Der FC Bayern München hat mit dem 3:1 beim SV Werder Bremen in der Meisterschaft gegenüber den Verfolger RB Leipzig vorgelegt.
Leon Goretzka (22.), Serge Gnabry (35.) und Robert Lewandowski (67.) trafen für die Bayern. Der Ehrentreffer für Bremen gelang Niclas Füllkrug (86.).
"Es war ein ungefährdeter, mehr als verdienter Sieg, der in der zweiten Halbzeit auch höher hätte ausfallen können", war Bayern-Trainer Hansi Flick zufrieden: "Wir hatten eine gute Positionierung auf dem Platz und haben den Gegner nach Ballverlust unter Druck setzen können."
Bundesliga
Bayern siegt souverän in Bremen - Lewandowski mit Alu-Hattrick
13/03/2021 AM 16:23
Drei Dinge fielen uns dabei auf.

1. Müller empfiehlt sich für die EM

Thomas Müller hat sich mit einer starken Leistung erneut für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft empfohlen. Der Offensivspieler bereitete die beiden ersten Tore der Bayern meisterhaft vor. Beim 1:0 leitete er per Kopf einen Eckball von Joshua Kimmich weiter, sodass Leon Goretzka ein Kopfballtor erzielen konnte.
Noch beeindruckender war die Vorarbeit beim zweiten Treffer: Im Strafraum stehend nahm Müller einen hohen gechippten Ball von Kimmich mit der Brust an und steckte diesen zu Serge Gnabry durch, der eiskalt zum 2:0 traf. 13 Tore hat Müller in der laufenden Saison bereits vorbereitet, ist somit der beste Vorlagengeber der Liga. Ebenfalls beachtlich: Bei 23 Bundesliga-Einsätzen steht er bei 23 Scorer-Punkten.
Selbst Ex-Profi Clemens Fritz, der heute als Leiter der Scouting-Abteilung von Werder Bremen fungiert, war voller Respekt. "Er macht es wirklich überragend. Auch ich hatte früher große Probleme gegen ihn. Er ist aktuell in einer sehr guten Verfassung", lobte Fritz.
Müller selbst bezeichnete die "Beharrlichkeit und Variabilität" als Schlüssel zum Sieg: "Wir hätten meiner Meinung nach noch mehr Tore schießen können." Eher wenig zu sagen hatte Müller hingegen zu den Spekulationen über den zukünftigen Bundestrainer: "Da habe ich mir keine Gedanken gemacht, das ist auch nicht interessant. Was uns eigentlich interessiert ist doch, dass wir im Sommer erfolgreich sind."
Möglicherweise mit Müller.

Goretzka-Tor war einstudiert: Flick dankt Klose für Ecken-Trick

2. Lewandowski trifft (fast) immer und alles

Er trifft und trifft und trifft. Mit seinem 3:0 hat Lewandowski in der laufenden Saison gegen 16 andere Bundesliga-Mannschaften jeweils mindestens ein Tor erzielt. Dies gelang ihm bereits in der Vorsaison. Ansonsten haben das lediglich Ailton (2003/04) und Gerd Müller (1966/67 und 1969/70) vollbracht.
Ein Allzeit-Rekord winkt: Sollte Lewandowski am 3. April auch gegen RB Leipzig treffen, hätte er als erster Bundesliga-Spieler in einer Saison gegen jeden Gegner mindestens ein Tor erzielt.
Dabei hätte das Spiel in Bremen für ihn kaum schlechter beginnen können. Erst 30 Sekunden waren gespielt, da bekam er von Gegenspieler Ömer Toprak im Zweikampf direkt eine Watschn ab. Dabei wurde der polnische Top-Stürmer unglücklich im Auge getroffen und blieb eine Weile am Boden liegen. Drei Minuten später ließ er sich an der Seitenlinie noch einmal behandeln. Sein Auge schwoll an.

Ömer Toprak trifft Robert Lewandowski am Auge - SV Werder Bremen vs. FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Dies beeinträchtigte ihn möglicherweise. In der ersten Halbzeit war Lewandowski ungewohnt unscheinbar, bekam weder einen Torschuss noch eine Torschussvorlage zustande. In der zweiten Halbzeit, die er mit einem neuen Schuhwerk bestritt, musste er lange um sein Tor kämpfen. Der Torjäger traf in der 53. Minute per Kopf den Pfosten, scheiterte in der 57. Minute aus kurzer Distanz an der Latte und in der 65 Minute an Bremen-Keeper Jiri Pavlenka.
In der 67. Minute war es dann endlich soweit, als Lewandowski nach einer Ecke den Ball zum 3:0 ins Tor schob. Bevor er in der 79. Minute ausgewechselt wurde, traf er noch ein drittes Mal Aluminium.
Trotzdem zog er mit seinem 268. Bundesliga-Tor in der ewigen Torjägerliste der Bundesliga mit Klaus Fischer gleich. Lediglich Gerd Müller ist mit seinen insgesamt 365 Toren noch ein gutes Stück entfernt. Dafür allerdings könnte Müllers Rekord mit dessen 40 Toren aus der Saison 1971/72 in Gefahr geraten. Lewandowski steht nun bei 32 Saisontoren – und hat noch neun Spiele vor sich.
"Sky"-Experte Dietmar Hamann ist bei seiner Prognose zwiegespalten: "Mich würde es nicht wundern, wenn er 45 oder 50 Tore macht. Nur je näher er an diesen Rekord kommt, desto größer ist auch der Druck für ihn. Und dann spielt Bayern ja auch noch um die Meisterschaft. Ich glaube, er packt es nicht."

Robert Lewandowski in Aktion - SV Werder Bremen vs. FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

3. Bayern-Abwehr probt ohne Alaba – mit einem Schönheitsfehler

"Maaaaann!", schrie Manuel Neuer voller Wut, als die Bayern das Gegentor zum 1:3 kassierten. Da sich das Abstauber-Tor von Niclas Füllkrug erst in der 86. Minute ereignete, geriet der Sieg der Bayern zwar nicht mehr in Gefahr.
Gleichwohl bleibt die Erkenntnis, dass die Abwehr des FC Bayern immer wieder für einen Aussetzer gut ist. Die gesamte Hintermannschaft war beim Gegentor zu weit aufgerückt und ließ dadurch einfach überspielen. Bitter: In den vergangenen fünf Bundesligaspielen kassierte Bayern neun Gegentore.
Trainer Flick musste die Viererkette für das Spiel in Bremen umstellen. Lucas Hernández und der von seiner Corona-Infektion genesene Benjamin Pavard ersetzten Niklas Süle und den verletzten David Alaba. Dies ließe sich als Probedurchlauf für die kommende Saison interpretieren, weil Alaba die Bayern bekanntermaßen im Sommer verlassen wird.
Bis zum Gegentor funktionierte dies gut. Bremen agierte zunächst zwar mutig und hatte in der 6. Minute durch Ludwig Augustinsson die erste Chance des Spiels, konnte im weiteren Spielverlauf aber kaum noch Möglichkeiten kreieren.
Insgesamt war Flick mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft zufrieden: "Unsere Viererkette hat gut gespielt im Viererbund. Die Innenverteidiger waren sehr wach, haben kaum Chancen zugelassen. Das Gegentor tut aber ein bisschen weh, weil es nicht sein musste."
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