Die TSG Hoffenheim, die in den letzten zwei Spielen gegen Leverkusen und Leipzig (jeweils 0:0) ohne eigenen Treffer geblieben war, begann gut und hatte nach nur drei Minuten die Chance auf die Führung. Christoph Baumgartners Flugkopfball aus zehn Metern flog jedoch knapp rechts am Gehäuse der Gladbacher vorbei (3.).
Die favorisierten Gäste begannen dagegen relativ verhalten. Dem Spiel mangelte es auf beiden Seiten an Tempo, trotzdem kamen die Gastgeber zu weiteren Abschlüssen. Ein Versuch von Robert Skov aus 18 Metern wurde von Florian Neuhaus' Schienbein abgefälscht, entwickelte eine eigenartige Flugkurve und wurde von Tobias Sippel mit den Fingerspitzen über die Latte gelenkt (22.).
Nur drei Minuten nach dieser Gelegenheit münzten die Gäste ihre erste Chance in einen Treffer um: Stefan Posch hatte im Duell mit Marcus Thuram auf der rechten Außenbahn das Nachsehen und musste den Franzosen gewähren lassen, der mit dem Ball am Fuß in den Strafraum zog und unter Bedrängnis von Florian Grillitsch und Posch das Leder zum mitgelaufenen Alassane Pléa spitzelte. Der Stürmer der Borussia zog flach ab, Grillitsch touchiert den Schuss noch leicht, welcher schließlich relativ mittig im Tor landete (25.).
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Kurz darauf hatte auf der Gegenseite Skov die nächste Chance, doch sein Volley - nach einem feinen Lupfer von Baumgartner - flog aus 16 Metern deutlich drüber. Wesentlich näher dran am Torerfolg war Ilhas Bebou, der sich am Gladbacher Strafraum den Ball eroberte und aus zehn Metern den linken Pfosten traf (31.).
Hoffenheim wollte den Ausgleich und profitierte dabei fast von einem Fehler von Sommer-Vertreter Sippel. Der Schlussmann ließ sich nach einem Rückpass zu viel Zeit, wurde von Baumgartner im eigenen Fünfer fair abgegrätscht, sodass das Leder zu Skov kam, der die Kugel aus spitzem Winkel und kurzer Distanz nur ans Außennetz setzte (40.).
Die vergebenen Chancen sollten sich rächen: Praktisch mit dem Pausenpfiff ging Pléa auf links mit einem schnellen Übersteiger an Gegenspieler Posch vorbei, passte flach in die Mitte, wo Valentino Lazaro das Leder zur 2:0-Halbzeitführung über die Linie drückte. Zweite Chance, zweites Tor - eiskalt!
Die Gladbacher Effektivität aus Hälfte eins sollte die TSG im zweiten Abschnitt für sich beanspruchen. Andrej Kramaric eröffnete die Aufholjagd der Kraichgauer mit seinem Anschlusstreffer in der 48. Minute. Posch hatte nach einer Grillitsch-Flanke auf den Kroaten per Kopf quergelegt, der wiederum aus zehn Metern - mit Hilfe des Innenpfostens - auf 1:2 verkürtze.
Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß wirkte zielstrebiger und ließ weitere Taten folgen: In der 60. Minute leitete Pavel Kaderabek ein Zuspiel mit Schnitt direkt von rechts weiter ins Strafraum-Zentrum. Dort verpasste erst Skov, doch Bebou stand ebenfalls parat und grätschte die Hereingabe zum 2:2 über die Linie (60.).
Damit aber noch nicht genug. Gladbachs Leistung glich in dieser Phase einem Totalversagen. Die Folge: Hoffenheim drehte die Partie. Wieder leitete Kaderabek das Tor ein, indem er Bensebaini auf rechts ins Leere grätschen ließ und das Auge für Kramaric hatte, der sich im Rückraum von seinem Gegenspieler gelöst hatte. Der Kroate platzierte die Hereingabe des Tschechen - unhaltbar für Sippel - in der unteren linken Ecke zum 3:2 für die Hausherren (65.).
Borussia-Coach Rose reagierte mit diversen Wechseln auf den Rückstand, die aber keine neuen Impulse brachten. Stattdessen verpassten Kramaric (81.) und Grillitsch (90.+3) die Vorentscheidung. Dennoch reichte es für die TSG zum mehr als verdienten Heimsieg gegen schwache Gäste.

