"Tabellarisch war es ein unglaublich wichtiges Spiel für uns", sagte Kohfeldt, der erstmals seit Anfang Oktober (1:0 gegen Bielefeld) wieder einen Heimsieg feiern durfte. Dafür forderte er von seinen Profis in der ersten Halbzeit Verhaltensweisen ein, die eigentlich nicht unbedingt in der Werder-DNA stehen.
Ein gewieftes Manöver, das voll aufging. "Wir haben jetzt 18 Punkte", sagte Kohfeldt: "Es war in der ersten Halbzeit ein grauseliges Fußballspiel für die Zuschauer. Aber wir müssen die Möglichkeiten, die wir haben, realistisch einschätzen."
Die Grün-Weißen können zumindest kurz durchatmen. Der Klassenerhalt ist das Ziel, das sich Werder in dieser Saison gesteckt hat und Kohfeldt zeigt, dass er aus der sehr engen letzten Spielzeit mit Last-Minute-Ligaverbleib über die Relegation gelernt hat.
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Realismus derzeit oberstes Werder-Gebot

Der Liebhaber einer attraktiven Spielweise geht seine Mission in dieser Saison mit "deutlich, deutlich weniger Mitteln" als in den Vorjahren an und mit einem Höchstmaß an Realismus. Werder macht auch die eher unpopulären Dinge des Fußballs, wenn es die Chance auf Punkte erhöht. "Ich weiß, dass wir so keinen Schönheitspreis gewinnen", sagte Kohfeldt:
Und ich sage ganz deutlich, dass das Ziel bleibt, einen anderen Fußball zu spielen."
Die Bremer überließen den Augsburgern in der ersten Hälfte im eigenen Stadion zwei Drittel des Ballbesitzes und auch die Stürmer Davie Selke und Joshua Sargent zogen sich in die eigene Hälfte zurück. Kohfeldts Plan, der auch in der ersten Hälfte schon etwas mehr Offensive vorgesehen hatte, ging letztlich voll auf, weil Werder nach der Pause den Hebel deutlich umlegte und stetig den Druck erhöhte. Die Treffer von Theodor Gebre Selassie (84.) und des starken Startelf-Debütant Felix Agu (87.) waren nun durchaus verdient.
Eine Blaupause für den Rest der Saison wird der ungewöhnlich defensive Auftritt der Bremer aber nicht sein. Kohfeldt will Werder weiterentwickeln und Stück für Stück wieder in die Richtung des Fußballs verschieben, der ihm eigentlich vorschwebt.
Ein Vorbild ist dabei Union Berlin, das zur Kampfkraft sukzessive spielerische Elemente hinzufügt und enorm erfolgreich ist. "Die wissen ganz genau, was sie können und auch, was sie nicht können", sagte Kohfeldt, dem mit seiner Mannschaft am Dienstag (18.30 Uhr im Liveticker) ein schweres Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach bevorsteht.
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(SID)

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