Die Geißböcke wollten vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion den nächsten Schritt gen internationales Geschäft machen. Dementsprechend motiviert startete die Elf von Steffen Baumgart in die Partie und übernahm sofort die Initiative. Nur drei Minuten waren gespielt, als Salih Özcan Anthony Modeste per Flanke über rechts in Szene setzte. Der Stürmer visierte per Kopf das rechte untere Toreck an, scheiterte aber am stark aufgelegten Pavao Pervan im Gehäuse des VfL.
Köln hielt das Tempo hoch, erarbeitete sich in der sechsten Minute die nächste gute Chance. Benno Schmitz hatte sich in der Box freigelaufen, versuchte es dann nach einem Steckpass von Özcan aus gut 15 Metern. Wieder lenkte Pervan den Versuch klasse an den Pfosten und verhinderte so die Führung des FC.
Die Wölfe brauchten rund 30 Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Dann kam die Elf von Florian Kohfeldt auch gleich zu ihrer besten Chance der bisherigen Partie. Timo Hübers verschätzte sich bei einer Hereingabe von Lukas Nmecha. So landete der Ball genau auf dem Fuß von Max Kruse. Vom Fünfmeterraum aus ließ der Ex-Nationalspieler aber jegliche Wucht vermissen und fand so seinen Meister in Marvin Schwäbe (30.).
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Das Spiel verlor im weiteren Verlauf an Tempo, die Domstädter konnten sich nicht für ihren Aufwand belohnen. Dies bestraften die Wölfe kurz vor dem Pausenpfiff, als der Ex-Kölner Yannick Gerhardt zur 1:0-Führung einschieben konnte. Vorausgegangen war ein überragender Steckpass von Nmecha auf Jonas Wind. Der Däne legte schließlich vor dem Kölner Tor quer, Gerhardt vollendete die Aktion (43.).
Nach Wiederanpfiff hatte der FC dann zunächst Glück, dass ein Treffer von Nmecha aufgrund einer knappen Abseitsposition durch den VAR aberkannt wurde (55.). Die Baumgart-Elf agierte in der letzten halben Stunde wieder mit einem spielerischen Übergewicht, jedoch scheiterte sie mehrmals am glänzend aufgelegten Pervan. Versuche von Florian Kainz (59.) und Modeste (74.) gingen jeweils knapp neben den Pfosten oder über die Querlatte der Wölfe.
Auch in der Schlussphase blieben die Bemühungen der Kölner erfolglos.
Trotz der Niederlage durften die Kölner nach Abpfiff dennoch jubeln: Weil Lokalrivale Bayer Leverkusen bei der TSG Hoffenheim 4:2 gewann, ist dem 1. FC Köln einen Spieltag vor Schluss der siebte Rang und die Qualifikation zur Conference League nun nicht mehr zu nehmen.
So brachen nach dem Schlusspfiff im Rhein-Energie-Stadion alle Dämme: Euphorisiert von der geschafften Europapokal-Qualifikation stürmten die Fans der Geißböcke den Rasen, umarmten die Kölner Spieler und sicherten sich unter anderem Teile des Tornetzes.

Die Stimmen nach dem Spiel:

Thomas Kessler (Geschäftsführer Sport 1. FC Köln): "Ich bin enttäuscht über die Niederlage, glaube, dass unsere Mannschaft heute wieder ein richtig gutes Spiel gemacht hat. Wir haben gedrückt ohne Ende, machen aber keine Tore, verlieren so am Ende das Spiel. Wenn man aber diese Bilder im Stadion sieht, dann ist das der Lohn der ganzen Saison. Vor der Saison hätte das niemand für möglich gehalten."
Pavao Pervan (VfL Wolfsburg): "Ich habe mich so vorbereitet wie bei allen anderen Spielen auch. Natürlich brauchst du als Torhüter auch immer das Quäntchen Glück, dass der Ball von den Fingerspitzen an den Pfosten geht, und von dort wieder raus geht. Jeder Torhüter, der nicht oft zum Einsatz kommt, freut sich über solche Spiele, vor allem wenn man 1:0 gewinnt. Es war eine unglaubliche Atmosphäre, ich bin einfach glücklich."
Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg): "Natürlich bekommt man das aus der Ferne mit, was in der Stadt hier los ist. Ich kenne das noch von früher. Aber so ist nun mal das Geschäft. Ich will für den VfL Wolfsburg die beste Leistung bringen, bin froh, dass ich heute getroffen habe. Diese Saison hatte ich noch nicht getroffen. Ich glaube mit dem Spiel heute kann jeder leben. Ich bin froh, dass wir so eine Leistung gezeigt haben, nach einer wechselhaften Saison."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Pervan glänzt als Vertreter und zieht Geißböcken den Zahn

Vor allem in den ersten 15 Minuten spielte der FC extrem druckvoll, kam durch Anthony Modeste und Jonas Hector zu hochkarätigen Chancen. Es war für alle spürbar, dass die Domstädter unbedingt nach Europa wollen. Ihren Meister fanden die Kölner heute allerdings in Pavao Pervan. Der 34-jährige Österreicher kam beim Auswärtsspiel der Wölfe zu seinem erst siebten Einsatz in der laufenden Saison. Die bisherige Bilanz: Sechs Pleiten in sechs Partien. Heute sicherte der VfL-Keeper mit mehreren starken Paraden den Auswärtssieg seiner Farben und entnervte dabei die Gastgeber mehrmals. Nicht zuletzt wegen Pervan gingen die Hausherren heute leer aus, trotz einem Torschussverhältnis von 18:5.

Die Statistik: 52

Die Kölner Saison bleibt trotz der Heimniederlage historisch. 52 Zähler nach 33 Spieltagen sind exemplarisch für die beste FC-Saison seit über 30 Jahren. Und nächste Woche könnten noch drei weitere Punkte auf das Konto wandern.
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