Beim VfB mussten unter der Woche gleich drei Spieler in Quarantäne. Marcin Kaminski, Nicolas Gonzalez und Lilian Egloff sind Kontaktpersonen ersten Grades. Neben Kaminski nahm Matarazzo Pellegrini vier weitere Änderungen nach dem 1:2 bei Union Berlin vor: Konstantinos Mavropanos (Gelbsperre), Pascal Stenzel, Erik Thommy und Daniel Didavi (alle Bank) wurden durch Marc Oliver Kempf, Roberto Massimo, Naouirou Ahamada, Mateo Klimowicz und Philipp Förster ersetzt.
Auch bei den Gästen aus Niedersachen gab es einige Änderungen nach dem Bayern-Spiel: VfL-Trainer Oliver Glasner musste vor allem in der Abwehr umstellen. Paulo Otávio und Kevin Mbabu fehlten aufgrund ihrer Gelbsperre, Maxence Lacroix saß angeschlagen nur auf der Bank, auch Joao Victor saß zunächst draußen. Dafür begannen Maximilian Arnold (nach Gelbsperre), Jérôme Roussillon, Marin Pongracic und Josip Brekalo.
Der Aufsteiger kam gut in die Partie gegen auswärtsstarke Wolfsburger, hatte mehr Spielanteile und früh die Riesenchance zum 1:0. Sasa Kalajdzic scheitert jedoch mit einem Flachschuss an Koen Casteels (9.). Beide Teams präsentierten sich im Zentrum sehr offen und luden den Gegner so immer wieder zu Chancen ein. Auf der Gegenseite war Brekalo frei durch, doch auch der Kroate scheiterte am Schlussmann (12.).
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Wolfsburg bekam im Zentrum immer mehr Zugriff und war über die Außen mit guten Flanken sehr gefährlich. Baku und Roussillon konnten viel für die Offensive tun, da Tanguy Coulibaly und Massimo beim VfB nicht so viel in die Defensivarbeit investierten. So kam auch die Führung für die Wölfe zustande: Nach einer Flanke von links köpfte Kempf unglücklich zu Xaver Schlager, der zum 1.0 einnetzte (13.).
Während sich Wolfsburg sehr effektiv zeigte, scheiterte Stuttgart am überragenden Casteels - und an der fehlenden Kaltschnäuzigkeit. Förster scheiterte per Handelfmeter zunächst an Casteels und knallte den Nachschuss dann weit über den Kasten (26.). Der doppelte Nackenschlag sollte folgen, als Wout Weghorst per Kopf auf 2:0 stellte (29.).
Die Gäste zeigten sich trotz der Zwei-Tore-Führung in der umformierten Abwehr nicht gerade sattelfest, sodass Stuttgart zu weiteren Abschlüssen kam. Die beste Chance vergab dabei Coulibaly, der frei vor Casteels an dessen überragendem Fußreflex scheiterte (35.). So war der 2:0-Halbzeitstand durch glücklich, aber nicht unverdient für effektivere Wölfe.
Auch im zweiten Durchgang hatte Stuttgart mehr von der Partie, doch Wolfsburg in Person von Maximilian Philipp die erste gute Chance (49.). Dem VfB gelang es in der Folgezeit nicht, gefährlich in die Box zu kommen. Unterm Strich fiel der jungen Mannschaft nicht viel ein. Im Gegenteil, denn Yannick Gerhardt sorgte mit dem 3:0 für die Entscheidung (65.).
Die junge Stuttgarter Elf, die jüngste Startelf der Saison, gab jedoch nicht auf und drängte weiterhin auf den Anschlusstreffer. Massimo traf nur den Pfosten (80.), Darko Churlinov nutzte einen wilden Ausritt von Koen Casteels nicht (84.). Dennoch kamen die Schwaben durch Gonzalo Castro in der Nachspielt zum verdienten Treffer und konnte den 1:3-Endstand herstellen.
Unterm Strich spiegelt dieses Ergebnis den Spielverlauf und die Qualität der Chancen nicht wider. Der Aufsteiger hatte die besseren Chancen, doch Wolfsburg machte aus wenig sehr viel.
Der VfB bekommt es am Sonntagnachmittag mit dem nächsten Spitzenteam zu tun, dann gastieren die Schwaben in Leipzig. Für den VfL Wolfsburg steht wohl das wichtigste Spiel in dieser Saison an. Am Samstag (15:30 Uhr) kommt Dortmund in die VW-Stadt. Es ist das Spiel um die Champions League.

