In einem Fünf-Tore-Spektakel schlug Borussia Dortmund am Samstag die heimstarke TSG Hoffenheim (3:2) und beendete damit die Kraichgauer Serie von sieben ungeschlagenen Spielen in Folge in der Rhein-Neckar-Arena.
Der BVB rehabilitierte sich mit dem Dreier bei der TSG für den schwachen Auftritt beim Pokal-Aus beim FC St. Pauli (1:2) und rückt damit zumindest über Nacht bis auf drei Zähler an den FC Bayern München heran.
Sommer-Neuzugang Donyell Malen brillierte mit drei Torvorlagen und überdeckte damit eine abermals vogelwilde Vorstellung der Dortmunder Defensive.
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22/01/2022 AM 18:35
Einzig Startelf-Rückkehrer Manuel Akanji bewahrte die Mannschaft von Marco Rose vor weiteren Gegentreffern.
Drei Dinge, die auffielen.

1. Neuzugang Malen kommt endlich an

Ende des vergangenen Jahres hatte der BVB seinen Top-Transfer angezählt. "Es ist offensichtlich, dass Donny noch nicht das zeigt, was wir uns erhofft haben. Er strahlt zu wenig Torgefahr aus", hatte Sportdirektor Michael Zorc noch im November gesagt. Inzwischen ist der Neuzugang von der PSV Eindhoven in Dortmund angekommen.
Nicht Kapitän Marco Reus, nicht Stürmerstar Erling Haaland: Bei der TSG Hoffenheim war Donyell Malen der überragende Offensivakteur. Mit drei Torvorlagen führte der Niederländer die Mannschaft von Marco Rose zum wichtigen Auswärtssieg und war damit der Lichtblick in einer düsteren Vorstellung der Borussen.
Wie schon unter der Woche beim FC St. Pauli lahmte der Dortmunder Kreativitätsmotor in Sinsheim. Nur drei Torschüsse brachte die Mannschaft von Marco Rose in 90 Minuten zustande. Einzig Malen sorgte für Gefahr: Beim Blitzstart nach sechs Minuten servierte der Niederländer Haaland den Ball nach herrlichem Zusammenspiel mit Jude Bellingham mustergültig auf dem Silbertablett - ein Zaubertor.
Beim 2:1 bediente er Torschütze Reus mit einem tiefen Zuspiel perfekt. Wenige Minuten später sorgte er quasi im Alleingang für die Vorentscheidung. Malen löste sich geschickt von Kevin Vogt in den Halbraum, drang mit viel Tempo in den Strafraum ein und erzwang mit einer scharfen Hereingabe das Eigentor von Hoffenheims Verteidiger David Raum. "Donny hat das heute sehr gut gemacht", lobte der BVB-Coach nach der Gala seines Angreifers.
Nach einem schweren Start im BVB-Trikot mausert sich Malen unter Rose zum Stammspieler, stand bei der TSG im vierten Spiel in Folge in der Startelf. Nach bisher lediglich zwei Torvorlagen in 18 Bundesligaspielen bereitete der 23-Jährige in Hoffenheim nun drei Treffer vor - und kaschierte damit die schwache Vorstellung seiner Mannschaft. "Er bestätigt seinen Trend in den vergangenen Wochen", sagte Rose bei "Sky".
Erstmals in der Bundesliga gewann der BVB in der Bundesliga sowohl Hin- als auch Rückspiel gegen Hoffenheim. Allen voran dank eines erstarkten Malen - und gnadenloser Effizienz. Denn: Aus den mageren drei Torschüssen erzielte die Borussia drei Treffer.

2. Akanji rettet vogelwilde BVB-Defensive

Die Defensivproblematik der Borussia setzte sich auch im Kraichgau fort. Erst zwei Mal in dieser Spielzeit blieben die Schwarz-Gelben ohne Gegentreffer – der schlechteste Wert seit 37 Jahren. Gerade im ersten Durchgang präsentierten sich die Dortmunder vogelwild.
Ganze neun Torschüsse ließ die Mannschaft von Trainer Rose bis zur Halbzeitpause zu, etliche vielversprechende Angriffe spielten die Gastgeber zudem unsauber aus. Zwei Mal hatte der BVB Glück, dass die TSG nach Standardsituationen nur Aluminium traf.
Das 1:1 von Andrej Kramaric kurz vor dem Seitenwechsel war folglich mehr als überfällig. "Wir hatten große Probleme bis zur Pause, der Ausgleich war verdient", konstatierte Rose nach dem Spiel. Gerade Thomas-Meunier-Ersatz Marius Wolf auf der rechten Seite wirkte mit und ohne Ball häufig überfordert. Ein katastrophaler Fehlpass des ehemaligen Frankfurters leitete nach dem Seitenwechsel eine Großchance von Georgino Rutter ein.

