Bundesligatore 73 und 74. Damit ist der Hoffenheimer nun der treffsicherste Kroate in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Zuvor teilte er sich diesen Rekord mit Ivica Olić (72). Auf den weiteren Plätzen in dieser Liste folgen Mario Mandžukić (53), Mladen Petrić (51) und Ivan Klasnić (50).
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