Mit Gladbach gegen Hoffenheim trafen am letzten Spieltag noch einmal zwei Mannschaften aufeinander, die insgesamt mit ihrem Saisonverlauf so nicht zufrieden sein konnten. Die Gladbacher spielten eine katastrophale Hinserie und mussten bereits früh sämtliche Hoffnungen auf einen internationalen Platz aufgeben. Die TSG auf der anderen Seite stand noch am 25.Spieltag auf einem Champions League Platz, nur um keines der letzten neun Spiele zu gewinnen und am Ende auf Platz neun abzurutschen. Für beide Teams ging es also lediglich darum, sich noch einmal positiv aus der Saison zu verabschieden.
Die TSG startete deutlich besser in die Partie und ging direkt mit dem ersten Angriff in Führung. Nach einer schönen Vorarbeit von Robert Skov schob Andrej Kramaric aus fünf Metern souverän ein, der Kroate wurde sträflich allein gelassen und Christoph Baumgartner ließ die Hereingabe zuvor sehr gut durch (3.). Die Borussia verschlief den Start in die Partie, wurde aber nach und nach besser, zunächst aber ohne offensiv gefährlich zu werden. Ramy Bensebaini leitete fast noch das 0:2 mit einem katastrophalen Fehlpass ein, Kramaric schoss aber aus 15 Metern links vorbei (15.). Ein Fehlpass am eigenen Sechzehner wurde dann aber auch der TSG zum Verhängnis, als Stefan Posch Kouadio Koné den Ball in die Füße spielte. Alassane Pléa kam daraufhin im Sechzehner zum Abschluss, scheiterte zwar an Oliver Baumann, doch Lars Stindl stocherte die Kugel zum verdienten Ausgleich über die Linie (26.).
Der Ausgleich zeigte große Wirkung bei der Mannschaft von Sebastian Hoeneß, die in der Folge nicht mehr stattfanden. Kurz vor der Pause legte die Borussia noch einmal nach und erhöhte erst auf 2:1 und dann auch noch auf 3:1. Zunächst verursachte Kevin Vogt einen Elfmeter, weil er sich im eigenen Sechzehner zu viel Zeit ließ. Diesen konnte Pléa eiskalt verwandeln (43.). Kurz darauf spielte Florian Neuhaus einen genialen Chip-Pass in den Lauf von Jonas Hofmann, der ebenfalls die Nerven behielt und ins lange Eck traf (45.+1).
Bundesliga
Offiziell: Hoffenheim und Coach Hoeneß gehen getrennte Wege
17/05/2022 AM 11:14
Auch nach der Pause war es das gleiche Bild. Die Gladbacher spielten nahezu befreit auf und erspielten sich gleich mehrere Großchancen. Es dauerte auch keine zehn Minuten, bis die Hausherren auf 4:1 erhöhten. Ein schnell ausgespielter Konter über Neuhaus, Hofmann und am Ende Breel Embolo, der Baumann eiskalt im Sechzehner überlupfte, sorgte für die Vorentscheidung (53.). Der Schweizer Stürmer war in dieser Phase entfesselt und hätte drei Minuten später fast das 5:1 erzielt, doch Baumann kratzte die Kugel nach dem starken Sololauf von Embolo aus dem kurzen Eck (56.).
Den Schlusspunkt der Partie setzt Hofmann, der mit zwei Toren und einer Vorlage der beste Gladbacher auf dem Feld war und seine Mannschaft zum Sieg trug. Zudem reihten sich Kevin Akpoguma und Baumann in die Fehlerkette der Sinsheimer Defensive am heutigen Nachmittag ein. Koné schlug einen langen Ball, den Akpoguma mit dem Kopf nur weiterleiten konnte und in die Füße von Hofmann beförderte, der aus spitzem Winkel ins kurze Eck traf und das 5:1 erzielte (69.). Am Ergebnis änderte sich in der Schlussphase nichts mehr, Matthias Ginter und Ermin Bicakcic bekamen dafür noch einmal einen letzten Einsatz für ihre Vereine und Nick Proschwitz und Umut Tohumcu feierten ihr Bundesliga-Debüt.

Die Stimmen nach dem Spiel

Adi Hütter (Trainer Borussia Mönchengladbach):"Wir sind im beiderseitigen Einvernehmen zu der Entscheidung gekommen, getrennte Wege zu gehen. Es ist schade und viel Wehmut dabei, weil ich mich hier sehr wohlgefühlt habe, aber wir haben leider sportlich nicht das gebracht, was wir uns alle vorgestellt haben. Ich kann mich bei dem Verein für die Offenheit, Ehrlichkeit und Klarheit nur bedanken.”
Roland Virkus (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach):"Unsere Aufgabe ist es nun, die Schlüsse aus der Aufarbeitung der Saison zu ziehen und die entsprechenden Maßnahmen in die Wege zu leiten, um Ende Juni in einer neuen Konstellation in die Vorbereitung auf die neue Saison zu gehen.”
Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach):"Es war schon schön, heute [Kapitän zu sein]. Wir haben spaßeshalber immer ein paar Scherze darüber gemacht, dass ich am ersten Spieltag auch Kapitän war. Aber das war heute eine besondere Ehre. Das hat sich gut angefühlt.”
Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim):"Die Niederlage ist die Krönung der vergangenen Wochen. Ich kann mich nur bei den Fans entschuldigen, so eine Leistung darf man nicht zeigen. Wir werden alles versuchen, damit wir in der nächsten Saison besser dastehen.”

Der Tweet zum Spiel

Das fiel auf: Versöhnlicher Abschied für Hütter

Für beide Mannschaften war die aktuelle Spielzeit sicher eine gebrauchte, auf die man in den nächsten Jahren nicht mit schönen Erinnerungen zurück gucken wird. Vor allem die Hausherren haben natürlich deutlich andere Ansprüche. Die Gladbacher spielten eine katastrophale Hinrunde und landeten dort nur auf Platz 14, mussten sich auch lange Zeit mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen. Zum Ende der Saison hatten die Fohlen noch einmal einen guten Lauf, verlor nur eines der letzten neun Spiele und steht in der Rückrundentabelle sogar auf Platz sieben. Die 5:1-Galavorstellung war somit zumindest ein einigermaßen versöhnlicher Abschied von zum Beispiel Matthias Ginter, aber auch von Adi Hütter, der in einem Interview nach dem Spiel selber seinen Abschied in beiderseitigem Einverständnis bekannt gegeben hat. Für den ehemaligen Eintracht-Trainer ist somit nach nur einer Saison bei Gladbach Schluss.

Die Statistik: 1997

Für die Gladbacher war es der höchste Sieg nach einem Rückstand seit 1997, damals gewannen sie 6:2 gegen Bochum. Der höchste Gladbacher Sieg nach Rückstand datiert aus dem Jahr 1987, dies war ein 8:2 gegen den HSV.
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