Manuel Akanji trennt David Raum mit einer bärenstarken Grätsche vom Ball

Fotocredit: Getty Images

Wie unter der Woche in St. Pauli kassierte die Borussia zwei Treffer, steht nach 20 Bundesligaspielen bei 30 Gegentoren – ein Schnitt von anderthalb Treffern pro Begegnung. Dass es in der Rhein-Neckar-Arena bei zwei Gegentoren blieb, hatte Torhüter Gregor Kobel allen voran Manuel Akanji zu verdanken.
Der Schweizer, der in Hoffenheim nach seiner Knie-Operation erstmals seit knapp zwei Monaten in der Bundesliga wieder von Anfang an spielte, bewahrte seinen Landsmann im Tor vor weiteren Treffern. "Manuel ist nach seiner OP sehr schnell und gut zurückgekommen", lobte der BVB-Coach nach dem Auswärtssieg. Mit 86 Prozent gewonnenen Duellen verbuchte der Innenverteidiger die beste Zweikampfquote aller Borussen.
Gleich drei Mal rettete der 26-Jährige in höchster Not: Nach 22 Minuten verhinderte er einen Freilauf von Raum mit einer waghalsigen Grätsche. Kurz vor der Halbzeit klärte er ebenfalls mit einer Grätsche in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Kramaric, ehe er unmittelbar nach dem Seitenwechsel erneut vor dem Kroaten am Ball war.

Rose wegen Haaland-Verletzung: "Pause kommt nicht ungelegen"

Nach 83 Minuten verließ er völlig entkräftet das Feld. Zuvor hatte er mehrfach gezeigt, warum Trainer Rose schnellstmöglich auf einen Akanji in Bestform angewiesen ist.

3. Rose-Umstellung bringt den Sieg

Gerade im ersten Durchgang hatte die TSG Hoffenheim das Spiel im Griff. "Wir hatten gute zehn, 15 Minuten. Danach ist Hoffenheim immer stärker geworden", analysierte Rose gegenüber "Sky". Die Fünferkette von TSG-Coach Sebastian Hoeneß stellte die Borussia immer wieder vor große Probleme.
Ein ums andere Mal brach Flügelspieler Raum auf der linken Seite gegen Marius Wolf durch und sorgte für Gefahr. Rutter und Stiller hatten in den offensiven Halbräumen immer wieder Platz, um Bälle zu verarbeiten und die Abwehrkette unter Druck zu setzen. "Sie finden die Lücken sehr gut, weil sie im letzten Drittel jede Schnittstelle besetzt haben", lobte Kapitän Reus den Gegner.

Trainer Marco Rose führte den BVB mit seiner Umstellung zum Sieg

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Die Überlegenheit ließ sich auch in den Zahlen ablesen: Nach 90 Minuten stand die TSG bei 58 Prozent Ballbesitz, neun Torschüsse hatte die Mannschaft von Sebastian Hoeneß bis zur Pause abgegeben. Als die TSG auch nach dem Seitenwechsel dominierte, reagierte Rose.
Der 45-Jährige wechselte Dan-Axel Zagadou und Thorgan Hazard für Julian Brandt und Marius Wolf ein und wechselte zu einer 5-2-3-Formation. "Wir haben zu wenig Druck auf den Gegner bekommen. Das wurde nach der Umstellung auf Fünferkette besser. Da sind wir mehr Mann auf Mann gegangen", erklärte Kapitän Reus gegenüber "Sky".
Nur zwei Minuten nach dem Wechsel traf Marco Reus (58.) am Ende einer schönen Kombination zum 2:1. In der 67. Minute erzwang Malens scharfe Hereingabe das Eigentor von Raum und damit die Vorentscheidung. "Ich glaube, die Umstellung tat uns gut", sagte Rose auf der Pressekonferenz. Auch in der Folge hatten die Gäste mehr Zugriff auf die Hoffenheimer.
Abermals entschied die Borussia ein Ligaspiel in der zweiten Halbzeit. Keine Mannschaft trifft nach der Pause so häufig wie die Schwarz-Gelben: 33 seiner 52 Treffer schoss der BVB nach dem Seitenwechsel.
Trotz seines glücklichen Händchens gab Rose nach dem Spiel zu: "Am Ende haben wir den Sieg, der schmeichelhaft für uns war, nach Hause gekämpft."
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