Wolfsburg war von Beginn an das aktivere Team. Die Bremer tauchten in der 13. Minute erstmals erwähnenswert in der Offensive auf und gingen dabei prompt mit 1:0 in Führung. Yuya Osako, der für den kurzfristig ausgefallen Josh Sargent in die Startelf rückte, luchste Maxence Lacroix den Ball auf der linken Seite, wenige Meter vor der Grundlinie, ab. Der Japaner drang in den Strafraum ein und gab flach in den Fünfer. Dort vollstreckte Leonardo Bittencourt per Direktabnahme.
Die passende Antwort der Glasner-Elf ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Sie drehte die Partie innerhalb von wenigen Minuten.
Lacroix, der knapp außerhalb des Mittelkreises nicht bedrängt wurde, passte in der 22. Minute vertikal nach vorne zu Ridle Baku. Dieser schoss in zentraler Position aus 17 Metern Torentfernung rechts unten zum 1:1 ein.
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In der 25. Minute standen Maximilian Arnold und Josip Brekalo auf der linken Seite, etwa anderthalb Meter vor dem Strafraum, zum Freistoß bereit. Ersterer führte kurz aus, indem er Brekalo bediente. Dieser drang in die Box ein, dribbelte und flankte hoch vors Tor, wo John Brooks aus acht Metern zum 2:1 einnickte.
Zehn Minuten später kassierten die Wölfe durch den zweiten Schuss auf ihren Kasten jedoch den zweiten Gegentreffer. Ludwig Augustinsson gab von links per Eckstoß hoch auf den ersten Pfosten. Dort verlängert der in der 32. Minute eingewechselte Kevin Möhwald aufs lange Eck, wo der Ball zum 2:2 im Kasten einschlug.
Doch der VfL überzeugte erneut durch Comeback-Qualitäten. Zwei Minuten nach dem Treffer zum 2:2 sorgte Wout Weghorst für die erneute Wolfsburger Führung. Brekalo legte in der rechten Sechzehnerhälfte quer. Admir Mehmedi berührte den Ball nur leicht, sodass dieser bei Weghorst landete. Dieser hämmerte direkt aufs Gehäuse und netzte links unten zum 3:2-Halbzeitstand ein.
Nach dem Seitenwechsel ging es spektakulär weiter. In der 47. Minute lenkte Brooks den Ball nach einer Rashica-Hereingabe unglücklich zum 3:3 ins eigene Tor, womit bereits sechs Treffer gefallen waren, ohne dass die Torhüter einen Schuss parierten.
Anschließend zeichneten sich die Schlussmänner durch Paraden aus, ehe die spielbestimmenden Niedersachsen in der Schlussviertelstunde auf 4:3 stellten. Xaver Schlager steckte in der 76. Minute klasse auf Jérôme Roussillon durch, der vom linken Flügel unbedrängt ins Zentrum flankte. Dort köpfte Weghorst aus etwa acht Metern hoch ein.
Vier Minuten danach musste Möhwald runter. Der ehemalige Nürnberger leistete sich nach eigenem Fehlpass ein taktisches Foul an Maximilian Philipp und sah dafür Gelb-Rot.
Werder warf in der Endphase des Spiels alles nach vorne und kassierte in der fünften Minute der Nachspielzeit das leistungsgerechte 5:3. Hochstehende Bremer, die sich zunächst mit allen Feldspielern in der gegnerischen Hälfte befanden, kassierten einen Konter. Weghorst leitete aus dem Mittelkreis zu Joker Bartosz Białek weiter, der nach links zu João Victor spielte. Dieser gab auf seinen Passgeber, der rechts in der Box aus sechs Metern zum 5:3 traf.

Die Stimmen:

Oliver Glasner (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir freuen uns riesig, dass wir gewonnen haben. Das war ein wildes Spiel am heutigen Abend. 5:3 Tore hatten wir gefühlt nach den ersten sechs Spielen. Bremen hat mit den ersten drei Bällen aufs Tor getroffen, aber die Reaktion der Mannschaft hat mir sehr gefallen. Wir haben schöne Tore geschossen, haben mutig nach vorne gespielt."
Wout Weghorst (VfL Wolfsburg): "Wir müssen schärfer und fokussierter aus der Kabine kommen - das ist uns jetzt schon häufiger passiert. Es war ein knappes Spiel, aber ein super Sieg für uns."
Florian Kohfeldt (Trainer SV Werder Bremen): "Wir haben heute schlecht verteidigt. Daran hat es gelegen. Es muss auch wehtun in den Zweikämpfen - das hat heute in den entscheidenden Momenten gefehlt. Die Leidenschaft war da - das hat jeder gesehen. Für die Zuschauer war es ein schönes Spiel, mir hat es nicht so gefallen."
Ömer Toprak (SV Werder Bremen): "Wir haben es heute verschenkt. Wir haben viele Zweikämpfe verloren. Die Tore waren zu billig. Wenn du drei Tore hier schießt, musst du was mitnehmen."

Der Tweet zum Spiel:

Der VfL Wolfsburg benötigte für seine ersten drei Treffer hingegen drei Schüsse aufs Tor - Chancenwucher …

Das fiel auf: Gegen den Trend

In Bundesligapartien mit Beteilung der Wölfe oder der Bremer fielen in der laufenden Saison bis zu diesem Spieltag die wenigsten Treffer. Diesmal sollte jedoch alles anders kommen. In der 37. Minute rappelte es bereits zum fünften Mal an diesem Abend. Mit dem 3:2 ging es dann auch in die Kabinen, womit der erste Durchgang zwischen Bayer 04 Leverkusen und Borussia Mönchengladbach (7. Spieltag, Pausenstand: 2:2) als torreichste erste Halbzeit in der aktuellen Spielzeit abgelöst wurde. Im zweiten Abschnitt ging das muntere Toreschießen weiter.

Die Statistik: 9

Startrekord eingestellt: Die Wölfe blieben, wie bereits in der Vorsaison, an den ersten neun Bundesliga-Spieltagen ungeschlagen. In dieser Spielzeit gewannen sie viermal und teilten fünfmal die Punkte - ebenso wie 2019/20.

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