Nach einer unspektakulären Anfangsphase bot sich Hertha BSC bereits früh die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Nach einem Foul im Strafraum von Kasim Adams an Jhon Córdoba entschied Schiedsrichter Harm Osmers auf Strafstoß. Krzysztof Piątek trat an und visierte das linke untere Eck an. Allerdings hatte Oliver Baumann im Tor der TSG den Braten gerochen und konnte den Strafstoß parieren (12.).
Anschließend entwickelte sich eine zerfahrene Partie, in der die Hausherren zwar mehr Ballbesitz hatten, diesen aber nicht in gefährliche Torchancen ummünzen konnte. Stattdessen prägten viele kleine Fouls das Geschehen, wirklicher Spielfluss kam zu keinem Zeitpunkt auf.
Hoffenheim hingegen ging mit dem ersten gelungenen Angriff in Führung. Christoph Baumgartner spitzelte den Ball an Maximilian Mittelstädt vorbei zu Sebastian Rudy, der aus 17 Metern halbrechter Position über Alexander Schwolow hinweg ins Berliner Tor traf (33.).
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Hertha war nun gefordert, blieb im ersten Durchgang allerdings eine Ausgleichschance schuldig. Einzig ein Distanzschuss von Vladimír Darida zwang Baumann zu einer Parade (45.+1).
Zur zweiten Halbzeit brachte Bruno Labbadia Deyovaisio Zeefuik für den angeschlagenen Peter Pekarík. Hertha wirkte nun auch motivierter, ein erster Angriff über Mittelstädt und Córdoba brachte allerdings nichts Zählbares ein (46.).
Hertha drückte nun auf den Ausgleich, klare Chancen blieben allerdings auch im zweiten Durchgang eine Seltenheit. Genau in diese Druckphase der Hausherren hinein erhöhten die Gäste dann allerdings auf 2:0. Bei einem Schussversuch von Diadie Samassékou stand Andrej Kramarić sieben Metern vor dem Tor völlig frei und traf ins rechte untere Eck. Der eingewechselte Dodi Lukébakio hatte das Abseits aufgehoben (68.).
Herthas Wille war nun gebrochen, auch wenn Córdoba es noch einmal aus 17 Metern probierte (76.). Insgesamt blieben die Berliner aber einfach zu ungefährlich. Hoffenheim hingegen hatte durch den eingewechselten Ilhas Bebou die große Chance zum 3:0, der Joker traf nach einem langen Pass aus der eigenen Hälfte aber nur den Pfosten (87.).
Wenig später machte Kramarić dann aber alles klar. Der Kroate zirkelte einen Freistoß aus 17 Metern halblinker Position sehenswert über die Berliner Mauer ins linke Toreck (88.) – der Schlusspunkt an diesem kalten Abend im Berliner Olympiastadion.

Die Stimmen:

Sebastian Hoeneß (Trainer TSG 1899 Hoffenheim): "Wir brauchen Punkte und wir brauchen Erfolgserlebnisse, das haben wir heute beides gehabt. Man hat auch gesehen, dass wir in der ersten Halbzeit vor allem etwas fahrig waren. Aber wir haben hinten sicher gestanden und es geht in so einer Situation auch nur über Ergebnisse."
Alexander Rosen (Direktor Profifußball TSG 1899 Hoffenheim): "Wir haben nicht besonders gut gespielt heute, aber wir haben gekämpft."
Niklas Stark (Hertha BSC): "Wir haben das Spiel weitestgehend gut gestaltet, haben aber vorne nicht den letzten Pass finden können. Und außerdem haben wir hinten dann noch drei kassiert. Das war natürlich bitter. Die Fakten stehen jetzt da. Vielleicht müssen wir da was ändern."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Herthas offensives Unvermögen

Gegen Mainz 05, Arminia Bielefeld, den 1. FC Köln und nun gegen die TSG 1899 Hoffenheim erzielten die Berliner keinen Treffer. Dabei ließ Bruno Labbadia – wie bereits gegen Köln – erneut mit einer Doppelspitze aus Jhon Córdoba und Krzysztof Piątek antreten. Dennoch ist es auffällig, wie ungefährlich das Berliner Offensiv-Spiel ist. Dabei verfügt die Mannschaft über hochtalentierte Kräfte wie Matheus Cunha, ebenjenen Piątek oder Dodi Lukébakio. Die kommen allerdings seit Wochen nicht an ihr volles Leistungsvermögen heran, zudem ist das Spiel oftmals zu durchschaubar. Vieles bleibt an Cunha hängen – fällt er aus, oder spielt eben unter seinem Niveau, kann Hertha kaum gefährliche Chancen kreieren. Wenn dann auch noch in der Defensive Fehler passieren wie gegen Hoffenheim, springt eben eine so starke Ergebnis-Krise wie zur Zeit dabei heraus.

Die Statistik: 13 zu 11

Hoffenheim machte aus elf Torschüssen drei Tore – Hertha traf überhaupt nicht und hatte dennoch 13 Torschüsse. So verliert man Bundesliga-Spiele.
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