Nach zuletzt straken Auftritten zuhause im Schwarzwald-Stadion ging der Sportclub heute etwas gemächlicher in diese Begegnung. Die Gäste aus Berlin hingegen liefen früh an und störten die Freiburger früh. Stets wenn ein Spieler der Gastgeber im Ballbesitz war, liefen sogleich zwei Spieler von Union auf diesen zu und blockierten Abspielgelegenheiten.
In der Folge waren es auch die Gäste, die mehr vom Spiel hatten. Deren Spiel mit und auch gegen den Ball wirkte sehr kompakt und gut organisiert. Dennoch waren Möglichkeiten – vor allem Torabschlüsse – Mangelware. Freiburgs einziger Torschuss war ein Distanzschuss von Nils Petersen. Union-Schlussmann Loris Karius fing den Ball recht sicher herunter.
Die beste Chance im ersten Durchgang hatte Union durch Robert Andrich am Fuß, als dieser es mit einem Abschluss kurz vor der Strafraumgrenze versuchte und den Freiburger Kasten nur knapp am rechten Pfosten verpasste (29.).
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Die Minuten vor der Pause gestalteten sich recht zäh und das Spiel wirkte durch viele kleine Unterbrechungen sehr zerfahren. Da in der ersten Halbzeit wenig passierte, was Anlass für eine Nachspielzeit gegeben hätte, pfiff Schiedsrichter Sören Storks pünktlich nach 45 Minuten ab.
Nach Wiederanpfiff sah man zunächst ein konträres Bild am Platz. Es schien fast so, als hätte sich Freiburg was vom Spiel der Gäste abgeschaut. Hohes Pressing und frühes Anlaufen sah mal plötzlich vom Team, das in der ersten Halbzeit genau mit diesen beiden spielerischen Mitteln des Gegners zu kämpfen hatte.
Mit einer Kopfballchance von Lucas Höler, die der 26-jährige nicht entscheidend auf das Tor platzieren konnte, hatte man auch gleich eine dicke Gelegenheit auf die Führung (49.).
Union tat sich folglich schwer und hatte viel Mühe, ihren Spielaufbau organisiert durchzuziehen. Dennoch waren es die Berliner, die mit weiterem Spielverlauf jubeln durften. Gerade im Moment, als Christian Streich neue und frische Offensivkräfte brachte, diese sich am Spielfeld einfinden mussten, zappelte der Ball plötzlich im Netz hinter SC-Keeper Florian Müller.
Grischa Prömel war mit dem Kopf zur Stelle als Marcus Ingvartsen nach einem straken Antritt auf rechts eine Hereingabe ins Zentrum brachte (64.).
Die Freiburger wirkten etwas geknickt nach dem Treffer der Gäste. Schließlich kam man so gut aus der Pause. Doch auch ein Blick auf die Statistik, die über 60 Prozent Ballbesitz für den Sportclub auswies, zeigte, dass man mit Ballbesitz allein eben keine Spiele gewinnt.
Einmal musste der Berliner Keeper Karius den Ball dennoch hinter sich aus dem Netz klauben, als der eingewechselte Jeong Woo-yeong eine Hereingabe von Keven Schlotterbeck im Tor der Berliner unterbrachte. Und sein Treffer hätte wohl auch gezählt, wenn sich der Ball vor Schlotterbecks Flanke nicht schon im Tor-Aus befunden hätte (74).
In der Schlussphase wurde die Partie durch viele kleine Fouls unterbrochen und auch am Platz ging es ruppiger zu. Ein böses Foul von Niko Gießelmann an Jeong, bei dem der Berliner ohne Aussicht auf den Ball in den Gegner rannte, musste gar mittels Videoschiedsrichter hinsichtlich der Farbe der Karte begutachtet werden. Es blieb bei der zuvor vom Unparteiischen gezückten Gelben Karte (85.).
Und apropos bleiben: Es blieb auch beim 1:0 für Union, die mit dem heutigen Sieg in der Tabelle am SC Freiburg vorbeiziehen konnten und nun sogar an den Europa-League-Plätzen schnuppern.

Die Stimmen zum Spiel:

Loris Karius (Union Berlin): "Das war unser zweites Spiel in Folge ohne Gegentor. Das ist wichtig, denn so kann ein Tor reichen - wie dieses Mal. Wir haben es als Kollektiv gut gemacht. Der Trainer hat sich einen Sieg gewünscht. Das haben wir geschafft."
Grischa Prömel (Union Berlin): "Es war ein Spiel, das eigentlich 0:0 ausgehen sollte", sagte SC-Kapitän Christian Günther: "Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt, dann darfst du kein Gegentor bekommen und einen Punkt mitnehmen."
Urs Fischer (Union Berlin): "Das war eine sehr gute Leistung von uns, sonst hätten wir in Freiburg nicht gewinnen können. Die Mannschaft hat den Plan 90 Minuten umgesetzt und solidarisch verteidigt. Und wir konnten immer wieder Nadelstiche setzen."
Christian Streich (SC Freiburg): "Union ist extrem schwer zu spielen. Sie haben eine unglaubliche Körperlichkeit. Es war ein umkämpftes Spiel, wir kamen in der ersten Halbzeit nicht gut rein. Nach der Halbzeit war's besser - aber dann hatte Union den einen Angriff und geht in Führung. Am Ende ist es nicht unverdient für Union."

Das fiel auf: Schlotterbeck-Swap

Die Gebrüder Schlotterbeck sehen sich nicht nur äußerlich ähnlich, sie gehen auch fußballerisch einen sehr ähnlichen Weg. Zwar stehen Keven als auch Nico beim SC Freiburg unter Vertrag, dennoch haben sich beide schon einmal das Trikot von Union Berlin übergestreift: Der Innenverteidiger Keven war vergangene Saison an die Berliner ausgeliehen, sein jüngerer Bruder Nico und ebenfalls Innenverteidiger wurde für diese Spielzeit von Union ausgeliehen.

Der Tweet zum Spiel:

Union-Trainer Urs Fischer feierte seinen 55. Geburtstag. Der Schweizer ist seit 1. Juni 2018 Cheftrainer der Berliner und führte den Klub gleich in seiner Debüt-Saison erstmals in die Bundesliga.
Mit dem Sieg hier in Freiburg hat ihm seine Truppe heute ein ideales Geschenk zu seinem Ehrentag gemacht.

Die Statistik zum Spiel: 1

Mit dem 1:0-Sieg entführten die Berliner erstmals Punkte aus Freiburg. Nach zwei Auswärts-Niederlagen in der 2. Bundesliga sowie dem verlorenen Spiel in der letztjährigen Hinrunde, gelang es den Berlinern somit zum ersten Mal, im Schwarzwald-Stadion zu gewinnen.
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