Union Berlins Matchwinner Max Kruse stand inmitten von Pyro-Nebel, genoss die "Kruse, Kruse"-Gesänge der zurückgekehrten Fans und strahlte mit seinen feiernden und feixenden Kollegen um die Wette.
Mit seinem Last-Minute-Treffer zum 2:1 (0:0)-Sieg gegen Vizemeister RB Leipzig schoss ausgerechnet der Conference-League-Kritiker die "Eisernen" im Fernduell mit seinem Ex-Klub Borussia Mönchengladbach in den neuen Europacup-Wettbewerb und sorgte damit für den größten Erfolg in der Geschichte der Köpenicker.
"Es ist Weltklasse, dass wir uns im letzten Spiel in der letzten Minute für unsere sensationelle Saison belohnen", sagte der Torjäger nach seinem elften und sicherlich wichtigsten Saisontreffer am "Sky"-Mikrofon im flaschenbierdurchtränkten Jubel-Shirt mit der Aufschrift "Union spielt international".
Bundesliga
Neu-Leipziger Silva schwärmt von Landsmann: "Er steht über allem"
VOR 13 STUNDEN
Zu seinen Vorbehalten gegen die Conference League ("Darauf habe ich irgendwie keinen Bock. Ich weiß nicht einmal, was das ist") stand Kruse jedoch auch in der Stunde des Erfolgs: "Ich will glaubwürdig bleiben. Aber ich habe auch gesagt, dass ich jedes Spiel gewinnen will, und es war klar, dass wir in dieser Liga spielen, wenn wir gewinnen, und ich gebe immer alles, dass wir Siege einfahren", sagte Kruse. Und deutete augenzwinkernd für den Abend nach einem Abendessen mit seinem Vater eine Mini-Sause "mit einer Shisha und ohne Alkohol" an.

Kruse schlägt in der Nachspielzeit zu

Grund zu feiern haben Kruse und Union genug. Sein Tor in der Nachspielzeit drehte die Begegnung endgültig. Zuvor hatte Marvin Friedrich (67.) die Führung der Gäste, bei denen Trainer Julian Nagelsmann letztmals vor seinem Wechsel zu Meister Bayern München auf der Bank saß, durch Justin Kluivert (55.) ausgeglichen und damit erst die Weichen Richtung Europa gestellt.
In der Alten Försterei, die wegen eines Pilotprojektes der Stadt Berlin auf 2000 Plätzen gefüllt war, suchten beide Teams zu Beginn nach ihrem Spiel. Leipzig bemühte sich vor allem über Linksaußen Kluivert um Kombinationen, Union stand sicher.
Einen Fehler der Sachsen nutzte beinahe Kruse (5.). Der Ex-Nationalspieler überlistete den zu weit vor dem Tor stehenden RB-Ersatztorwart Josep Martinez, der für EM-Urlauber Peter Gulacsi auflief, per Bogenlampe aus 40 Metern. Sein Schuss ging jedoch gut zwei Meter am Tor vorbei.

Kluiverts Treffer reicht nicht

Leipzig suchte in der Folge immer wieder die Vertikale, Unions Abwehr um Friedrich und Robin Knoche war im entscheidenden Moment meist zur Stelle - doch nach vorne ging wenig. Bis Union-Stürmer Petar Musa (34.) plötzlich frei stand: Nach einem Spielzug über Kruse und Christopher Lenz traf der Tscheche aber nur den linken Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel wurde Leipzig wesentlich aktiver, Nagelsmann brachte im Laufe der zweiten Hälfte Christopher Nkunku und Yussuf Poulsen. Das machte sich schnell bezahlt, denn Nkunku legte Kluivert die Führung auf.
Die Berliner antworteten nach einer Ecke durch Friedrichs Volleyschuss zum 1:1. Danach hielt Luthe die Platzherren mit mehreren Paraden im Rennen um den Europacup-Platz, den Kruse für Union perfekt machte.
Das könnte Dich auch interessieren: Alaba, Boateng, Piszczek, die Benders: Bye, bye Bundesliga
(SID)

Flick verrät: Das war mein emotionalster Bayern-Moment

Bundesliga
Union Berlin holt Eintracht-Keeper - Sorge um Duo
20/07/2021 AM 11:11
Bundesliga
Wildert der BVB bei RB? Rose hat wohl auch Sabitzer auf der Liste
07/07/2021 AM 07:50