Man hätte meinen können, dass die Marschrichtung in diesem Spiel gerade auf heimischen Boden und der starken Leistungen der Wolfsburger klar vorgegeben sei. Vor allem gegen die zuletzt schwächelnde Hertha aus Berlin sollten drei Punkte das klare Ziel sein.
Die Anfangsphase offenbarte jedoch alles andere als ein leichtes Spiel für die Niedersachsen. Hertha kam mit einem guten Plan ins Spiel und zeigte eine großartige Organisation auf dem Platz. Der VfL hatte in der Folge viel Mühe und musste sich viel bewegen, um länger in Ballbesitz zu bleiben.
Es entwickelte sich ein munteres Spiel, das in beide Richtungen ging und von dem die Hertha phasenweise mehr Anteile hatte. 60 Prozent Ballbesitz wiesen die Statistiker für die Berliner aus und das Team von Pal Dardai zeigte auch den Tick mehr an Initiative mit dem Ball.
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VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC

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Nach einer guten halben Stunde erhöhten die Wolfsburger dann den Druck und setzten sich erstmals länger vor dem Strafraum der Gäste fest. Herthas Defensive überstand diese kleine Druckphase zunächst unbeschadet, doch in der 38. Minute war der Bann dann gebrochen.
Ridle Baku brachte nach einem starken Antritt auf der rechten Seite eine gefährliche Flanke ins Zentrum, die Herthas Lukas Klünter beim Klärungsversuch ins eigene Tor beförderte.
Nach dem 1:0 nahmen beide Teams etwas Tempo aus dem Spiel und ließen das Spiel in Richtung Pause vergehen. Mit der etwas schmeichelhaften Führung für die Wolfsburger ging es dann auch in die Pause.
Nach Wiederanpfiff musste man erstmals gute zehn Minuten warten, bis beide Teams wieder Fußball auf dem Platz zeigten. Viele kleine Fouls sorgen für Unterbrechungen und überschaubaren Spielfluss.
Zur Pause musste die Hertha bereits zweimal wechseln – einmal davon wohl verletzungsbedingt: Der angeschlagene Matheus Cunha sowie Nemanja Radonjic blieben draußen, die beiden wurden ersetzt von Krzysztof Piątek und Jhon Córdoba. Doch es kam richtig bitter für die Hertha, als es nach der rauen Anfangsphase im zweiten Durchgang auch für Sami Khedira nicht mehr weiterging. Er musste ab der 55. Minute von Mattéo Guendouzi ersetzt werden.

VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC

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Trotz des Verletzungspechs kamen die Berliner im Anschluss besser in die Gänge und hatten durch einen Kopfball aus kurzer Distanz von Deyovaisio Zeefuik die beste Möglichkeit zum Ausgleich – VfL-Keeper Koen Casteels rettete mit einer Glanzparade (58.).
Gut zehn Minuten vor dem Ende zeigte Schiedsrichter Bastian Dankert nach einem Angriff der Hertha plötzlich auf den Punkt und gab Strafstoß für die Gäste. Es war zunächst nicht ganz klar, ob wegen eins vermeintlichen Handspiels oder wegen eines Fouls im Strafraum (79.).
Córdoba hatte die Riesen-Gelegenheit für die Hertha auszugleichen, doch wieder war der belgische Schlussmann der Wolfsburger zur Stelle und konnte entschärfen. Piąteks Nachschuss landete dann am Arm bzw. Rücken von Marin Pongracic, weshalb es zunächst nach Handspiel aussah, doch die Wiederholung zeigte, dass der Ball den Arm nicht berührte.
Nachdem der Unparteiische sich die ganze Situation nochmals selbst angesehen hatte und auch ein potenzielles Foul zuvor von Baku an Córdoba ausschließen konnte, nahm er den Strafstoß gegen die Wolfsburger zurück (82.).
Das endgültige K.o. für die Hertha setzte es dann kurz vor Schluss, als Maxence Lacroix nach einem Eckball von Maximilian Arnold am höchsten stieg und zum 2:0-Endstand einnickte (89.). In der Nachspielzeit gab es noch eine unschöne Szene, als der bereits mit Gelb verwarnte Pongracic nach einem harten Einsteigen gegen Piątek mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (90.+4).

Die Stimmen zum Spiel:

Oliver Glasner (Trainer VfL Wolfsburg): "Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir haben alles investiert, um die Null zu halten. Und in der ersten Halbzeit waren wir ein Tor besser als der Gegner. Danach haben wir oft zu schnell die Bälle verloren und uns damit immer wieder in Schwierigkeiten gebracht."
Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Jetzt geht es darum, die Köpfe schnell wieder hochzunehmen. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir gut gearbeitet. Wir hatten die Torchancen und der Gegner macht die Tore. Was unseren Angriff angeht, das ist auch ein bisschen eine psychologische Sache."

Das fiel auf: Champions-League-reife Leistung

Wolfsburg tat sich im Spiel gegen die Hertha unerwartet schwer und musste bis gar kurz vor Schluss um den Sieg zittern. Erst das 2:0-Kopfballtor von Lacroix sorgte für Durchatmen und Erleichterung aufseiten der Niedersachsen.
Bei aller Anerkennung für die engagierte Leistung der Hertha, so muss man genau solche zähen Spiele gewinnen, um in der Bundesliga vorne mitmischen zu können. Trotz phasenweise geringerer Spielanteile ließ man sich zu keinem Zeitpunkt beirren, spielte einfach konzentriert weiter und belohnte sich mit drei Punkten.

Der Tweet zum Spiel:

Im Nachhinein gab es an der vermeintlich strittigen Strafraumszene in der 79. Minute so gar nichts Strittiges auszusetzen. Weder ein Hand- noch ein Foulspiel konnte mittels VAR nachgewiesen werden und so nahm der Unparteiische Bastian Dankert den zuvor gegebenen Strafstoß auch zurecht zurück. Dennoch zogen während dieser Überprüfung einige Minuten ins Land, was in der Twitter-Gemeinde durchaus kritisch beäugt wurde.

Die Statistik zum Spiel: 762

Das 2:0 über die Hertha stellt nun schon das achte Spiel der Wolfsburger ohne Gegentreffer dar. Zweimal schnupperten die Gäste heute an einem Treffer, doch beide Male war der Schlussmann der Wölfe, Koen Casteels, zur Stelle und rettete für sein Team. Der Belgier ist nun schon seit 762 Minuten ohne Gegentor und ein fester Garant für den derzeitigen Höhenflug der Truppe von Oliver Glasner.
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