2005 kam Benjamin Pavard mit neun Jahren in die Jugendabteilung des OSC Lille. Beim "Verein meines Herzens" feierte Pavard sein Debüt in der Ligue 1 und weckte bald auch Interesse aus Deutschland.
"Ich kann mich sehr gut an ein Ligaspiel mit Lille in Saint-Etienne im März 2015 erinnern. Es war nicht mein erstes Spiel in der Ligue 1, aber Saint-Etienne ist ein besonders heißes Pflaster. Die Stimmung war unglaublich. Wir haben zwar verloren, aber ich war im Profifußball angekommen. Nach diesem Spiel wusste ich: Ich bin kein Kind mehr", erzählt Pavard exklusiv bei Eurosport Frankreich.
2016 wechselte er in die 2. Bundesliga zum VfB Stuttgart, wurde dort Nationalspieler und steht seit 2019 beim FC Bayern München unter Vertrag.
UEFA Nations League
Trotz Lewandowski-Treffer: Polen geht in Belgien unter
08/06/2022 UM 20:55
Pavard blickt anhand zehn ganz besonderer Spiele auf seine bislang so erfolgreiche Karriere zurück. Wir haben eine kleine Auswahl getroffen.

21.05.2017 - 2. Bundesliga: VfB Stuttgart - Würzburger Kickers 4:1

"Der OSC Lille ist mein Verein. Meine Eltern wohnen immer noch in der Nähe. Mein Ziel war es, Kapitän bei den Profis zu werden. Aber ich habe an meine Karriere gedacht und bin zu Stuttgart gewechselt, als ich noch sehr jung war. Viele Leute haben das nicht verstanden. Aber ich habe mich schnell weiterentwickelt, bin dort zum Mann geworden. In der zweiten Liga in Deutschland haben wir vor 60.000 Zuschauern gespielt - das muss man sich mal vorstellen. Wir haben das Spiel gewonnen und sind dadurch aufgestiegen. Ich hatte Gänsehaut, es war Wahnsinn. Noch heute schaue ich mir die Videos an. Ich habe Menschen so glücklich gemacht wie nie zuvor. Diese Emotionen zu vermitteln, war das erste Mal und ich werde mich mein ganzes Leben lang daran erinnern."

Benjamin Pavard lässt sich von den VfB-Fans nach dem Aufstieg feiern

Fotocredit: Imago

30.06.2018 - WM-Achtelfinale: Frankreich - Argentinien 4:3

"Ich werde zwangsläufig immer wieder auf mein Tor in diesem Spiel angesprochen. Dabei war ich gar nicht darauf programmiert, bei diesem Turnier in der Startelf zu stehen, ein Tor zu schießen und schon gar nicht so ein Tor zu schießen. Dieses Tor hat viel verändert. Ich war nicht mehr der Unbekannte aus Stuttgart, sondern der Mann mit dem 'Bastard-Schuss' gegen Argentinien. Das war nicht leicht für mich, ich bin ein zurückhaltender Mensch, der nicht gerne im Mittelpunkt steht. Ich brauchte eine Weile, um den Hype zu verdauen. Man wird mich in zehn Jahren noch auf das Tor ansprechen. Mein Kind wird vielleicht damit angeben, dass sein Papa ein Wahnsinns-Tor gemacht hat, aber das interessiert mich nicht. Für mich ist es ein Moment unter vielen. Ich möchte weiterziehen."

23.08.2020 - Champions-League-Finale: FC Bayern - PSG 1:0

"Wir hatten in der Gruppenphase 7:2 bei Tottenham gewonnen. Wir fühlten uns sehr stark, daran hat auch der Ausbruch der Corona-Pandemie nichts geändert, obwohl das schon ein Einschnitt war. Ich selbst habe mich vor dem Final-Turnier in Lissabon verletzt. Das steckt mir heute noch in den Knochen. Im Halbfinale gegen Lyon habe ich gespielt, war aber nicht voll da. Im Finale gegen PSG konnten nur Spieler auflaufen, die 100 Prozent fit waren - das war ich bei Weitem nicht. Ich habe mich sehr geärgert - wer verpasst schon gerne ein Finale? Ich bin während des Spiels auf der Bank verrückt gegen die Scheiben gelaufen. Wenigstens habe ich den Moment des Triumphs mit der Mannschaft erlebt. Aber ja - ich bin ein bisschen verbittert. Ich habe den Titel nicht so gefeiert, als hätte ich gespielt."

11.02.2021 - Klub-WM-Finale: FC Bayern - Tigres UANL 1:0

"Ich erinnere mich daran, dass mein Berater nach dem Halbfinale zu mir sagte: 'Du wirst im Finale treffen'. Das hat ganz gut geklappt. Bei Bayern haben sie mich nach dem Spiel Pippo Inzaghi genannt, weil ich ein 'Fuchs-Tor' erzielt habe. Das Sextuple war die Krönung einer fantastischen Saison. Wir fühlten uns nicht unbesiegbar, aber ich konnte sehen, dass man in dieser Mannschaft nie genug bekommen konnte. Das gilt auch heute noch: Bei einem 2:0 haben wir nicht genug. Wenn wir acht Tore machen können, dann machen wir eben acht Tore. Das ist es, was Bayern von anderen unterscheidet."

17.12.2021 - Pavards 100. Pflichtspiel für Bayern gegen Wolfsburg 4:0

"Als Kind wollte ich einfach 'nur' Profi werden - wenn auch möglichst hoch hinaus. Der FC Bayern ist verrückt. In zweieinhalb Saisons hab ich 100 Spiele bestritten. Das ist der Beweis für mich, dass ich es geschafft habe. Es gibt nur eine Sache, die mich motiviert: so viele Trophäen wie möglich zu gewinnen. Es ist schön, was ich in meiner Karriere bisher erreicht habe, aber ich will noch viel mehr. Ich denke bereits an den deutschen Supercup zu Beginn der nächsten Saison und natürlich an die Weltmeisterschaft. Ich möchte nicht für das Viertelfinale nach Katar reisen, sondern um Weltmeister zu werden."
Das könnte Dich auch interessieren: Ex-Stürmer schießt gegen Lewandowski - "Finde es peinlich"

"Gut gezockt": Bundestrainer Flick nach Duell mit England zufrieden

Premier League
"Lachhaft": Liverpool lehnt offenbar neues Bayern-Angebot für Mané ab
08/06/2022 UM 13:57
Bundesliga
Gnabry hui, Sané pfui: Bayerns Gewinner und Verlierer vor dem Saisonstart
03/08/2022 UM 20:42