Leroy Sane genoss den warmen Applaus des begeisterten Münchner Gala-Publikums wie ein ganz persönliches Wohlfühlbad. "Im Moment läuft es sehr, sehr gut", sagte der vom Sorgenkind zum Stützpfeiler gewandelte Nationalspieler und lächelte, "so will ich weitermachen."
Sane ragte beim fulminanten 7:0 (4:0) des wie entfesselt aufspielenden FC Bayern gegen einen bedauernswerten VfL Bochum noch heraus. Sein sehenswerter Freistoßtreffer zum 1:0 (17.) wirkte nach mühevollem Start als Brustlöser, danach gefiel er als kluger Vorbereiter und mutiger Tempodribbler.
Dieselben Fans, die ihn vor vier Wochen gegen Köln noch ausgepfiffen hatten, schlossen ihn nun wieder in ihre Herzen - und schenkten ihm diesmal bei seiner Auswechslung (62.) ihre Zuneigung. Die Kritik, gab Sane zu, habe bei ihm etwas gedreht.
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"Ich weiß, was ich abliefern kann", sagte er, doch dass er dies in München bislang zu selten zeigen konnte, habe ihn selbst "genervt". Und Pfiffe wie damals "wollte ich nicht noch mal erleben. Ich habe mich aber nicht zurückgelehnt und gesagt: 'Ich schau mal, wie es abläuft.'"

Sané "nicht wiederzuerkennen"

Stattdessen gab er Gas - und veränderte sein Spiel. Inzwischen, sagte Trainer Julian Nagelsmann, werfe sich Sane bei der Defensivarbeit "volle Kanne rein. Er hat beim Thema Gegenpressing unglaubliche Schritte gemacht. Ich sehe die Entwicklung von Leroy sehr gut".
Der 25-Jährige, lobte "Sky"-Experte Didi Hamann, sei "nicht wiederzuerkennen". Sane profitiert auch davon, dass ihn Nagelsmann im Halbraum zwischen Acht und Zehn spielen lässt. Der Coach ist überzeugt, "dass wir noch viel Freude an ihm haben werden". Nur Sané selbst hatte noch etwas zu mäkeln: "Ich hätte noch zwei Tore schießen können, das ärgert mich ein bisschen."
An immerhin acht der 31 Treffer in den jüngsten fünf siegreichen Spielen war Sane direkt beteiligt, allein 14 Tore glückten in der Münchner Gala-Woche gegen Leipzig, Barcelona und Bochum. "Wir haben einfach Bock, Fußball zu spielen", sagte der gebürtige Bochumer Leon Goretzka, "es hat viel Spaß gemacht - für uns." Sein VfL, der die höchste Bundesliga-Pleite bezog (bisher 1:7 gegen Gladbach), tat ihm "leid".

Kimmich glänzt mit Doppelpack

Neben Sane ragte der bärenstarke Antreiber Joshua Kimmich mit seinem ersten Doppelpack (27./65.) heraus. Serge Gnabry (32.), ein Eigentor von Vasilios Lampropoulos (43.), Robert Lewandowski (61.) und Joker Eric-Maxim Choupo-Moting (79.) besorgten den Rest. "Lewa" traf im 13. Heimspiel in Serie: Bundesliga-Rekord.
Es gelinge der Mannschaft "mehr und mehr", die Philosophie von Nagelsmann umzusetzen, sagte Goretzka. "Ich bin neu hier und will da weitermachen, wo meine vielen Vorgänger aufgehört haben", sagte der Trainer, "das Ziel ist die zehnte Meisterschaft in Folge."
Dass Nagelsmann die Schale als erster Coach seit Jupp Heynckes 2012 verpassen könnte, ist nicht sehr wahrscheinlich. "Die Jungs haben diese Gier zu zeigen, dass sie immer über die Grenze gehen wollen", schwärmte Nagelsmann. Seine Mannschaft, schloss er, sei "auf einem guten Weg". Das gilt ganz besonders für Leroy Sane.
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(SID)

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