Die Stimmen:

Florian Grillitsch (TSG Hoffenheim): "Wir haben uns in der Pause gesagt, dass wir uns für den Aufwand belohnen müssen. Der Trainer hat uns dann noch den letzten Push gegeben. Und deswegen haben wir am Ende völlig verdient gewonnen."
Chris Richards (TSG Hoffenheim): "In der Pause haben analysiert, was wir falsch gemacht haben. Danach hat es besser funktioniert und wir haben uns mit den drei Toren den Sieg verdient."
Stefan Lainer (Borussia Mönchengladbach): "Auf der Zielgeraden wären das heute drei wichtige Punkte für uns gewesen – die haben wir jetzt liegen lassen. Das ist extrem bitter. Gegen Frankfurt haben wir eine Top-Leistung gezeigt. Wir haben gekämpft und sind viel gelaufen - diese Tugenden haben wir heute vermissen lassen. Auch deswegen waren wir in unserem Spiel heute nicht so dominant, auch wenn wir zwei Tore gemacht haben. Es zieht sich irgendwie durch unsere Saison, dass wir nach guten Spielen nachlassen – daran müssen wir arbeiten. Nach der Pause war unsere Leistung noch schlechter als davor, das gilt es zu analysieren. Die letzten Prozent haben heute gefehlt."
Sebastian Hoeneß (Trainer TSG Hoffenheim): "Wir haben auch in den ersten 45 Minuten ein gutes Spiel gezeigt. Das Ergebnis war zu dem Zeitpunkt eine Farce. Wir brauchten ein Tick mehr Überzeugung vor dem Tor. Die Jungs haben die ganze Zeit daran geglaubt und nach dem 1:2 ging es richtig los. Wir haben über 90 Minuten ein gutes Spiel gezeigt. Einzig die beiden Gegentore stören heute."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir wollten heute gewinnen und unsere Erfolgsserie ausbauen, aber wir haben heute verdient verloren. Die Jungs waren in der englischen Woche am Limit. Leider konnten wir heute tabellarisch keinen Boden gutmachen. Wir müssen an unserer Leistung arbeiten, damit wir in den nächsten Spielen besser punkten."

Der Tweet zum Spiel:

Pavel Kaderabek avancierte mit zwei punktgenauen Vorlagen -neben Doppeltorschütze Andrej Kramaric - zum Matchwinner. Das Duo belohnte eine gute Teamleistung auf diese Weise mit einem Sieg.

Das fiel auf: Gladbachs Effektivität kaschiert schwache Leistung

Trotz eines behäbigen Spiels gab es in Sinsheim etliche Chancen zu sehen. Die Gladbacher profitierten dabei von ihrer individuellen Klasse und nutzten zwei Torschüsse für zwei Tore. Darüber hinaus gab es jedoch wenig Positives im Spiel der Borussia. Hoffenheim kontrollierte das Geschehen, machte aber zu wenig aus den eigenen Möglichkeiten.
Nach dem Seitenwechsel bestraften die Kraichgauer das viel zu passive Gladbacher Ballgeschiebe endlich konsequent. Die TSG agierte mit mehr Tempo und hatte nun auch die Durchschlagskraft in der Offensive. Gladbachs desolate Leistung - vor allem nach der Pause - wird bei einem Blick auf die Torschuss-Statistik deutlich: ein Ball kam in den zweiten 45 Minuten auf den Kasten von Oliver Baumann. Viel zu wenig für die Europa-Ambitionen der Gäste.

Die Statistik: 17

Ganze siebzehn Minuten brauchte die TSG um einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung umzubiegen. Eine starke Aufholjagd der Kraichgauer!
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