Gegen die Frankfurter Eintracht erwischte Hertha BSC einen Traumstart. Bereits nach sieben Minuten durften die Gäste aus der Hauptstadt jubeln. Vladimír Darida setzte sich auf der linken Seite gegen Makoto Hasebe durch, flankte maßgenau in die Schnittstelle zwischen Martin Hinteregger und Evan N’Dicka auf den Kopf von Marco Richter, der den Ball aus sechs Metern Torentfernung mithilfe des rechten Pfostens im Frankfurter Tor unterbrachte (7.).
Auch in der Folge war die zuletzt stark kritisierte Mannschaft von Pál Dárdai das bessere Team. Die Viererketten in Abwehr und Mittelfeld verteidigten diszipliniert und schalteten nach Ballgewinnen immer wieder schnell um. So gehörte auch die nächste gute Chance den Berlinern: Nach Flanke von Richter von der rechten Seite scheiterte Krzysztof Piatek per Flugkopfball am stark reagierenden Kevin Trapp (17.).
Die Eintracht hingegen wurde höchstens bei Standards gefährlich. So vergab Sam Lammers nach einer Ecke von Filip Kostic aus fünf Metern (25.), ehe wenig später – ebenfalls nach einer Kostic-Ecke – ein abgefälschter Versuch von Kristijan Jakić von Alexander Schwolow entschärft wurde (28.).
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Das gefährlichere Team aber blieb die Hertha. Nach etwa einer halben Stunde tauchte plötzlich Maximilian Mittelstädt nach einem starken Zuspiel von Suat Serdar alleine vor Trapp auf, spielte dann aber lieber quer, anstatt selbst zu schießen (32.). Kurz darauf verpasste Santiago Ascacíbar das 2:0 mit seinem Flachschuss aus 16 Metern nach Ablage von Darida nur knapp (37.).
Kurz vor der Halbzeit war es dann noch einmal Piatek, der nach Balleroberung von Serdar völlig freistehend sechs Meter vor dem Tor vorbei zielte (42.).
Im zweiten Durchgang war die Eintracht gefordert, mit Almamy Touré und Daichi Kamada brachte Oliver Glasner gleich zwei frische Kräfte. Tatsächlich begann die SGE stärker, Djibril Sow verpasste nach Vorarbeit von Kostic allerdings aus acht Metern (52.).
Nach einer Stunde war es dann Abwehrmann N’Dicka, der nach Flanke von Jakic per Kopf aus acht Metern knapp verpasste.
In diese Drangphase der SGE hinein trafen dann allerdings die Berliner. Mittelstädts Hereingabe von der linken Seite verpasste Joker Ishak Belfodil knapp im Zentrum, am zweiten Pfosten allerdings kam der ebenfalls kurz zuvor eingewechselte Jurgen Ekkelenkamp an den Ball und traf mit seinem ersten Ballbesitz aus kurzer Distanz zum 2:0 (63.).
Anschließend wirkte die Eintracht konsterniert und kam nur noch selten vor das Berliner Tor. Stattdessen konterten die Berliner immer wieder gefährlich, der eingewechselte Dennis Jastrzembski wurde allerdings von Hinteregger gerade noch am Abschluss gehindert (75.).
Dann aber brachten sich die Gäste gegenseitig in Bedrängnis. Nach einem langen Ball waren sich Niklas Stark und Schwolow nicht einig, Letzterer brachte Gonçalo Paciência schließlich ungeschickt zu Fall. Die Konsequenz war ein Foulelfmeter, den der Gefoulte selbst verwandelte (78.).
Die Schlussphase war dann hochspannend. Allerdings ließen sich die Berliner nicht mehr aus der Reserve locken. Im Gegenteil: Marvin Plattenhardt hätte mit seinem Freistoß aus 17 Metern halblinker Position beinahe für das 3:1 gesorgt, Trapp parierte den Flachschuss sehenswert (86.).
So blieb es beim dritten Saison-Sieg der Berliner, Frankfurt hingegen muss nach dem Sieg gegen den FC Bayern eine bittere Heimniederlage einstecken.

Die Stimmen:

Pal Dardai (Hertha BSC): "Es ist wichtig für die Jungs. Es geht nicht um den Trainer, oder seinen Job. Aber ich sehe, wie die Jungs arbeiten. Ich finde, die erste Halbzeit war perfekt. Die zweite Halbzeit war auch gut, wir haben uns unter Druck mit Kurzpassspiel befreit. Dann kriegen wir den unnötigen Elfmeter, aber Respekt an die Jungs, die ruhig geblieben sind. Es ist verdammt harte Arbeit für den Trainerstab, aber wenn die Jungs so gut mitmachen, macht es Spaß. Heute waren viele Dinge dabei, die wir seit Wochen üben. Wenn du siehst, wie die Jungs etwas entwickeln, dann macht es Spaß. Wenn es so läuft, dann ist es ein traumhaftes Wochenende. Aber jetzt müssen wir weiter arbeiten."
Marco Richter (Hertha BSC): "Wir haben von Anfang an sehr gutes Pressing gespielt. Wir haben uns auf ein Mittelfeld-Pressing geeinigt, das hat heute sehr gut geklappt, finde ich. Mit einem 1:0 in die Halbzeit zu gehen ist immer gut. Dann haben wir das 2:0 hinterhergelegt sogar. Aber dann fangen wir nach dem Gegentor wieder ein bisschen an zu schwimmen. Im Endeffekt haben wir vieles gut umgesetzt und den Sieg auch für ihn (Pál Dárdai, Anm. d. Red.) nach Hause geholt."
Niklas Stark (Hertha BSC): "Wir haben gut und kompakt gespielt. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir das gut umgesetzt. In der zweiten Halbzeit haben wir so ein bisschen den Faden verloren, finde ich. Da müssen wir natürlich was dran ändern. Da müssen wir dran bleiben, wenn wir so kompakt spielen wie im ersten Durchgang macht es natürlich gleich viel mehr Spaß. Wir haben heute einen guten Eindruck hinterlassen, da müssen wir dran bleiben."

Der Tweet zum Spiel:

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Das fiel auf: Fredi Bobics erfolgreiche Rückkehr

Fünf Jahre lang war Fredi Bobic Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt. Eine besonders erfolgreiche Zeit, die sicherlich mit dem Pokalsieg im Jahr 2018 gekrönt wurde. Im Sommer aber zog es Bobic zurück zu Hertha BSC, wo er als Spieler selbst aktiv gewesen war. Nach zuletzt schwierigen Wochen, in denen sowohl die Mannschaft, als auch die Einkaufspolitik von Fredi Bobic im lauten Berliner Pressewald kritisiert wurde, zeigten die Gäste nun ausgerechnet bei der Eintracht ihre beste Saisonleistung und belohnten sich mit dem 2:1-Erfolg. Zwar wird auch Bobic wissen, dass die Euphorie in der Hauptstadt ganz schnell auch wieder in Häme umschwenken kann, aber für den Moment dürfte sich der neue starke Mann bei Hertha BSC auf seinem Weg bestätigt fühlen.

Die Statistik: 22

22 Heimspiele lang war die Eintracht ungeschlagen – nun gab es gegen Hertha BSC die erste Niederlage vor heimischem Publikum.
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