Der Schlusspfiff ertönte - und wieder huschte kein Lächeln über die Lippen von Julian Nagelsmann.
Mit ernster Miene wartete er ungeduldig darauf, dass sich die Klappe zur Treppe in die Katakomben öffnete. In der Allianz Arena gab es am Mittwoch eine 0:2 (0:0)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Es war die zweite Pleite im dritten Test, das Warten auf seinen ersten Sieg als Trainer des FC Bayern München geht für den 34-Jährigen also weiter.
"Ich habe mir schon etwas mehr erhofft. Wenn die Pflichtspiele beginnen, sollten wir anfangen, die Spiele zu gewinnen", gab Nagelsmann offen zu. Er musste wie schon in den Spielen gegen Köln (2:3) und Amsterdam (2:2) mit Ausnahme von Serge Gnabry auf seine EM-Teilnehmer verzichten. Torjäger Robert Lewandowski, Thomas Müller und Co. sollen am Samstag bei der Generalprobe gegen den SSC Neapel erstmals zum Einsatz kommen. Dann werden nur noch Kapitän Manuel Neuer und Joshua Kimmich fehlen, die erst am Samstag aus dem Urlaub zurückkehren.
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Nagelsmann baut auf Altbewährtes

Alle Rückkehrer sollen am Samstag mindestens 45 Minuten spielen, um sich schnell wieder zu finden und den drohenden Holper-Start in die Pflichtspiele abzufedern. Nagelsmann macht aktuell keinen Hehl daraus, dass darauf seine ganze Hoffnung liegt.
"Es kann schon sein, dass das eine oder andere Spiel am Anfang nicht flüssig läuft. Aber da werden wir nicht die einzigen sein. Ich übernehme ja eine funktionierende Mannschaft. Da sind Spieler, die sich blind verstehen", verdeutlichte er.

Bayern München verpatzt Testspiel gegen Gladbach

Fotocredit: SID

Aufgrund der schwierigen Umstände stellt er auch den Wunsch nach neuen taktischen Elementen zunächst hinten an. Es gehört zu seiner Strategie, den Start bestmöglich über die Bühne zu bringen. Natürlich wolle er "ein paar neue Dinge" mit hereinbringen, doch nicht "auf Teufel komm' raus in den ersten Spielen". Er setzt also auf Altbewährtes.
Für Inhalte bleibt bei den wenigen noch verbleibenden Einheiten vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal am 6. August beim Bremer SV ohnehin wenig Zeit. Was jedoch auch gegen Gladbach deutlich wurde, eine Veränderung zum Team seines Vorgängers Hansi Flick wird es doch geben.

Hauptaugenmerk auf Defensive

Das Hauptaugenmerk lag auf der Defensive. Diese wird künftig mit Dayot Upamecano im Zentrum höher stehen, aggressiver nach vorne verteidigen. Unter Flick war ein Gegentor beinahe schon obligatorisch, oft mussten die Bayern erst durch einen Rückstand "wachgeküsst" werden.
Diesen Nervenkitzel möchte Nagelsmann in seiner ersten Saison in München gerne vermeiden und bearbeitet die Baustelle zuerst, während er vorne auf die bestehende Qualität vertraut. Der Rest solle "sukzessive während des Liga-Alltags" implementiert werden, so Nagelsmanns Plan.
Bereits am 13. August trifft der FC Bayern zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison wieder auf Gladbach. Vielleicht kann Nagelsmann ja zumindest danach lächeln.
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