Stuttgart erwischte den besseren Start in die Partie und hatte auch die ersten gefährlichen Abschlüsse. In einer ausgeglichenen Anfangsphase gelang dem VfB mit dem ersten gelungenen Angriff die Führung. Silas Wamangituka brach nach einer Viertelstunde am rechten Flügel durch, seine flache Hereingabe verlängerte Kasim Adams unglücklich ins eigene Tor (15.). Sasa Kalajdzic hatte den Ball direkt vor ihm verfehlt.
Kurz darauf scheiterte Castro, der wieder in die Startelf zurückgekehrt war, mit einem Distanzschuss an TSG-Torhüter Oliver Baumann (20.).
Die Gäste aus Hoffenheim hatten zunächst Schwierigkeiten, die gut gestaffelte Defensive der Stuttgarter zu knacken. Die größte Chance auf den Ausgleich in der ersten Spielhälfte hatte Torjäger Andrej Kramaric, der nach einer punktgenauen Flanke von Pavel Kaderábek mit einem wuchtigen Kopfball aus elf Metern aber an Gregor Kobel scheiterte (37.).
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Sechs Minuten später rutschte eine Flanke des Tschechen durch und Ryan Sessegnon platzierte seinen Kopfball auf dem Tor (43.).
Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Hoffenheimer den Druck, das Tor wollte aber nicht gelingen. Bei einem Distanzschuss von Florian Grillitsch (55.) musste sich Kobel mit einer Glanzparade auszeichnen, zwei Minuten später verzog der glücklose Kramaric (57.) knapp. Ganz anders die Matarazzo-Elf, die nach einem Konter eiskalt zuschlug.
Durch einen genialen Steilpass von Gonzalo Castro konnte Wamangituka alleine über die rechte Seite marschieren und legte im Sechzehner sehr gut quer für Kalajdzic, der aus elf Metern vollendete (64.) - schon sein 13. Saisontor.
Hoffenheim versuchte es mit einer Schlussoffensive, hatte aber weitestgehend kein Glück im Abschluss, vor allem Kramaric machte eine unglückliche Figur. Zunächst verfehlte er das Tor aus 17 Metern zentraler Position (70.). Danach bediente der Kroate Munas Dabbur, der aus kurzer Distanz allerdings auch nur das Außennetz traf (77.).
Der Israeli bediente den Kroaten sechs Minuten später an der Sechzehnerkante, doch Kramaric verfehlte erneut den Kasten. Baumann parierte noch einmal sehr stark gegen Wataru Endo, der am kurzen Pfosten von Wamangituka sehr gut freigespielt wurde (84.).
Nach einem starken Distanzschuss von Robert Skov schnappte sich Kramaric den Nachschuss aus kürzester Distanz. Waldemar Anton verhinderte allerdings mit seinem Block den möglichen Ausgleichstreffer kurz vor dem Ende (90.).
Mit dem dritten Sieg in den letzten vier Spielen hat sich der Aufsteiger aus Schwaben in den Kampf um die internationalen Startplätze eingeschaltet. Neun Spieltage vor Saisonende liegen die Stuttgarter mit 36 Punkten auf Tabellenplatz acht - in Schlagdistanz zu Union Berlin (38) und Bayer Leverkusen (40).
Die mit Europacup-Ambitionen in die Saison gestarteten Hoffenheimer um Trainer Sebastian Hoeneß mussten dagegen einen bitteren Rückschlag einstecken. Für die Kraichgauer war es die erste Pleite nach vier Spielen ohne Niederlage.

Die Stimmen zum Spiel:

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben ein gutes Spiel von uns gesehen. Wir sind gut reingekommen und haben das Spiel kontrolliert. Auch nach dem 2:0 waren wir sehr abgezockt und haben bis zum Schluss einen sehr reifen Fußball gespielt. Unter dem Strich haben wir verdient gewonnen."
Sebastian Hoeneß (Trainer TSG Hoffenheim): "Wir haben 16 Torschüsse in Stuttgart, das muss einfach reichen für Tore. Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, es hat einfach die Effektivität gefehlt. Natürlich haben wir uns die Hoffnung gemacht, punktetechnisch näher ranzurücken und in einer Position zu sein, um zu jagen. Du brauchst Punkte, um in der Jagdposition zu sein, aber die werden wir uns wieder erspielen."
Florian Grillitsch (TSG 1899 Hoffenheim): "Wir waren heute zu ineffizient. Der letzte, vorletzte Pass hat nicht gestimmt, das hat sich die kompletten 90 Minuten durchgezogen. Wir sind sehr frustriert. Wir haben ein bisschen nach oben geschielt, aber wenn wir hier nicht gewinnen, wird's damit nichts."
Ihlas Bebou (TSG 1899 Hoffenheim): "Stuttgart hat es vor dem Tor heute besser gemacht. Wir haben zu oft die falsche Entscheidung getroffen. In der zweiten Hälfte sind wir nochmal zurückgekommen und hatten viel Zug nach vorne, nach dem 0:2 war es aber natürlich sehr schwer."
Gonzalo Castro (VfB Stuttgart): "Wir wollen das Maximale herausholen. Wenn wir am Ende da oben stehen, werden wir uns freuen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Hoffenheim zu ineffizient

Schaut man auf die Spielstatisitk, schien Hoffenheim komplett überlegen gewesen zu sein. Die TSG kam auf 57 Prozent Ballbesitz, hatte die bessere Passquote (84 Prozent gegenüber 77 beim VfB) und führte in der Schuss-Statistik mit 16:7. Lediglich die Zweikampfquote sprach minimal für die Stuttgarter (49:51 Prozent). Die aber nutzten ihre Chancen besser und fuhren so einen verdienten Heimsieg ein.

Die Statistik: 7

Erst umarmte Serientäter Sasa Kalajdzic überglücklich Trainer Pellegrino Matarazzo, dann stürmte der Torjäger des VfB Stuttgart auf die leere Tribüne. Dort verschenkte der Österreicher sein Trikot an einen Mitarbeiter. "Das ist unser Corona-Typ", berichtete Kalajdzic nach dem 2:0 (1:0) gegen die TSG Hoffenheim bei "Sky", "er macht unsere Tests. Er hat mir so oft geholfen, das ist das Mindeste, was ich zurückgeben kann." Der 23-Jährige hatte allen Grund, spendabel zu sein. Mit seinem Tor zum 2:0 (64.) hatte der Stürmer nicht nur den Sieg der Stuttgarter gesichert, sondern auch den Klubrekord von Fredi Bobic aus der Saison 1995/96 eingestellt: Er traf im siebten Spiel in Folge. "Ich bin wunschlos glücklich", sagte Kalajdzic, "es kann gerne so weitergehen."
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(mit SID)

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