Die Gäste aus Freiburg spielten in der Anfangsphase mutig nach vorne und hatten zeitweise mehr Spielanteile als die Hausherren aus Wolfsburg. Bis auf einen Schussversuch von Nicolas Höfler im Anschluss an einen Eckball konnte der SC allerdings keine Torabschlüsse verzeichnen (7.).
Da beide Mannschaften vor allem in der Defensive sehr diszipliniert agierten, waren Torchancen Mangelware. So war es ein Standard, der die Mannschaft von Oliver Glasner den Führungstreffer einbrachte. Bei einer Ecke von Maximilian Arnold von der linken Seite landete der Ball über Umwege beim mit aufgerückten Innenverteidiger John-Anthony Brooks, der den Ball aus sechs Metern ins rechte untere Toreck einschob (21.).
Anschließend herrschte minutenlang Ungewissheit, ob der Treffer zählte, Keven Schlotterbeck war nach einem Zweikampf mit Kevin Mbabu zu Boden gegangen, schließlich entschieden Schiedsrichter Tobias Reichel und VAR Sascha Stegemann aber auf Treffer für den VfL.
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31/01/2021 AM 18:33
Wolfsburg war nun die überlegene Mannschaft, ohne sich dabei jedoch die ganz großen Torchancen herauszuspielen. Freiburgs Offensivdrang war nach dem Gegentreffer allerdings gebremst, ein geblockter Abschluss aus spitzem Winkel von Ermedin Demirovic blieb zunächst die einzige Möglichkeit für den SC (33.).
Besser machte es dagegen der VfL. Nach einem sehenswerten Angriff über Ridle Baku und Renato Steffen tauchte Wout Weghorst links im Strafraum vor Florian Müller auf. Aus fünf Metern spitzelte Wolfsburgs Top-Stürmer den Ball mit dem rechten Außenrist am Freiburger Schlussmann vorbei zum 2:0 ins lange Eck (39.).
Die Mannschaft von Christian Streich war nun gefordert, konnte sich bis auf eine Kopfballmöglichkeit von Baptiste Santamaria in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit aber keine Torchance mehr erspielen (45.+3).
Mit Wiederanpfiff wurde Freiburg dann allerdings deutlich mutiger. Zunächst scheiterte Santamaria mit einer guten Kopfballmöglichkeit am Querbalken (46.), ehe ein Distanzversuch des Franzosen nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbeirauschte (48.). Nach einem Eckball prüfte Keven Schlotterbeck dann Koen Casteels per Kopf (51.).
Aber auch Wolfsburg blieb gefährlich. Nach einem guten Angriff über die rechte Seite kam Weghorst im Zentrum aus kurzer Distanz zum Abschluss, scheiterte aber am rechten Pfosten. Sekunden später brachte Renato Steffen den Ball im Freiburger Tor unter, der Treffer zählte allerdings nicht. Weghorst hatte bei der Vorlage zuvor im Abseits gestanden (53.).
Wenig später hatte Weghorst dann erneut die große Möglichkeit zum 3:0. Nach einer Hereingabe von Yannick Gerhardt von der linken Seite scheiterte der Niederländer allerdings mit seiner Direktabnahme am gut reagierenden Müller (64.).
Freiburg lief nun langsam, aber sicher die Zeit davon. Nach einem Eckball hatte der eingewechselte Lucas Höler per Seitfallzieher den Anschlusstreffer auf dem Fuß, Casteels entschärfte den Versuch allerdings mit einer sehenswerten Parade (73.).
Im Anschluss schwanden die Kräfte bei den Gästen, Wolfsburg hingegen machte in der 85. Minute alles klar: Gerhardt, vor der Partie noch mit einem neuen Vertrag bis 2025 ausgestattet, durfte nach einem Querschläger in der Freiburger Hintermannschaft zum 3:0-Endstand einschieben.

Die Stimmen:

Oliver Glasner (Trainer VfL Wolfsburg): "Wenn ich das jetzt sehe, denke ich, dass man ein Foul hätte geben können oder wahrscheinlich auch müssen. Wir fiebern da draußen mit auf der Bank, der Videoschiedsrichter ist eine tolle Weiterentwicklung im Fußball, aber wie gesagt, hier hätte man wahrscheinlich Foul pfeifen müssen. Wenn du 1:0 in Führung gehst, hat das immer Auswirkungen aufs Spiel. Wir hatten danach Selbstvertrauen, wir hatten richtig schöne Aktionen. Das 2:0 war richtig schön herausgespielt. Mit dem 3:0 war dann der Deckel drauf. Wir sind sehr froh, dass wir jetzt zum dritten Mal in Serie zur Null gewinnen konnten."
Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg): "Ich bin momentan sehr glücklich, wie es gelaufen ist. Ich denke, ich kann die nächsten Jahre jetzt auch planen, es ist erleichternd, wenn man Gewissheit hat. Ich bin auch froh, dass ich endlich mal getroffen habe. Im Fußball weiß man nie, was passiert, es gab andere Optionen, aber gerade die letzten Wochen haben auch wieder gezeigt, was hier möglich ist."
Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Beim ersten Tor steht er dem Schlotterbeck genau auf dem Fuß. Dann wird es geprüft. Aber es wird Tor gepfiffen. Es war kein absichtliches Foul, aber es war ein klares Foul. Schade. Kein Vorwurf, aber wenn es überprüft wird, dann muss es gepfiffen werden. Das geht so nicht."
Florian Müller (SC Freiburg): "Ich habe es gerade gesehen. Es ist schwierig im Spiel, der Schiri hat zu uns gesagt, es hat eher ausgesehen wie ein Unfall. Ich denke, wenn er das Bild gesehen hätte, hätte er es anders entschieden. Mit dem Tor, was eigentlich nicht zählen darf, war das heute der Genickbruch für uns. Die Entscheidung ist sehr unglücklich für uns, aber wir müssen uns auch ankreiden, dass wir heute auch kein gutes Spiel gemacht haben."
Keven Schlotterbeck (SC Freiburg): "Wir haben gut begonnen, dann bekam Wolfsburg das 1:0. Aber wir können nichts daran ändern, wir müssen dann weiter spielen. Ich denke, beim 1:0 werde ich ganz klar getroffen. Deutlicher kann ein Foul, glaube ich, gar nicht werden. Für so etwas haben wir einen Video-Assistent, das ist für mich ein No-Go."

Der Tweet zum Spiel:

Das Wolfsburger 1:0 sorgte für reichlich Diskussionen.

Das fiel auf: Wolfsburgs Effizienz

Viele Chancen hatte der VfL Wolfsburg gegen zuvor starke Freiburger nicht, dennoch gewann die Mannschaft von Oliver Glasner mit drei Toren Unterschied. Vor allem die gnadenlose Effizienz der Niedersachsen machte gegen den SC den Unterschied, in der ersten Halbzeit machten die Hausherren aus zwei Möglichkeiten zwei Tore.
Vor allem im Umschaltspiel von Defensive auf Offensive machte Wolfsburg immer wieder mit mindestens vier Spielern und viel Tempo Druck auf die gegnerische Abwehrreihe und war so gleich dreimal gegen Freiburg erfolgreich.

Die Statistik: 9

Auch im neunten Heimspiel der Saison bleibt der VfL Wolfsburg ungeschlagen und hält so weiterhin die Hoffnungen auf die Teilnahme am internationalen Geschäft aufrecht.
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