Hasan Salihamidzic betonte zuletzt geradezu Mantra-artig, wie "groß" die Lust von Julian Nagelsmann sei, "mit jungen Spielern zu arbeiten. Das bringt uns sehr weiter." Was soll der Sportvorstand von Bayern München auch anderes sagen mit Blick auf einen verrückten Transfermarkt, auf dem auch der deutsche Branchenkrösus in Zeiten von Corona längst das Nachsehen hat. Klubs wie Paris Saint-Germain, Manchester United oder der FC Chelsea sind dem Rekordmeister enteilt.
Zwar gaben auch die Bayern 42,5 Millionen Euro für Dayot Upamecano von RB Leipzig aus, doch damit ist der Transferrahmen weitgehend ausgeschöpft. "Wir können aufgrund der Pandemie nicht alle verrückten Sachen mitmachen. Wir haben finanzielle Zwänge", sagte Nagelsmann zu diesem "extrem umfassenden Thema". Aber die Münchner seien ohnehin "nicht immer bereit, Riesensummen zu tätigen", fügte der neue Bayern-Coach an: "Gewisse Summen musst du zahlen, aber du musst auch kreativ sein."
Kreativität ist aktuell noch mehr gefragt, wenn einige von Oligarchen, Investoren oder ganzen Staaten alimentierte Klubs über finanzielle Reserven verfügen, von denen andere nur träumen können. Nicht zum ersten Mal wird im deutschen Profifußball deshalb das Thema 50+1 kontrovers diskutiert. Zu groß sind die Unterschiede (geworden) - Tendenz steigend.
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Chelsea etwa ist angeblich bereit, unglaubliche 175 (!) Millionen Euro für Borussia Dortmunds Stürmerstar Erling Haaland zu bezahlen. PSG verpflichtete Achraf Hakimi von Inter Mailand für 60 Millionen, weitere Großtransfers sind nicht ausgeschlossen, um endlich die Königsklasse zu gewinnen. Sergio Ramos und Gianluigi Donnarumma waren immerhin ablösefrei. Manchester United ließ sich BVB-Jungstar Jadon Sancho 85 Millionen kosten. Der Wechsel von Weltmeister Raphael Varane von Real Madrid zu den Reds steht zudem unmittelbar bevor. Kostenpunkt: 50 Millionen.

Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn: "Wettbewerbsnachteil"

Bayerns Vorstandschef Oliver Kahn spricht von einem "Wettbewerbsnachteil". Der FC Bayern habe es aber "bisher immer" geschafft, diesen "durch unsere unglaublich starke Erfolgskultur zu kompensieren. Das kann man nicht einfach kopieren".
Matthias Sammer plädiert in seiner neuen Rolle als Amazon-Experte dafür, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Es sei "extrem, was im Augenblick passiert". Die Europäische Fußball-Union (UEFA) habe sich auch "mit dem Aussetzen des Financial Fairplay keine Gedanken bis zum Ende gemacht", kritisierte Dortmunds Berater. Aber letztendlich sei "völlig egal, was Paris und Manchester machen". Die deutschen Topklubs müssten vielmehr "das eigene Potenzial besser ausschöpfen", forderte Sammer.
Das versuchen die Bayern bei Umsatzeinbußen von 150 Millionen Euro, die eben kein Investor ausgleicht. Man müsse, so Nagelsmann, "auch mit nötiger Phantasie Spieler beobachten, junge Spieler, die entwicklungsfähig sind". Der FC Bayern, betonte Salihamidzic trotzig, sei "vorbereitet. Wir versuchen, auf dem Transfermarkt anders zu sein als viele und unseren Campus einzubinden." Was soll er bei der finanziellen Übermacht von PSG oder ManUnited auch anderes sagen.
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(SID)

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