Stimmen zum Spiel

Koen Casteels (VfL Wolfsburg): "Das Gegentor war sehr ärgerlich, weil es aus dem Nichts kam. Der gehaltene Elfmeter gibt einem natürlich Vertrauen, aber dann musst du dich schon auf die nächste Aktion konzentrieren. Es war sehr wichtig, dass wir heute gewinnen konnten. Nun schauen wir natürlich auf Dortmund. Wir freuen uns auf das Spiel. Dortmund ist eine klasse Mannschaft, das haben sie oft gezeigt, in dieser Saison nicht so konstant."
Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir waren brutal effizient vor dem Tor. Stuttgart hatte mehr Möglichkeiten, unter anderem den Elfmeter und ich glaube, wir wollten unbedingt das Tor verteidigen. Heute hat die Effizienz Stuttgart geschlagen. Koen hat heute den Sieg festgehalten, aber er hatte ja auch was gutzumachen nach dem Wochenende. Es hat nicht alle zu 100 Prozent geklappt, aber wir sind als homogene Mannschaft aufgetreten."
Philipp Förster (VfB Stuttgart): "Sehr bitter heute Abend, dass wir mit null Punkten vom Platz gehen. Bevor die das 1:0 machen, haben wir die Chance. Dann muss ich den Elfmeter machen. Die Wolfsburger haben aus wenigen Torchancen viel Kapital geschlagen. Das muss man ganz klar sagen, das haben sie uns voraus, da sind sie einfach ein Stückweit reifer als wir."

Das fiel auf: Spiel wird auf den Außen entschieden

Beim VfB fehlten Silas und Sosa auf den Außen, Wolfsburg musste auf Mbabu und Paulo Otávio verzichten. Doch Roussillon und Baku bzw. Brekalo machten ihre Sache gut, während beim VfB Coulibaly und Massimo in der Defensiv oft zu nachlässig agierten. So kamen die Wölfe immer wieder gefährlich über die Außen vor den Kasten. Josip Brekalo avancierte mit zwei Vorlagen zu einem der Matchwinner. Beim VfB machte sich das Fehlen einiger Stammkräfte deutlich bemerkbar.

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Eine sehr junge und unerfahrene Stuttgarter Mannschaft mit einiger Verletzungssorgen verlor gegen brutal effiziente Wolfsburger. Dabei spiegelt das Ergebnis den Spielverlauf nicht wirklich wider. Der VfB war gut im Spiel und hatte sehr gute Chancen. Eine Halbzeitführung wäre durchaus drin gewesen. Doch letztendlich fehlte dem Aufsteiger die Qualität im Abschluss. So bezahlte die jüngste Startelf der Saison sehr viel Lehrgeld gegen erfahrenere Wölfe.

Statistik: 100 in 64

VfL-Trainer Oliver Glasner benötigte nur 64 Spiele, um mit seinem Team auf 100 Bundesligatore zu kommen. Klar, ein Großteil geht dabei auf das Konto von Wout Weghorst. Der Niederländer zeichnete sich alleine für 36 Tore verantwortlich. Mit Dieter Hecking und Felix Magath starteten nur zwei Trainer beim VfL besser als Glasner. Beide ehemalige Coaches brauchten "nur" 55 Spiele, um über 100 Treffer ihres Teams jubeln zu können.
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