Schon in der vergangenen Woche hatte sich angedeutet, was am Montag dann vermeldet wurde: Youssoufa Moukoko, seines Zeichens 16-jähriges Ausnahmetalent von Borussia Dortmund, wird für die deutsche U21-Nationalmannschaft bei der EM in Slowenien und Ungarn stürmen.
"Wir würden das sehr begrüßen und uns freuen, wenn er den Schritt Richtung U21 schon in seinem Alter gehen würde", hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc noch auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Bundesligaspiel gegen Hertha BSC (2:0) gesagt und angefügt: "Wir würden 'Daumen hoch' zeigen." Nun ist es beschlossene Sache.
Um kurz nach 12:00 Uhr mittags trudelte die Pressemitteilung der DFB-Direktion Kommunikation in die Posteingänge deutscher Medienhäuser. In ihr die Nachricht, dass Bundestrainer Stefan Kuntz mit vier Neulingen zur EM-Gruppenphase nach Ungarn reist.
U21-EM
Moukoko für U21-EM nominiert - Wirtz nicht dabei
15/03/2021 AM 11:27
Malick Thiaw (FC Schalke 04), Mateo Klimowicz (VfB Stuttgart), Anton Stach (SpVgg Greuther Fürth) und eben Moukoko werden erstmals Teil der U21 sein.

Youssoufa Moukoko: Drei Bundesligatore in 366 Minuten

Bereits im Alter von zwölf Jahren hatte der Deutsch-Kameruner in der U16 debütiert und in seinen vier Einsätzen drei Mal getroffen. Weil der Hype um den damaligen Nachwuchsspieler der Borussia anschließend zu groß wurde, nahmen ihn die Vereinsverantwortlichen in Absprache mit dem DFB anschließend aus der Schusslinie. Moukoko wurde in der Folge nicht mehr für die U-Auswahlmannschaften nominiert.
Sein Comeback im DFB-Trikot feierte Moukoko dann im vergangenen September, als er innerhalb von drei Tagen zwei Mal mit der U20 gegen die dänische U19 ran durfte.

Youssoufa Moukoko

Fotocredit: Getty Images

Die Beförderung zum U21-Nationalspieler ist jedoch von anderer Qualität als seine vorangegangenen Nominierungen. Schließlich verdiente sich Moukoko diese durch seine Leistungen in der Bundesliga.
366 Minuten im deutschen Oberhaus reichten dem 16-Jährigen bislang für drei Treffer, bei diversen Kurzeinsätzen brachte er zudem den nötigen Schwung. Am vergangenen Wochenende erzielte er nicht nur sein erstes Tor im heimischen Signal Iduna Park, er traf auch das erste Mal bei einem Sieg des BVB - markierte gegen die Alte Dame aus Berlin in der Nachspielzeit den 2:0-Endstand.

Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund

Fotocredit: Imago

Rekordjäger Moukoko

Qualitäten, die Bundestrainer Kuntz davon überzeugten, den Ausnahmespieler zu nominieren.
"Mit Youssoufa haben wir ein außergewöhnliches Talent in Deutschland, das wir behutsam und leistungsgerecht fördern wollen. In enger Absprache mit Borussia Dortmund haben wir deshalb beschlossen, ihn zu nominieren, weil wir denken, dass seine Teilnahme sowohl der Mannschaft als auch ihm in der Entwicklung weiterhilft", sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern über Moukoko, der mit einem Vorrundeneinsatz zum jüngsten Spieler einer U21-EM werden könnte.
Ein Detail, das den Stürmer relativ kalt lassen dürfte - schließlich gehört das Brechen diverser Altersrekorde für Moukoko ohnehin seit jeher zur Tagesordnung.
  • Jüngster Bundesligaspieler der Geschichte: 16 Jahre, 1 Tag
  • Jüngster Bundesligatorschütze der Geschichte: 16 Jahre, 28 Tage
  • Jüngster Champions-League-Debütant der Geschichte: 16 Jahre, 18 Tage
Viel wichtiger dürfte ihm sein, auf rein sportlicher Ebene zu überzeugen.

Youssoufa Moukoko: Die Ruhe vor dem Sturm?

In der Bundesliga hielt er dem enormen Druck der ersten Monate seiner Profi-Karriere auf beeindruckende Weise stand. Zusammen mit den Verantwortlichen beim BVB führte man den von diversen Medien als "Wunderstürmer" hochstilisierten Teenager zunächst im Training an das Leistungsniveau heran, bevor man nach seinem 16. Geburtstag auf die Weltöffentlichkeit losließ.
Dabei galt es stets, nicht zu überdrehen, um dem jungen Stürmer nicht gleich weitere kiloschwere Steine in den ohnehin schon prall gefüllten Rucksack zu packen. Ein Drahtseilakt, der gelang.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (r.) im Gespräch mit Jungstar Youssoufa Moukoko

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In den vergangenen vier Bundesligaspielen durfte er insgesamt 13 Minuten auf den Platz, nachdem er Mitte Dezember bei den Auswärtsspielen an der Alten Försterei bei Union Berlin (1:2) und im Bremer Weserstadion (2:1) noch den verletzten Erling Haaland in der Startelf ersetzen musste.
In den vergangenen Wochen ist es ruhiger geworden um Moukoko, der zum ersten Mal in seiner Karriere den Fokus der Außenwelt verlassen zu haben scheint - und das kann ihm nur guttun.

Moukoko: Bereit für die nächste Stufe

Seine Nominierung für die U21 bedeutet nun, dass das Scheinwerferlicht zurückkehren wird. Seine unheimliche Torquote in der Jugend, sein Durchbruch im jungen Alter bei einem großen europäischen Klub - all das macht den blutjungen 16-Jährigen zu der Attraktion schlechthin im deutschen Team.
Am Montag reist der DFB-Tross geschlossen nach Ungarn. Dort steht schon am Mittwoch in Szekesfehervar das erste Gruppenspiel gegen den Gastgeber an (ab 21:00 Uhr im Liveticker), die weiteren Gegner sind die Niederlande (27. März) und Rumänien (30. März). Die K.o.-Runde findet erst im Mai und Juni statt.

BVB: Moukoko und Haaland

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"Wir freuen uns nun, dass es endlich losgeht", sagt Kuntz: "Unser klares Ziel ist die Qualifikation für die Finalrunde im Sommer, auch wenn wir wissen, dass das eine große Herausforderung wird."
Im Fall Moukoko machen sich Borussia Dortmund und der DFB bezüglich des gesteigerten medialen Interesses keine Sorgen. Der Youngster hat bewiesen, dass er dem Druck auf höchster Ebene standhalten kann - jetzt gilt es, die nächste Ausbaustufe seiner jetzt schon außergewöhnlichen Karriere zu zünden.
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